„Genug ist nicht genug”: Familienfarce mit bissig-bösem Witz

Von: Grit Schorn
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an grenzland
Familienbande sind ja ein beliebtes Thema für unterhaltsame Komödien. Doch bei „Genug ist nicht genug” von Nick Walsh wird das besondere Verhältnis in einer „Sippe” mit bissig-bösem Witz auf die Spitze getrieben. Foto: Kerstin Brandt-Heinrichs

Aachen. Dass Erich ein Kotzbrocken und Spielverderber ist, wird schon bei der kleinen Kostprobe im Grenzlandtheater deutlich. Besonders schlimm bekommen das seine Verwandten zu spüren. Familienbande sind ja ein beliebtes Thema für unterhaltsame Komödien.

Doch bei „Genug ist nicht genug” von Nick Walsh wird das besondere Verhältnis in einer „Sippe” mit bissig-bösem Witz auf die Spitze getrieben.

Intendant Uwe Brandt, der hier erneut selbst Regie führt, ist begeistert vom abgründigen bis absurden Text, den der britische Autor (auch Übersetzer und Journalist) selbst ins Deutsche übertragen hat. Der angelsächsische Humor fällt bereits in der turbulenten Kostprobe auf.

Die Bühne mit der schön gedeckten Tafel wird zum Austragungsort hitziger Querelen und bösartiger Angriffe - allen voran Erich, der zu seinem Geburtstag etliche Geschäftsfreunde und Verwandte eingeladen hat. Letztlich kommen aber nur Evelyn, die Schwester von Erichs Ehefrau Helga, und Evelyns Mann, der ungeschickte Hagen. Hetti, die Mutter der beiden Schwestern, schneit auch noch hinein und heizt die gereizte Atmosphäre gehörig auf.

Frank Voß, der im Grenzlandtheater sowohl als Schauspieler als auch mit eigenen Inszenierungen glänzte, hat sichtbar Spaß an der Verkörperung des sarkastischen Besserwissers. Die anderen Mitspieler sind Dafne-Maria Fiedler (Helga), Armin Jung (Hagen), Sabine Urban (Evelyn) und als umtriebige Schwiegermutter Renate Fuhrmann, die 37 Jahre lang dem Ensemble von Schauspiel Köln angehörte. Brandt freut sich über die Schauspieler, die außer Voß bisher nicht in Aachen aufgetreten sind.

Wichtig ist Brandt auch der Zusammenhalt der Mimen, die sich auf der Bühne ganz schön „fetzen” müssen. Ein „Kernsatz” des Ekels Erich lautet: „Ihr kommt spät, warum seid ihr nicht gleich ganz zu Hause geblieben?” So und schlimmer schaukelt sich die Familienfarce in höchste Höhen, zumal es ja um Ungesagtes und bisher Verschwiegenes geht.

Der Intendant und Regisseur will mit dem „Familienstück” keinen „Schenkelklopfer” präsentieren - wie die Akteure setzt auch er auf ironisch-lakonischen Witz und Situationskomik. Das Stück wird ohne Pause gespielt (ca. 90 Minuten).

Die Komödie „Genug ist nicht genug” von Nick Walsh feiert Premiere am Montag, 15. August, im Grenzlandtheater Aachen, Elisen-Galerie. Beginn 20 Uhr.

Die Premiere ist ausverkauft, für weitere Vorstellungen gibt es noch Karten. Grenzlandtheaterkasse Tel. 0241/4746111.
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