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Gemüsegärtner für eine Saison

Von: Anke Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Möhren, Kohl und Kartoffeln: Wenn die weiße Winterpracht getaut ist, sollen auf diesem Feld 80 Gärten entstehen. Die eingesäten Parzellen können Hobbygärtner pachten. Barbara Plessmann vom Gut Hebscheid (links) zeigt, was ab dem Sommer auf den Feldern geerntet werden kann. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Gärtnern ohne schweißtreibende Arbeit, ohne lästiges Umgraben und die Sorge um Schädlingsbekämpfung? Dieser Traum kann Wirklichkeit werden.

Auf dem Hof Gut Hebscheid plant die Via Integration, ein Integrationsunternehmen, bei dem behinderte und nichtbehinderte Menschen Hand in Hand zusammenarbeiten, derzeit 80 Schrebergärten der besonderen Art anzulegen.

Gartenfreunden oder solchen, die es werden möchten, bietet sich dort die Gelegenheit, zwischen Mai und November einen Gemüsegarten zu pachten. Barbara Plessmann, die leitende Biologin des Projekts, stellte den Gärtnern in spe die Idee und das Gelände vor.

Die Anregung zu dem Projekt „Schrebergarten einmal anders” stammt von der Kölner Initiative „Gartenglück”, und wird dort schon an zwei Standorten mit Erfolg verwirklicht. Auf Gut Hebscheid wird das 20-köpfige Team um Barbara Plessmann im Frühling das Gelände und den Boden für die Schrebergärten vorbereiten.

„Wir graben natürlich um und säen dann in langen Reihen verschiedene Gemüsesorten wie Erbsen, Bohnen, Kartoffeln und Salat aus. Ende April wird das Feld in 80 Parzellen zu je 100 Quadratmetern geteilt, ab der Zeit kann der Schrebergarten dann von den Pächtern bewirtschaftet werden”, erklärt die Biologin und lockt die Anwesenden mit der schon ab Mitte Mai zu erwartenden ersten Ernte.

Chemie ist verboten

In die Lücken im Beet darf gepflanzt werden, was gefällt: Blumen oder auch wieder Gemüse. Das bleibt jedem Pächter selbst überlassen. Die Vorgabe lautet jedoch: Alles bio! Ob Saatgut oder Jungpflanzen, Blumen oder Gemüse, alles muss aus dem Bio-Anbau stammen.

Gleiches gilt für die Schädlingsbekämpfung, auch dort sind chemische Spritzmittel und Dünger untersagt. „Wir sind ein Bioland zertifizierter Hof, da versteht es sich von selbst, dass wir ohne Herbizide und Pestizide auskommen”, betont Plessmann.

Sollten die Gärtner samt Schrebergarten jedoch von Problemen geplagt werden, steht die Biologin mit ihrem Team jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Ursula Fried und Renate Drove können sich mit der Idee, einen Schrebergarten auf Zeit zu bewirtschaften, durchaus anfreunden.

Beide besitzen keinen eigenen Garten und fänden es schön, nach der Arbeit direkt ins eigene Gemüsebeet zu steigen und ein bisschen in der Erde buddeln zu können. „Wir kaufen schon Jahre im Hofladen ein, würden aber gerne auch mal eigenes Gemüse ziehen”, sagt Renate Drove.

Den Wunsch nach eigenem Gemüse hat auch Christiane Dickmann, sie kam als Abordnung ihrer dreiköpfigen Wohngemeinschaft, um sich das Projekt anzusehen. „Wir haben zwar einen Garten, aber der ist so klein, dass man da gar nichts anbauen kann. Ich finde es hier sehr schön.”

„Bei uns wird es ein Familienprojekt”, sagt eine rüstige ältere Dame: „Wir sind zwei Großmütter mit jeweils einer jungen Familie und möchten das mal ausprobieren. Für die Kinder wird es doch bestimmt ganz wunderbar.”

Damit könnte sie Recht behalten, denn Plessmann plant einen Spielplatz direkt neben den Schrebergärten, auf dem sich Kinder tummeln können, während ihre Eltern und Großeltern Unkraut zupfen und die zarten Pflänzchen gießen. Das muss nämlich jeder Gärtner selbst machen, wobei Arbeitsgeräte und Wasser zur Verfügung gestellt werden.

Plessmann rechnet jedoch nicht mit mehr als zwei bis drei Stunden Gartenarbeit pro Woche. Sollte ein Pächter mal verhindert sein, ist das kein Problem: Ein Anruf genügt und das Team von Gut Hebscheid springt ein.

250 Euro kostet eine Parzelle und liefert den gesamten Gemüsebedarf für eine vierköpfige Familie oder Wohngemeinschaft. „Gesundheit, Spaß und Arbeit an der frischen Luft im Kreise Gleichgesinnter sind inklusive”, verspricht Plessmann.

Die nächsten Informationsveranstaltungen finden am Samstag, 27. Februar, und am Samstag, 27. März, jeweils um 15 Uhr auf Gut Hebscheid, Grüne Eiche 45, statt.

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