Aachen - GGS Driescher Hof: „Schulsozialarbeit muss fortgeführt werden“

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GGS Driescher Hof: „Schulsozialarbeit muss fortgeführt werden“

Von: Margot Gasper
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Hat noch viel vor: Für den Job als Schulsozialarbeiter an der Grundschule Driescher Hof hat Jürgen Gerhards eine unbefristete Stelle aufgegeben. Nun hofft er ebenso wie die Schulleitung, dass sein Engagement auch weiterhin honoriert wird. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Für die Schulsozialarbeit, besonders an den Grundschulen, war es ein großer Schritt: 18 zusätzliche Vollzeitstellen in der Schulsozialarbeit kann sich die Stadt Aachen – zunächst befristet auf drei Jahre – über eine Drittmittelfinanzierung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets leisten. 22 Grundschulen, ein Gymnasium und drei Realschulen profitieren davon.

Am Dienstag wollen die städtischen Schul- und Jugendpolitiker eine erste Zwischenbilanz ziehen. Für Andreas Biener, Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Driescher Hof, fällt die Bilanz schon jetzt eindeutig aus. „Die Schulsozialarbeit ist bitter notwendig“, sagt er. Und: „Die Schulsozialarbeit muss auf jeden Fall fortgeführt werden, auch über den Finanzierungszeitraum hinaus.“

Wie Biener denken offenbar viele seiner Kolleginnen und Kollegen. „Ohne Ausnahme wurde die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit betont“, stellt die Verwaltung nach zahlreichen Gesprächen mit Schulleitungen fest.

Die GGS Driescher Hof, eine Schule mit Kindern aus 33 Nationen, gehört zu den Grundschulen, die eine volle Sozialarbeiterstelle bekommen haben. Seit April 2012 macht Jürgen Gerhards den Job. Der Diplom-Sozialarbeiter kennt den Driescher Hof, und er kennt die Grundschule in ihrer ganzen bunten Vielfalt. Der 40-Jährige kommt aus der offenen Jugendarbeit im Viertel, im Rahmen der Offenen Ganztagsschule hat er sogar schon an der Grundschule gearbeitet. Gerhards ist ein wichtiger Verbindungsmann geworden. „Ich vertrete die Jugendhilfe in der Schule“, sagt er, „das ist die engste Form der Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule.“

Gerhards arbeitet intensiv mit Eltern. Er stellt zum Beispiel sicher, dass die Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bei denen ankommen, die sie brauchen: für Lernförderung, für Sport und Kultur, für Zuschüsse fürs Mittagessen. Der Schulsozialarbeiter berät die Familien und hilft bei der Antragstellung. Die Folgen sind spürbar. „Mittlerweile werden deutlich mehr Gelder abgerufen“, freut sich der Schulleiter, „das sind Hilfen, die der Integration in die Gesellschaft dienen“.

Für die Schüler hat Gerhards Gruppenangebote installiert, die sehr beliebt sind. Und er ist für alle Sorgen und Nöte der Kinder stets ansprechbar. Mit dem Kollegium hat er unter anderem ein Konzept zu dem schwierigen Thema Kindeswohlgefährdung erarbeitet. Das greift immer dann, wenn es Hinweise gibt, dass ein Kind in seiner Familie nicht gut behandelt wird.

Für die Schulsozialarbeit hat Jürgen Gerhards eine unbefristete Stelle aufgegeben. Sein Vertrag an der Grundschule läuft noch bis Ende dieses Jahres. Dann endet die Drittmittelfinanzierung für die 18 Stellen offiziell. Da sich die Stellenbesetzung für manche Schulen aber lange hingezogen hatte – einige Stellen wurden erst im Herbst 2012 besetzt – sind noch Gelder da und dürften nach Einschätzung der Stadt bis Ende 2014 reichen. Die Verwaltung prüft derzeit, ob das Projekt sogar bis Juli 2015 gestreckt werden kann.

Andreas Biener hofft sehr, dass die Schulsozialarbeit an den Aachener Grundschulen auch danach nicht am Ende ist. „Hier wird wertvolles Vertrauen aufgebaut“, sagt er, „da kann man doch nicht irgendwann sagen, das war’s nun.“ Und die Probleme, ist Biener überzeugt, „die werden ganz sicher nicht kleiner.“

Jürgen Gerhards jedenfalls hat noch viel vor. Das Lehrerkollegium wünscht sich ein Streitschlichterprojekt für die Schule. Das will er demnächst auf jeden Fall anpacken.

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