Aachen - Gesamtschule: Gründung geschafft, nun geht es ans Bauen

Gesamtschule: Gründung geschafft, nun geht es ans Bauen

Von: Margot Gasper
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Aachen. Zwei der drei Aachener Gesamtschulen sind seinerzeit an der Sandkaulstraße gestartet. Für die vierte Gesamtschule, die im Sommer dort die Arbeit aufnimmt, soll die Sandkaulstraße nicht nur vorübergehende Adresse sein. Mit einem gemeinsamen Ratsantrag wollen CDU, SPD und Grüne die Verwaltung beauftragen, Standort und Gebäude weiterzuentwickeln.

Gewünscht werden pfiffige Raumkonzepte, die modernen Unterricht unterstützen. Bereits im Mai sollen Schulausschuss und Planungsausschuss Vorschläge auf dem Tisch haben.

Der Standort steht fest, und die Anmeldungen sind da, so die Ratsvertreter der drei Fraktionen am Mittwoch. Nun gelte es, die Liegenschaften so herzurichten, dass sie den Ansprüchen einer leistungsfähigen vierzügigen Gesamtschule im Ganztag genügen. „Wir wollen positive Signale geben für langfristige Lösungen an der Sandkaulstraße”, sagt Christian Steins (CDU), „wir wollen dort kein Provisorium”.

Die neue Schule entsteht quasi an zwei Standorten, rechts und links der vielbefahrenen Sandkaulstraße. Für die ersten Klassen der neuen Schule wird zunächst das Gelände links der Sandkaulstraße (zwischen Rochus- und Achterstraße) hergerichtet. Die David-Hansemann-Realschule, die Volkshochschule und die private Amos-Comenius-Schule nutzen derzeit die Räume dort.

Fachleute sollen genau hinschauen, welche Gebäude modernisiert werden können und was neu zu bauen ist. „Der Standort ist baulich nicht besonders prägnant, um es einmal vorsichtig zu sagen”, meint Michael Rau, planungspolitischer Sprecher der Grünen, mit Blick auf die schon älteren Fertigbauten. „Manche Gebäude werden wohl nicht mehr zu sanieren sein”, erwartet SPD-Ratsherr Claus Haase. Hier biete sich die Chance, moderne Akzente zu setzen.

Aus ersten Studien soll sich ein Raum- und Anforderungsprogramm ergeben. Auch ein „kleiner Wettbewerb” ist angedacht. Wahrscheinlich im Herbst könnten sich dann Architekten an die konkrete Planung machen. Mit dem Baubeginn ist allerdings frühestens im Herbst 2012 zu rechnen.

Riesige Eile ist auch nicht nötig. „Wir können alle Klassen bis zur Oberstufe in den vorhandenen Räumen unterbringen”, betont Ulla Griepentrog, schulpolitische Sprecherin der Grünen. „Aber wir wollen natürlich nicht sechs Jahre lang Baustelle haben.” Für die Jahre 2012 und 2013 sind insgesamt vier Millionen Euro an Investitionsmitteln für die neue Gesamtschule im Haushalt eingeplant.

Eine ausreichend große Mensa ist ein Muss für die neue Schule. Eine provisorische Kantine ist für die David-Hansemann-Realschule bereits eingerichtet. Die Infrastruktur für den Start ist also da. Gerade an einem solchen Innenstadtstandort sollte man aber auch über „Synergien” nachdenken, fordert Norbert Plum, planungspolitischer Sprecher der SPD. Die Frage müsse also sein: Was können auch andere nutzen? Einen Bibliotheksstandort oder Räume für die Volkshochschule könnte sich Maike Schlick, Planungspolitikerin der CDU, gut auf dem Schulgelände vorstellen.

Auch die Sportmöglichkeiten wollen die Fraktionen betrachtet wissen. So muss zum Beispiel eine große Turnhalle her. „Und da an der Sandkaulstraße viele Menschen leben, sollte man bei den Planungen auch die Nachbarschaft mit ins Boot nehmen”, fordert Rau. Schließlich werden im Viertel irgendwann rund 900 Gesamtschüler unterwegs sein.

„Ort für Lernkultur”

Ab dem Schuljahr 2012/13 soll die neue Gesamtschule auch eine integrative Eingangsklasse für Kinder mit Behinderung haben. Auch dafür muss geplant werden.

Einen „Ort für Lernkultur” wünschen sich die Fraktionen an der Sandkaulstraße, kein „starres Raumkonzept”. Zentrale Frage müsse sein, welche Umgebung Lehrer und Schüler brauchen, um gut zu lehren und gut zu lernen. Schüler, Eltern und Lehrer sollen auf jeden Fall in die Planung einbezogen werden.

„Die Bezirksregierung muss jetzt endlich Stellung beziehen zur Schulleitung”, fordert Ulla Griepentrog (Grüne). Denn noch immer hat die neue Gesamtschule keinen kommissarischen Schulleiter, der gemeinsam mit dem - ebenfalls noch zu bestimmenden - Kollegium ein Konzept für die Schule entwickelt. Das „Gerangel” mit der Kölner Behörde im Vorfeld der Schulgründung sei für die Kommunalpolitiker vor Ort „enttäuschend” gewesen, erklärt Christian Steins (CDU).

Und wer entscheidet über den Namen für die neue Gesamtschule? Die Namensgebung ist zwar offiziell Sache der Stadt als Schulträger, die Schulgemeinschaft wird aber einen Namen vorschlagen.

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