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Giftattacken im Westpark: Jetzt ermitteln auch Polizisten in Zivil

Von: Holger Richter und Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Gespenstisch wirken die Betonsockel rund um den Weiher im Westpark. Hier hat die Stadt am Mittwochabend durch eine Spezialfirma insgesamt 22 Bänke abmontieren lassen, weil sie mit Rohrreiniger kontaminiert waren. Foto: Harald Krömer
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Auf dem kleinen Spielplatz, der mitten im Westpark liegt, können seit Freitag wieder Kinder spielen. Hier ist der Sand ausgetauscht worden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Kinder tollen durch den Sand, klettern begeistert auf die bunte Wippe und rutschen die kleine Rutschbahn hinab. Am Freitagvormittag sieht auf dem kleinen Spielplatz im Westpark alles so aus wie immer. Die Stadt hat auf dem Gelände, das nach der Attacke mit Rohrreiniger-Granulat gesperrt worden war, den Sand ausgetauscht und den Platz am Freitag wieder freigegeben.

Alle Kinder, die durch die ätzende Lauge verletzt wurden, sind nach kurzem Krankenhausaufenthalt wieder entlassen worden.

Während in dem Aachener Park also – abgesehen von den abmontierten Holzbänken und einem abgesperrten Spielplatz – wieder einigermaßen Normalbetrieb herrscht, hat die Staatsanwaltschaft seit Mittwochabend einen Gang hochgeschaltet.

3000 Euro Belohnung

„Aufgrund der vier Vorfälle in den letzten zwei Wochen auf Spielplätzen und Grillhütten im Gebiet der Stadt Aachen, bei denen drei Kinder leicht verletzt worden sind, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den oder die unbekannten Täter wegen des Verdachts eines jeweils versuchten Tötungsdelikts“, heißt es in einer Pressemitteilung, die Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts am Freitagnachmittag verschickt hat. Weil die Resonanz auf die Zeugenaufrufe der Polizei bislang sehr mau ausfielen, hat man nun sogar eine Belohnung ausgesetzt: 3000 Euro gibt es für Hinweise, die tatsächlich zur Aufklärung der Tat oder Ergreifung des Täters führen.

Dass die Polizei noch keinerlei Anhaltspunkte hat, beunruhigt Aachener Eltern, die schon am Donnerstag wieder mit ihren Kindern im Park unterwegs waren: „Natürlich macht man sich als Mutter Sorgen. Wer macht denn sowas?“, hatte an Fronleichnam eine junge Mutter in gereiztem Ton gesagt, die mit ihrer Tochter und deren Klassenkamerad im Park unterwegs war. Die Kinder, die im Gras spielten, ließ sie keinen Moment aus den Augen. Wenn man nun einmal in der Nähe des Parks wohne, keinen eigenen Garten habe, auch keinen Balkon, dann sei der Park an einem warmen Feiertag eben der beste Platz, um Zeit zu verbringen. „Hier können die Kinder am besten spielen... eigentlich“, sagte sie, hatte dabei aber wenig überzeugt geklungen.

Derweil hat eine Ermittlungskommission der Kriminalpolizei die Arbeit aufgenommen. „Darüber hinaus werden sowohl uniformierte als auch Beamte in Zivil die Spielplätze bestreifen“, schreibt Staatsanwältin Schlenkermann-Pitts in ihrer Mitteilung. Auch die Stadt Aachen hat am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, dass die Kräfte des Ordnungsamt verstärkt ein Auge auf die Lage haben werden – insbesondere rund um den Westpark, wo das gefährliche Pulver an zwei verschiedenen Tagen gefunden wurde.

Während Aachens Kinder den kleinen Spielplatz schnell wieder für sich erobert haben, muss der zweite am Westpark, der an der Ecke Lochnerstraße/Gartenstraße noch bis mindestens zum kommenden Montag geschlossen bleiben, erklärt Björn Gürtler vom städtischen Presseamt. „Dort ist der Sand aufgearbeitet worden“, sagt Gürtler. Am Montag werde dort noch eine Bodenprobe entnommen und dann entschieden, ob auch dieser Spielplatz wieder geöffnet werde.

Unterdessen kümmert sich der Aachener Stadtbetrieb um die 22 Bänke aus dem Westpark, die am Mittwochabend von Stadtbetrieb, Feuerwehr und einem externen Unternehmen abmontiert worden waren.

Stadt bereitet Anzeige vor

„Der Stadtbetrieb reinigt, was zu reinigen ist und ersetzt, was ersetzt werden muss“, erklärt Gürtler. Wie lange das dauern werde, kann der Mitarbeiter des Presseamtes noch nicht sagen. Allerdings seien die Bänke, die sich zurzeit auf dem Betriebshof am Madrider Ring befinden, „zum Teil deutlich beschädigt“, betont er und kündigt an, dass die Stadt eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen der Verunreinigungen und Beschädigungen vorbereite.

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