Geruch in Kita: Kinder ziehen in Ausweichräume

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Ein Stoff, der nicht eine Kindertagesstätte gehört, ist an der Alfons-Gerson-Straße in Kornelimünster identifiziert worden.

Die Analyse von Raumluftmessungen, die am 13. August stattgefunden haben, hat nämlich ergeben, dass zumindest in einem Gruppenraum erhöhte Werte der Glykolverbindung EGBE (Ethylenglycolmonobutylether) zu verzeichnen sind. Die farblose Flüssigkeit mit schwach etherischem Geruch wird als Lösungs- und Verdünnungsmittel verwendet, sie zersetzt sich bei Erhitzung und setzt dabei beißende und reizende Dämpfe sowie Wasserstoff frei. Seit zwei Jahren klagen Erzieherinnen und Kinder über einen stechenden Geruch, dazu über Kopfschmerzen, tränende Augen, Schwindelgefühle und Unwohlsein.

Nach Auskunft des Gesundheitsamtes ist jedoch nur ein leicht erhöhter Glykolwert festgestellt worden, aus dem sich „keine konkrete Gefährdung der Raumnutzer“ ergebe. Das wäre nur dann der Fall, wenn der Wert über einen längeren Zeitraum erhöht wäre. Bei früheren Messungen hätten aber keine erhöhten Glykolwerte festgestellt werden können. Stadtsprecher Hans Poth sagt deshalb: „Die Geruchsbelästigungen müssen eine andere Ursache haben.“

Das Gebäude, in dem wegen der Beschwerden die Bodenbeläge erneuert worden waren, ohne dass der Geruch verschwand, ist – wie berichtet – seit Donnerstag geschlossen. Auch am Freitag konnten die Jungen und Mädchen einen Ausflug machen, das Wetter spielte noch mit. Ab Montag werden sie in anderen Standorten untergebracht, bei deren Vermittlung Bezirksamtsleiterin Rita Claßen behilflich war.

Die etwa 13 Kinder unter drei Jahren werden kurzfristig für etwa zwei Wochen in den Räumen der Pfadfinder betreut, die sich direkt neben der Kindertagesstätte befinden. Die 70 anderen kommen für die ersten drei Wochen in den Räumen des Jakob-Büchel-Hauses in Walheim, Prämienstraße 5, unter. Nach der Übergangszeit dort ist eine zeitnahe Auslagerung in die Pavillons an der Barbarastraße geplant, in der die Kita Weißwasserstraße vorübergehend bei der Philips-Sanierung untergebracht war. Ein entsprechendes Schreiben wurde am Freitag den Eltern zugestellt.

Über das Wochenende will die Stadt nach eigenen Angaben „noch einige Sachverhalte klären“ und am Montag in einem Pressegespräch über die weitere Vorgehensweise informieren. Klar ist aber schon, dass der Kindergarten erst dann wieder geöffnet ist, „wenn die Ursache für die Geruchsbelästigung gefunden und behoben ist und wenn alle Messwerte unbedenklich sind“ .

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