Aachen - GHS Kronenberg will Sekundarschule werden

GHS Kronenberg will Sekundarschule werden

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Mehr Chancen für alle Kinder: Die Hauptschule Kronenberg will Sekundarschule werden. Schulleiter Norbert Koll und seine Stellvertreterin Helga Pennartz (hier mit Sechstklässlern in der Schulbibliothek) stellten das Konzept jetzt Foto: Harald Krömer

Aachen. „Sekundarschule am Dreiländereck”: Der Name ist noch ein Arbeitstitel. Dahinter aber steht ein ehrgeiziges Ziel - und ein umfangreiches Konzept. Die Gemeinschaftshauptschule Kronenberg will sich zur Sekundarschule weiterentwickeln.

Anfang Dezember hat die Schule an der Händelstraße offiziell den Antrag auf Umwandlung gestellt. Losgehen soll es schon im nächsten Schuljahr mit den neuen Fünftklässlern.

In der Sekundarschule sollen Kinder bis Klasse 10 gemeinsam lernen - unabhängig von den Schulform-Empfehlungen der Grundschulen. Alle sollen intensiv individuell gefördert und begleitet werden.

Schwerpunkte können schon früh gesetzt werden, aber nach der Klasse 10 soll grundsätzlich alles möglich sein, auch der Weg zum Abitur. Das System Schule soll damit grundsätzlich durchlässiger werden.

Keine Sitzenbleiber

Gut anderthalb Jahre hat eine Arbeitsgruppe der Schule an den Ideen getüftelt. Schulleiter Norbert Koll und Konrektorin Helga Pennartz stellten das Konzept jetzt im „Nachrichten”-Gespräch vor.

„Wir wollen jedem Kind den bestmöglichen Abschluss vermitteln”, betont Helga Pennartz. „Unsere Schüler sollen alle Möglichkeiten haben”, erklärt Koll, „wir wollen sie so gut fördern, dass sie alle Hürden nehmen.” Sitzenbleiber soll es in der Sekundarschule eigentlich nicht mehr geben.

Der Weg in die gymnasiale Oberstufe - und damit zum Abitur - soll genauso möglich sein wie in eine Berufsausbildung. Natürlich können Hauptschüler mit dem entsprechenden Abschluss auch jetzt grundsätzlich in die gymnasiale Oberstufe wechseln, „und jedes Jahr tun das auch einige unserer Schüler”, berichtet Helga Pennartz. Die Sekundarschule aber werde den Weg Richtung Abitur deutlich erleichtern. So soll am Kronenberg künftig eine zweite Fremdsprache angeboten werden. Französisch ist im Gespräch, aber auch Niederländisch, Türkisch oder Russisch kämen infrage. Schnupperkurse soll es schon in Klasse 5 geben.

Die neue Sekundarschule, so steht es im Konzept, will auch ein Angebot sein für Kinder, die an einer der drei Aachener Gesamtschulen keinen Platz bekommen.

„Die Sekundarschule hält viele Wege offen”, sagt Norbert Koll. „Das nimmt auch viel Druck von den Familien. Eltern müssen nicht so früh über die Schullaufbahn ihrer Kinder entscheiden.” Auch für „Seiteneinsteiger” aus einem Gymnasium könne die Sekundarschule eine Alternative sein, glaubt er.

Als Sekundarschule möchte die Schule am Kronenberg eng mit Gymnasien, Berufskollegs und Gesamtschulen zusammenarbeiten. Erste Gespräche für diese Partnersuche haben bereits stattgefunden. Konkrete Ergebnisse gebe es aber noch nicht, sagt Koll.

Bis zum angepeilten Start im Sommer wird noch viel zu klären sein. Ein Anfang ist aber gemacht. Bei Schuldezernent Wolfgang Rombey und in der Verwaltung sei das Konzept wohlwollend aufgenommen worden, freut sich Norbert Koll. „Man hat uns alle Unterstützung zugesagt.”

Nun ist die Politik am Ball. Die schulpolitischen Sprecher der Parteien haben das Konzept vom Kronenberg bereits auf dem Tisch. Schulausschuss und Stadtrat werden sich demnächst damit beschäftigen. Über die Genehmigung entscheidet letztlich das Schulministerium in Düsseldorf. Norbert Koll hofft aber, dass die Sekundarschule bis zum 1. August grünes Licht aus dem Ministerium hat - womöglich als Schulversuch.

Einige wenige Vorbilder gibt es im Land. Die Theodor-Litt-Hauptschule in Bonn beispielsweise arbeitet seit Sommer als Sekundarschule. Eine Abordnung vom Kronenberg hat sich dort auch schon Tipps für die Praxis geholt.

Natürlich erhofft sich die Hauptschule Kronenberg von ihrem Projekt auch eine Stabilisierung der Schülerzahlen. Knapp 300 junge Leute besuchen aktuell die Schule, die Jahrgänge 5 und 6 sind nur noch einzügig, gerade einmal 19 Kinder lernen in der Klasse 5.

Kein Hindernis

Im Gutachten zum neuen Schulentwicklungsplan hat Gutachter Hubertus Schober für die Hauptschule Kronenberg einen Verbund mit der Alkuin-Realschule empfohlen.

Aus Sicht des Schuleiters wäre ein solcher Verbund allerdings überhaupt kein Hindernis für die geplante Sekundarschule. „Ein Verbund mit der Alkuinschule würde unser Konzept stützen”, ist Norbert Koll überzeugt.
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