Aachen - Gesamtschule: RP will den Antrag sehen

Gesamtschule: RP will den Antrag sehen

Von: Alfred Stoffels und Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ob es die von CDU, SPD und Grünen beantragte vierte Aachener Gesamtschule im Ostviertel geben wird, hängt nicht allein von CDU, SPD und Grünen ab - der Regierungspräsident muss sie genehmigen. Ob eine solche Genehmigung erteilt wird, ist nach Stand der Dinge völlig unklar.

Wobei also nicht auszuschließen ist, dass der ganze Ärger, den sich die Politiker bis dato bereits eingehandelt haben, möglicherweise überflüssig war, aber auch noch übertroffen werden könnte.

Dann nämlich, wenn die Bezirksregierung Nein sagt zu den Aachener Gesamtschul-Ideen. Dazu hieß es am Donnerstag in Köln, erst nach Vorliegen eines entsprechenden Ratsbeschlusses könne man in die Prüfung des Sachverhalts einsteigen, sodass es bis dato „keine umfangreiche Beschäftigung” mit dem Thema gegeben habe. Allerdings sei man für vorherige „Beratungsgespräche” jederzeit offen (dem Vernehmen nach reist der Aachener Schuldezernent Wolfgang Rombey am Montag nach Köln, um exakt solche Unterredungen zu führen).

Bei der Genehmigung von Gesamtschulen gibt es bestimmte Kriterien, die zu beachten sind und die sich aus dem Schulgesetz ergeben. Laut RP muss vor allem eine bestimmte Schülerzahl nachgewiesen werden (mindestens 122 für die Dauer von fünf Jahren). Auch ist darauf zu achten, dass die Schülerschaft „leistungsheterogen” zusammengesetzt ist, vom Hauptschüler bis zum Gymnasiasten muss es eine gesunde Mischung geben.

Das weiß man auch in Aachen und wird diesen Voraussetzungen Genüge tun wollen, allerdings haben die beteiligten Parteien von Anfang an klargemacht, dass ihnen keine „08/15-Gesamtschule” vorschwebt, sondern eine sehr besondere Einrichtung, die dem Standort im Ostviertel gerecht werden soll. Etwa durch Ganztagsbetreuung, Möglichkeit des Abiturs und Übernahme von Konzepten und Projekten, die sich in den drei aufzulösenden Schulen bewährt haben. Ob die Bezirksregierung an dieser Stelle mitspielt, ist aber die große Preisfrage.

Wenn nicht, könnte die Angelegenheit eine ganz neue Wendung nehmen. So erklärte die CDU in der Ratssitzung am Mittwoch erneut, wenn zum Beispiel die Ganztagsbetreuung nicht einzuführen sei, dann „werden wir den Antrag zur Errichtung der vierten Gesamtschule zurückziehen”.

Zunächst sind jetzt aber Ideen gefragt. Die Verwaltung wird die Hauptschule Aretzstraße, die Hugo-Junkers-Realschule und das Geschwister-Scholl-Gymnasium einladen, intensiv mitzuarbeiten am Konzept für die neue Gesamtschule. Das habe die Politik mit der Verwaltung abgesprochen, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal. „Qualität hängt von den Lehrern ab, und die haben die Möglichkeit mitzuwirken.”

Baal blickt beim Projekt Gesamtschule weiter optimistisch nach vorne. Schließlich hätten die drei Schulen in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgelotet. „Und nichts anderes wollen wir”, sagt Baal. „Unter dem Label Gesamtschule ist das umzusetzen, mit drei getrennten Häusern aber nicht.” Die Gesamtschule sei momentan „die einzige rechtliche Möglichkeit, die die Landesregierung akzeptiert”, erklärt auch Claus Haase (SPD).

Was die Bezirksregierung zum Antrag aus Aachen sagen wird, darüber will derzeit niemand spekulieren. „Die Schulpolitik in Düsseldorf haben wir mit dem Antrag noch nicht gedreht”, sagt Karin Schmitt-Promny (Grüne).
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