Aachen - Geschichten aus blutrünstiger Zeit

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Geschichten aus blutrünstiger Zeit

Von: Heinrich Schauerte
Letzte Aktualisierung:
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Foto: Harald Kroemer Datum: 19.11.2012 Michael Kuhn (l.) stellt sein neues Buch vor. rechts Walter Vennen. Job : Buch 1

Aachen. Es soll auch schon vor Kaiser Karl Menschen in Aachen gegeben haben. Davon hört man allerdings nicht allzu viel. Höchstens mal von der Römern, die jeden Kanalbau in der Innenstadt zu einem Abenteuer machen. Aber dazwischen stand die Zeit auch nicht still, und irgendwie muss das Leben ja auch weitergegangen sein.

Diese Lücke der Geschichtsschreibung zu schließen, hat sich der Aachener Autor und Verleger Michael Kuhn zur Lebensaufgabe gemacht.

Denn momentan ist er mit dem zweiten Band der zweiten Trilogie gerade mal beim Jahr 506 angelangt, und nicht nur ein dritter Band soll im nächsten Sommer folgen, sondern auch noch eine dritte Trilogie. Damit wäre also erst knapp die Hälfte von geplanten neun Bänden überschritten – wahrlich ein Mammutwerk. Im Schnitt produziert Kuhn pro Jahr eine Masse von durchschnittlich 400 bis 500 Seiten, wie auch immer man sowas machen mag, falls man auch mal schlafen will.

Ein großes Loch

Und das über eine Zeit, über die man eigentlich wenig weiß. Das soll sich nun ändern. Michael Kuhn ist von Hause aus nicht nur Historiker, sondern auch Archäologe. Also solcher hat er auch an den Ausgrabungen im Elisengarten teilgenommen und dabei merowingische Keramiken gefunden und somit Belege, dass Aachen auch in der nachrömischen Zeit besiedelt war. Kuhn: „Über das frühe Mittelalter gibt es nichts. Zwischen den Römern und Karl dem Großen klafft ein großes Loch.“ Kuhn legt insgesamt Wert auf wissenschaftliche Genauigkeit und lässt seine Manuskripte von weiteren Fachleuten prüfen. Die „Nachrichten“ nannten ihn mal den Umberto Eco der Region.

Bekannt wurde Kuhn dem einschlägig interessierten Publikum durch seine Trilogie um den römischen Tribun Marcus Junius Maximus, die sich mit dem ausgehenden römischen Reich befasst. Der erste Band der aktuellen Trilogie, „Marcellus, der Merowinger“, spielte im Aachen des Jahres 486. „Das war für uns damals eine Neuigkeit, dass da viel reale Geschichte drin ist“, sagt Buchhändler Walter Vennen bei der Präsentation des neuesten Bandes in der Buchhandlung Schmetz am Dom. Der trägt den Titel „Marcellus, Graf von Arduena“, und diesmal ist der Schauplatz nach Köln, Mainz und ins Süddeutsche gewandert.

Inzwischen sind wir im Jahr 506 angelangt. Zehn Jahre sind vergangen, seit der ungestüme Marcellus seinem König die Schlacht von Zülpich gewann. Vom undankbaren Chlodwig ins Exil geschickt, verbringt er die folgenden Jahre in der Ruhe und Abgeschiedenheit seiner moselländischen Heimat. Seine Feinde und Widersacher haben ihn jedoch nicht vergessen. Frau und Kind werden als Geisel genommen, und die will er sich zurück erkämpfen.

Kuhn: „Die Grundidee ist, die Vergangenheit für die Leser erlebbar zu machen. Die Geschichte schreibt die besten Geschichten. Das war eine sehr blutrünstige Zeit, da wird nichts Menschliches ausgelassen.“ Es ist also kein trockener Lehrstoff, sondern alles ist in eine so spannende Story verpackt, dass man immer weiterlesen will. Bis auf die dürren Daten dürfte das meiste Fiktion sein. Auf die Echtheit der Schauplätze legt der Autor aber so viel Wert, dass er einen äußerst umfangreichen Fakten-Teil anfügt, der sich sogar bestens als Reiseführer zu den beschriebenen Locations eignet.

Im Aachener Ammianus Verlag von Michael Kuhn erscheinen auch Werke anderer Autoren mit historischen Sujets, darunter sogar eine Jugendbuch-Trilogie aus der Eifel. Das gesamte Verlagsprogramm wird am Samstag ab 11 Uhr in der Buchhandlung Schmetz am Dom präsentiert. Die Autoren werden anwesend sein und stehen für Fragen oder zum Signieren der Bücher zur Verfügung.

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