Radarfallen Blitzen Freisteller

Geschichten der Euregio in 104 Porträts

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
4449327.jpg
52 Wochen lang waren Jutta Melchers und Marco Rose in der Euregio unterwegs. Jetzt präsentieren die beiden Fotografen ihre beeindruckenden Porträts in der Nadelfabrik. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Die Zeitung ist schuld“, schmunzeln der Aachener Journalist Marco Rose und die Fotografin und Galeristin Jutta Melchers. Ein Interview in der inspirierenden Umgebung der Herzogenrather Galerie von Melchers habe sie und Rose zusammengeführt. „Menschen fotografieren wir beide gern, Jutta eher spontan, ich gerne gezielt mit einem Anlass“, erklärt Rose. Schon bald habe man über ein gemeinsames Projekt nachgedacht.

Die Menschen der Euregio sollten im Fokus der Kamera stehen, allerdings nicht die Prominenten. „Wir haben uns auf die Suche nach dem Besonderen im Alltäglichen begeben, hatten Ideen im Kopf und haben dann versucht, dafür die passenden Personen zu finden“, erklärt Rose wie im Sommer 2011 schließlich alles seinen Lauf nahm. 52 Wochen lang waren die beiden mit ihrer Kamera auf Spurensuche im Dreiländereck, trafen auf interessante Persönlichkeiten, begegneten Jung und Alt, fanden Querverbindungen zwischen den fotografierten Menschen und zeichneten nach und nach mit 104 Porträts ein authentisches Bild von Leuten aus der Euregio.

Bei der Ausstellungseröffnung mit Bürgermeisterin Margrethe Schmeer und Professor Wolfgang Becker, dem ehemaligem Leiter des Ludwig-Forums, waren auch Vertreter des Sponsors Regio IT sowie viele der Porträtierten anwesend. Viele Ideen seien durch seine Arbeit bei der Zeitung entstanden, über Kollegen vom Lokalsport oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda vermittelt worden, erzählt Rose. Auch Kinder und Jugendliche gehören zu den Menschen, die er fotografiert hat. „Es geht um Menschen, die in dieser Region leben, die von ihr geprägt sind und die die Region prägen“, erklärt Melchers.

Besondere Herausforderungen

Die Arbeit an dem Projekt habe für beide viel Recherchearbeit und oft auch eine persönliche Herausforderung bedeutet. „Bei meinem allerersten Fototermin musste ich sogar auf ein Dach steigen, um mit der Schornsteinfegerin Yvonne Labudde zu arbeiten“, erzählt Melchers, die sich der Aufgabe trotz Höhenangst stellte. Und die Schornsteinfegerin hat dem Projekt offensichtlich Glück gebracht. Den allerletzten Fototermin absolvierte Melchers mit einem neugeborenen Baby in Baesweiler – ein wunderschönes Erlebnis für alle Beteiligten. „Eine besondere Herausforderung war es für uns, wenn wir andere Fotografen ablichten sollten – zum Beispiel die junge Fotokünstlerin Alice Smeets, die ich am 11.11.2011 zum Termin auf einem von Karnevalisten bevölkerten Bahnhof getroffen habe“, schmunzelt Melchers.

Auch TV-Star Diane Willems, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, Euriade- Intendant Werner Janssen, ein Feuerspucker, ein Turmspringer, ein Filmproduzent, eine Marathonläuferin, ein Bonbonmacher, ein Whiskybrenner und ein Imam zählen zu den Personen, die an ihren Arbeitsplätzen oder an Orten, die ihnen etwas bedeuten, in Szene gesetzt wurden. „Man kommt den Menschen sehr nahe“, beschreibt Melchers.

Die beeindruckenden Porträts und Geschichten, die die beiden gesammelt haben, sind auf der zugehörigen Internetseite zu sehen und darüber hinaus Anfang November in einem Buch mit dem Titel „52 Wochen“ erschienen. In den Räumen der Nadelfabrik sind die 104 Porträts nun auch öffentlich ausgestellt.

<i>Die Ausstellung „52 Wochen“ ist in der Nadelfabrik am Reichsweg noch bis Freitag, 14. Dezember, immer freitags und samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr, zu sehen.

Darüber hinaus sind die Fotoarbeiten im Rahmen einer Präsentation auf einer Großbildleinwand in der Citykirche St. Nikolaus an der Großkölnstraße ausgestellt. Bis Sonntag, 25. November, läuft diese Präsentation – montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 20 Uhr.</i>

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert