Geplante Schulschließungen sorgen für Frust und Wut

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Die einen niedergeschlagen, die anderen kämpferisch - mit dieser Stimmung kehrten Lehrer und Schulleiter aus den Herbstferien zurück, die sich seit Montag mit den von der Stadt erarbeiteten Vorschlägen zur Schulentwicklung in Aachen auseinandersetzen müssen.

Wie berichtet, droht damit der Reformpädagogischen Sekundarschule am Dreiländereck (Kronenberg), der Klaus-Hemmerle-Schule in der Franzstraße und der Hauptschule Eilendorf das Aus. Das zieht Proteste nach sich, die Lehrer, Eltern und Schüler bereits heute ins Bürgerforum tragen wollen.

Vor allem am Kronenberg ist die Hoffnung groß, Politik und Verwaltung noch zum Umdenken bewegen zu können. „Wir hoffen auf Weitsicht und wünschen uns, dass man noch mal genau hinguckt”, sagt Schulleiterin Helga Pennartz.

Ihre Schule hat sich als Standort für die vierte Gesamtschule empfohlen. Doch die Verwaltung gibt nunmehr der David-Hansemann-Realschule an der Sandkaulstraße den Vorzug. Spätestens im Schulausschuss am kommenden Donnerstag (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) wird sich zeigen, ob die Politiker dieser Marschrichtung folgen wollen.

Pennartz ärgert sich über den Zeitdruck, der wegen der Herbstferien entstanden ist. „Wir können kaum noch Stellungnahmen abgeben”, sagt sie. Dabei ist sie überzeugt, gute Argumente für den Kronenberg zu haben: Es gebe bereits einen gut funktionierenden Ganztagsbetrieb, und die Räume seien absolut ausreichend. Nicht zuletzt soll sich auch die „Initiative Aachen” für den Kronenberg stark machen: Wegen des Campus-Projekts sei eine Gesamtschule im Westen „ein Muss”.

Diese Lage im Westen hält die Stadt hingegen für den entscheidenden Nachteil, auch bestehe am Kronenberg ein großer Sanierungsbedarf. Der Standort Sandkaulstraße habe hingegen den Vorteil, zentral zu liegen und eine ausreichend große Raumkapazität zu haben. Helga Pennartz hält dagegen: „Wir hoffen, dass sich die Politik noch die Zeit nimmt, unsere Argumente zu prüfen.”

Derweil sieht Klaus-Reiner Börger, Schulleiter in Eilendorf, kaum noch Chancen, die Schließung seiner Schule abwenden zu können. Man habe sehr früh gemerkt, „in welche Richtung gedacht wird”. Politik und Verwaltung seien nicht flexibel genug, nun einen anderen Weg einzuschlagen.

„Schade drum”, meint Börger, der von einer sehr bedrückten Stimmung unter Lehrern und Eltern spricht. „Die Hauptschulen werden verschwinden”, sagt er, „aber die Schüler, die diese Schulen brauchen, nicht.” Diese Bedenken wird die Elternschaft heute auch im Bürgerforum vortragen.

Verlagerung nach Burtscheid?

Und auch Vertreter der Klaus-Hemmerle-Schule werden präsent sein, die von allen Betroffenen noch am optimistischsten in die Zukunft blicken können. Denn Name und katholische Programmatik sollen trotz der geplanten Schließung am Standort Franzstraße möglichst weitergeführt werden, wie auch die Verwaltung darlegt.

„Ich freue mich, dass der Elternwille wahrgenommen wurde”, sagt Schulleiterin Monika Schüttert. Die Verwaltung prüft derzeit Vorschläge, die Arbeit der Klaus-Hemmerle-Schule an der Hauptschule Burtscheid fortzuführen. „Für die Fortführung unserer Arbeit werden wir uns weiter engagieren”, betont Schüttert, die auf das besondere Profil und die christliche Orientierung ihrer Schule verweist.

Viel Zeit für die gegenseitige Überzeugungsarbeit bleibt nicht: Die Entscheidungen zur Zukunft der Schulen werden im Dezember getroffen.
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