Graffito-Welle statt Bauzaun

Von: nai
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Die Stawag tauscht graue Bauzäune gegen bunte Bilder. Angeli Bhattacharyya, Sprecherin der Stawag, Andreas Schaub, Stadtarchäologe, und Aachener Künstler Lars Kesseler alias Lake 13, stellen das Motiv an der Jakobstraße vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Stadt wird immer bunter. Und das, unter anderem, weil die Stawag bei Kanalbauarbeiten meist auf archäologische Funde stößt. Das verlängert die Baumaßnahmen in günstigen Fällen um ein paar Tage, manchmal aber auch um Monate. Gegen die Aachener Bauzaun-Monotonie sprüht jetzt, im Auftrag der Stawag, Lars Kesseler alias Lake 13.

„Natürlich würde ich am liebsten ganze Hauswände verzieren“, sagt der Aachener Künstler, „je größer die Fläche, desto besser.“ Aber über die Stromkästen auf dem Blücherplatz, am Preusweg und an der Krefelderstraße freue er sich trotzdem. „Es ist schön zu sehen, dass eine Kunstform, die so abseits von den gängigen steht, Anerkennung findet.“ Jetzt sprüht Kesseler etwa fünf Tage lang am Bauzaun Ecke Jakobstraße/Klappergasse.

Emil Erdmann geklaut

„Wir werden es auch hier noch einmal mit einem Motiv des beliebten Stawag-Maskottchen Emil Erdmann versuchen“, sagt Stawag Sprecherin Angeli Bhattacharyya. Bei Lars Kesselers Emil Interpretation am Zaun der ersten Baustellen-Graffiti-Aktion am Hof wurde die Plastikplane um das Graffito ausgeschnitten und das Erdmännchen geklaut. Ganz so frei ist die Graffiti-Kunst also noch nicht.

Wasser, Rohre und Emil, das wird die Baustelle zieren. An einem Zaun wird auch erklärt, was gerade hinter dem Bauzaun ausgegraben wird. „130 Meter Kanal sollen hier erneuert werden“, erklärt David Lulley, Baustellenkommunikator bei der Stawag. „Und bei dem Bau neben dem archäologischen Fenster war mit einem Fund zu rechnen“, ergänzt Andreas Schaub, Stadtarchäologe. In Aachen stellt der Ausgrabungsfund eben ein Stück Normalität dar.

Trotzdem könnte das, was an der Jakobstraße ausgebuddelt wurde, etwas besonderes sein: „Ein Kanal, spätestens seit der Karolingerzeit, vielleicht sogar aus der Römerzeit“, sagt Schaub, „die karolingische Pfalz, die bisher vom Gebiet zwischen Dom und Rathaus begrenzt wurde, war vielleicht doch größer als gedacht.“ Donata Kyritz von der Aachener Firma SK-Archeo-Consult und ihr Kollege vermuten an dieser Stelle eine Mühle, eine Art Wasserverteilungsstelle aus der Karolinger Zeit.

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