Gelungene Generalprobe: Aachen applaudiert Grybauskaite

Von: akai/luk
Letzte Aktualisierung:
Grybauskaite
Im Gespräch mit Bernd Mathieu: Dalia Grybauskaite. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es passte einfach alles. Am Nachmittag fiel noch Regen vom Himmel über Aachen, als dann Dalia Grybauskaite in ihrem schwarzen Kleid aber die Bühne auf dem Katschhof betrat, waren die Wolken wie weggeblasen und wichen einem strahlenden Blau. Und im Hintergrund grüßten dann auch noch die Domglocken - ein würdiger Empfang für die designierte Karlspreisträgerin.

Die litauische Präsidentin war schon den ganzen Tag durch Aachen getourt, besuchte Veranstaltungen, sprach vor Studenten an der RWTH. Dann wurde sie bei „Karlspreis LIVE“  der Bevölkerung auch offiziell vorgestellt. Einige hundert Aachener hatten sich auf dem Katschhof versammelt - und lauschten dem Gespräch zwischen Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, und Dalia Grybauskaite.

Und die Litauerin hatte dann auch gleich ein großes Lob in petto: Aachen sei eine vorbildliche europäische Stadt, lobte Grybauskaite, die schon öfter in der Domstadt zu Besuch war. Sie schätzt Aachen als attraktives Reiseziel, mag die reiche Stadtgeschichte, die große Universität. Und Printen: In einer ruhigen Minute hat die 57-Jährige Zeit gefunden, das traditionelle Aachener Gebäck für sich selbst und Freunde und Kollegen zu kaufen.

Das Hauptaugenmerk lag natürlich aber auf dem Karlspreis: „Ich gratuliere Aachen zur großartigen Idee des Karlspreises und ich bin glücklich, ein Teil dieses Festes zu sein“, freute sich die Litauerin. Und so waren Bernd Mathieu und die designierte Preisträgerin schnell beim Thema Europa. „Für uns Litauer war der Eintritt in die Europäische Union eine Frage des Überlebens und die Erfüllung unserer Träume“, erklärte Grybauskaite. Litauen erklärte sich erst 1990 als souveräner Staat, ist nun seit neun Jahren Mitglied der EU. Als die Finanzkrise auch ihr Land fest im Griff hatte, war die Präsidentin mit gutem Beispiel vorangegangen und hatte auf die Hälfte ihres Gehalts verzichtet. 

Und Europa nimmt in ihrem Denken ohnehin eine starke Stellung ein. Auf Bernd Mathieus Frage, was sie denn an Europa noch verbessern würde, hatte die Präsidentin dann auch gleich eine Antwort: Die Entscheidungsprozesse würden in manchen Fällen zu lange dauern. Wenn man wisse, was man tut, sagte Grybauskaite, dann müsse man auch schnell Ergebnisse produzieren. Es sei dabei sehr wichtig, dass sich junge Leute für Europa engagieren, erklärte die 57-Jährige - und beglückwünschte damit gleichzeitig die Träger des Jugendkarlspreises, die mit ihrer auf der Bühne auf dem Katschhof standen.

Stets diszipliniert und verantwortungsbewusst kam die litauische Präsidentin rüber, dabei aber immer überaus sympathisch. Folglich gab's großen Applaus von den Aachenerin. Und so dankte Grybauskaite zum Abschluss für die herzliche Aufnahme. Von einem Chor aus ihrer Heimat bekam sie - als sie von der Bühne schritt - noch ein spontanes Ständchen gesungen. Dann ging's auf zum großen Essen in die Aula Carolina.

Stärken sollte sich Dalia Grybauskaite dann auch. Schon am Donnerstag geht das Programm für sie weiter: Der Dombesuch steht am Morgen an, um 11.15 startet die Karlspreisverleihung dann im Rathaus. Und um 13 Uhr wird die Litauerin dann noch einmal auf der Bühne auf dem Katschhof stehen. Dann nicht mehr als designierte Karlspreisträgerin, sondern als „echte“.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert