Girls‘ Day: Therese greift beherzt zum Schraubenschlüssel

Von: Martina Stöhr
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Besser als eine Muckibude: In der Kfz-Werkstatt des Aachener Stadtbetriebs erklärt Werkstattleiter Edmund Arendt den Schülerinnen, welche harte Arbeit hier geleistet wird. Foto: Heike Lachmann
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Was macht ein Überraschungsei im Computer-Tomographen? Die Besucherinnen im erfuhren es im physikalischen Institut der RWTH Aachen.

Aachen. „Es fehlt an Vorbildern, und die Vorstellungen sind festgefahren“, meint Loni Finken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen. Kein Wunder also, dass es Jungen noch immer verstärkt zu Berufen wie Kfz-Mechatroniker treibt, während Mädchen Arzthelferin als ihren Traumberuf angeben.

Beim Girls‘ Day sollen sie aber einmal die Bereiche kennenlernen, die sie auf Anhieb vielleicht nicht für sich in Betracht gezogen hätten.

So hatten viele Unternehmen in Aachen am Donnerstag Schüler zu Gast. In der Lokalredaktion der Aachener Nachrichten warfen zum Beispiel Lucia Kieckhöfer und Mona Schermuly einen Blick in die Welt der Zeitungsmacher. Besunders beeindruckt waren die beiden 14-jährigen Schülerinnen vom Gymnasium St. Ursula vom rasanten Tempo der Rotationsdruckmaschine.

15 Mädchen aus unterschiedlichen Schulen hatten dabei Gelegenheit, sich die Ausbildungsberufe im Aachener Stadtbetrieb anzusehen. Drei Fachrichtungen sind dort laut Sabine Berck, Mitarbeiterin der Personalabteilung, vertreten: Neben Gärtnerei und Baubetriebshof bietet die Kfz-Werkstatt des Aachener Stadtbetriebs Ausbildungsplätze.

Beim Girls‘ Day hatten hier vier Mädchen Gelegenheit, sich ein bisschen umzuschauen. Ausgestattet mit Arbeitsschuhen, Schutzanzug, Brille, Helm und Handschuhen machten sie sich an die Arbeit. Das heißt: Erst einmal schauten sie zu, wie ein Monteur einen Reifen an einem Auto wechselt. Therese Liegmann vom St. Leonhard-Gymnasium findet das spannend. Sie war die erste, die den Schraubenschlüssel in die Hand nahm und dem Reifen zu Leibe rückte.

Fit für einen harten Job

Kfz-Mechatroniker sei ein harter Beruf, hatte zuvor Werkstattleiter Edmund Arendt erzählt. Es sei harte, körperliche Arbeit. Wer hier arbeite, der brauche keine „Muckibude“. Doch auch davon lässt sich Therese nicht schrecken. Sie klettere, und das sei schließlich eine Extremsportart, für die man fit sein müsse. Therese findet Autos spannend und würde gerne ein Praktikum in einer Kfz-Werkstatt machen.

Das wird die Organisatoren des Girls‘ Day freuen. Loni Finken ist davon überzeugt, dass der zunehmende Fachkräftemangel die Arbeitgeber zwingt, in alle Richtungen zu schauen. Vielleicht ändert sich dann ja doch noch etwas an der Liste der beliebtesten Berufe.

Physik jedenfalls scheint ein Aufgabengebiet, in dem Frauen durchaus ihren Mann stehen. Zwar waren bei den Doktorandinnen Sonja Urban und Lisa Felker nur 20 Prozent Frauen im Studium, aber das ist für sie nie ein Problem gewesen. „Wenn man sich für die Materie interessiert, dann sollte man das auch unbedingt studieren“, meint Lisa Felker. Gemeinsam mit weitern drei Doktorandinnen kümmerte sie sich um den Besuch zum Girls‘ Day. Zwölf Mädchen aus unterschiedlichen Schulen und von der fünften bis zur neunten Klasse sind gekommen.

Alexandra Yatim führte vor, wie ein Elektronenmikroskop funktioniert. Dafür zeigte sie ihnen die entsprechend präparierte Fliege – erst in natura, dann durch das Mikroskop. Für die jüngste unter den Besucherinnen war es nicht immer ganz einfach, den Ausführungen zu folgen. Spannend fand sie den Besuch im Physik-Zentrum aber trotzdem. Ebenso wie Shiva Mirzai vom Goethe-Gymnasium in Stolberg. Sie ist überzeugt, dass man mit Physik eine Menge anfangen kann, und dass man das im Physik-Zentrum auch sehen kann. „Biophysik finde ich cool“, meinte Sophie Lemberg vom St. Ursula-Gymnasium. Alle hörten aufmerksam zu, als Alexandra Yatim erzählte, wie die Fliege präpariert sein muss, damit sie im Elektronenmikroskop sichtbar wird.

Das Überraschungsei im Computer-Tomograph und das Röntgenfluoreszenz-Mikroskop, mit dem die Bestandteile von Münzen analysiert werden können, waren weitere Experimente, die auf dem Programm standen. Außerdem gab es noch eine Tour durch die Labors. Die Schützlinge von Alexandra Yatim jedenfalls waren mit dem Tag rundum zufrieden.

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