Aachen - Gestank: Gutachten kostet bis zu 150.000 Euro

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Gestank: Gutachten kostet bis zu 150.000 Euro

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Aus dem Regenrückhaltebecken (RRB) an der Krebsstraße in Eilendorf stinkt es, wie mehrfach berichtet, immer wieder erbärmlich. Alle Versuche, die Geruchsbelästigung in den Griff zu bekommen, blieben bislang erfolglos.

Die einzigen Alternativen, die sicher zum Erfolg führen, wären ein geschlossenes Kanalsystem, mit dem das Schmutzwasser am RRB vorbeigeführt würde, oder die Einrichtung eines unterirdischen Sammlers im Bereich der Vennbahntrasse. Ein Kanal quer durch Brand und Eilendorf wäre aber illusorisch, und ein geschlossenes Becken würde mindestens zehn Millionen Euro kosten. Sehr viel Geld, das niemand in die Hand nehmen will.

Da ist guter Rat teuer - und das im wörtlichen Sinne. Es sollen nämlich bis zu 150000 Euro ausgegeben werden, um von Professor Franz-Bernd Frechen von der Universität Kassel, der Koryphäe auf dem Gebiet der Messungen von Geruchsbelastungen, ein Gutachten erstellen zu lassen.

Einstimmiges Votum

Verständlich, dass Bezirksvertreter und Anwohner angesichts dieser Summe erst einmal tief durchatmen mussten und mehr Skepsis als Begeisterung zeigten, um so mehr als die entsprechende Verwaltungsvorlage erst kurz vor der Sitzung der Bezirksvertretung eingesehen werden konnte.

Keine leichte Aufgabe für den Vertreter der zuständigen Fachverwaltung, um Zustimmung für das Vorhaben zu werben. Letztlich ließen sich die Bezirksvertreter überzeugen, dass ein solch umfangreiches Gutachten, das neben speziellen Wasserproben, die Erhebung der Wetterdaten am Regenrückhaltebecken und die Bestimmung der Luftzusammensetzung im Falle einer Geruchsbelästigung umfasst, eine absolute Notwendigkeit darstellt, um zu einer Lösung des Problems zu kommen. Folglich votierten sie einstimmig für die Bereitstellung der Mittel, damit im Juli und August über einen Zeitraum von acht Wochen die erforderlichen Messungen durchgeführt werden können.

Anwohner werden informiert

Allerdings, das wurde auf Nachfrage der Bezirksvertreter und Anwohner eingeräumt, besteht auch die Möglichkeit, dass man hinterher genauso schlau wie vorher ist. Hier gelang es Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler, die Gemüter etwas zu beruhigen, indem sie darauf verwies, dass auch alle anderen Maßnahmen, wie etwa die wiederholten Reinigungen des Beckens durch die Stawag oder die Analysen der Wasserzusammensetzung durch den Wasserverband Eifel-Rur nicht umsonst zu haben seien.

Für die Anwohner, die demnächst noch gesondert informiert werden, wird während des Erhebungszeitraums eine Hotline eingerichtet, unter der an jedem Tag, auch samstags und sonntags, von 8 bis 23 Uhr garantiert Mitarbeiter erreichbar sind, die im Falle einer Geruchsbelästigung sehr schnell vor Ort sind, um so gezielt Luftproben zu nehmen, wenn aktuell eine Geruchsbelästigung festgestellt werden kann.
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