Gewaltexzesse und Freundschaft: Theater Brand zeigt „Ehrensache“

Von: Martina Stöhr
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Die jungen Darsteller des Theaters Brand bringen mit „Ehrensache“ von Lutz Hübner ein Lehrstück über den Umgang zwischen jungen Männern und Frauen auf die Bühne. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Es wird mucksmäuschenstill im Saal, als sich allmählich abzeichnet, was passiert ist: Ein junges Mädchen wurde erstochen, ihre Freundin schwer verletzt. Wie konnte es dazu kommen? Dieser Frage geht das Stück „Ehrensache“ von Lutz Hübner im Theater Brand auf ganz besondere Weise nach.

Die Handlung entwickelt sich aus den Fragmenten der Berichte derer, die vom Tattag erzählen. Der 19-jährige Cem und sein Freund Sinan (17) laden zwei Mädchen, Elena und Ulli, zu einer Fahrt nach Köln ein. Cem erzählt einem Gerichtsgutachter, wie der Tag gelaufen ist und verrät dabei auch viel über sich und seine Einstellung zu Frauen. „Da gibt es die Schlampen und eben die anderen“, meint er und lässt keinen Zweifel daran, welcher Kategorie er Elena zuordnet. Die weiß um ihre Reize und spielt sie gnadenlos aus. Selbst kein Unschuldslamm gelingt es ihr, Cem bis zur Weißglut zu reizen. Gekränkte Ehre und eine unbändige Wut treiben Cem schließlich zu der eigentlich unverständlichen Tat.

„Ehrensache“ ist ein Lehrstück über den Umgang zwischen jungen Frauen und Männern. Es zeigt eine Aneinanderreihung von Missverständnissen, die sich aus der unterschiedlichen kulturellen Prägung ergeben. Die jungen Schauspieler um Regisseurin Wilma Gier sind mit spürbarer Leidenschaft bei der Sache. „Es war eine harte Zeit“, sagt Leon Eckervogt (Cem) über die Probenzeiten.

Dass sich die Mühen gelohnt haben, beweist der Applaus des Publikums. Zur Premiere sind nicht nur junge Zuschauer gekommen, das Publikum ist breit gemischt. Gewalt unter Jugendlichen ist schließlich ein brisantes Thema. „Ehrensache“ versucht eine Antwort darauf zu geben, wie es zu Gewaltexzessen kommen kann. Und beleuchtet ganz nebenbei das Thema Freundschaft.

Weitere Aufführungstermine

Ganz sicher eine sehenswerte Inszenierung, die am Samstag, 13. Juli, und Sonntag, 14 Juli, um 18 Uhr im Theater Brand, Freunder Heideweg 3, wiederholt wird.

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