Aachen - Geldgeber fürs Karlsjahr 2014 noch gesucht

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Geldgeber fürs Karlsjahr 2014 noch gesucht

Von: Gerald Eimer
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Die Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800 in Rom: Auch dieses Ereignis setzt der Film „Karl der Große“ in Szene, der am 16. April den Aachenern vorab gezeigt wird. Foto: taglicht media/pre TV
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Der 1200. Todestag Karls des Großen wird in Aachen 2014 groß gefeiert. Foto: Imago/Rudolf Gigler

Aachen. Die Werbung für die Karls­ausstellung anlässlich des 1200. Todestages von Karl dem Großen im nächsten Jahr ist angelaufen und trägt offenbar erste Früchte. Auf der Berliner Reisemesse ITB stoße das Projekt auf großes Interesse, teilte Kulturdezernent Wolfgang Rombey am Mittwoch den Politikern im Hauptausschuss mit.

Erste Anfragen und Buchungen gingen bereits im Aachener Tourist-Service ein. Der guten Nachricht folgte jedoch auch eine schlechte: Noch immer ist die Finanzierung des wichtigsten Ausstellungsvorhabens der Stadt im Jahr 2014 unsicher.

Bis April werde die Finanzierung stehen, gibt sich Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs, zuversichtlich. Gleichwohl kann die Stadt bisher nur zu einem geringeren Teil auf schriftliche Zusagen von Sponsoren und öffentlichen Einrichtungen bauen. Die Kosten für „Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ – eine dreigeteilte Ausstellung, die vom 20. Juni bis 21. September 2014 in Rathaus, Centre Charlemagne und Domschatzkammer gezeigt wird – sind mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt.

Der städtische Eigenanteil ist mit einer halben Million Euro angesetzt, doch am Ende könnte der städtische Beitrag höher sein, wie im Hauptausschuss deutlich wurde. Ohnehin ist die Finanzlage im kulturellen Bereich wegen des Karlsjahrs angespannt. So dürfen die städtischen Museen keine Verträge für Ausstellungsvorhaben im nächsten Jahr abschließen, solange die Bewilligungsbescheide für die Karlsausstellung fehlen.

Mindestens eine Million Euro will die Stadt aus Bundes- und Ländereinrichtungen einwerben. Unter anderem habe die NRW-Kulturministerin Ute Schäfer eine halbe Million in Aussicht gestellt haben, wie der SPD-Landtagsabgeordnete Karl Schultheis mitteilte. Weiteres ist offen.

Ähnlich vage sind die Mitteilungen über die Sponsoren: Die Sparkasse will eine halbe Million beisteuern, die Aachen-Münchener weitere 250.000 Euro. Mündliche Zusagen habe der Oberbürgermeister laut Rombey zudem für eine halbe Million Euro. Demnach würden immer noch 250.000 Euro fehlen, um den Planansatz von 1,5 Millionen Euro zu erreichen.

Auf der sicheren Seite

Eher auf der sicheren Seite sieht sich die Stadt bislang demnach einzig bei den kalkulierten Besuchereinnahmen. Mit einer halben Million Euro seien die eher „konservativ kalkuliert“ – jedenfalls dann, wenn man die zurückliegenden Großausstellungen wie „Ex oriente“ im Jahr 2003 oder „Krönungen“ (2000) zum Maßstab nimmt.

„Wir müssen eine ordentliche Finanzierung hinkriegen, um all das Schöne präsentieren zu können“, drängt Schultheis, der zugleich mahnt, dass dies nicht zum Schaden der anderen Museen passieren dürfe, „von denen auch Erfolge erwartet werden“. Verwaltung und schwarz-grüne Ratsmehrheit geben sich noch gelassen. „Wir sind zuversichtlich, das Budget noch stärken zu können“, sagt Kulturdezernent Rombey. „Wir haben ja noch Zeit“, meint CDU-Kulturpolitikerin Margrethe Schmeer, die nicht zuletzt darauf hofft, dass der jüngste IHK-Appell fruchtet und weitere Sponsoren motiviert, die Karlsausstellung zu unterstützen.

Derweil seien die Vorbereitungen für die drei Ausstellungsteile laut Kulturbetriebschef Müller „auf einem guten Stand“. Meisterwerke der karolingischen Hofwerkstätten werden im Centre Charlemagne präsentiert, „Verlorene Schätze“ sollen derweil zurück in die Domschatzkammer geholt werden. Im Krönungssaal werden schließlich Orte der Macht dargestellt – dies nicht zuletzt auch mit Unterstützung der Kölner Filmfirma „Taglicht“. Sie hat das Dokudrama „Karl der Große“ produziert, das am 1. Mai in der ARD gezeigt wird und auf das die Stadt auch bei der Ausstellung zurückgreifen will. So könne „Taglicht“ Filmsequenzen und Computersimulationen zur Verfügung stellen.

Auch für Schulklassen

In diesem Zusammenhang können sich die Aachener schon im nächsten Monat auf einen Höhepunkt freuen, wie Müller bekanntgab. Denn vor der Fernsehpremiere haben alle Aachener Gelegenheit zu einer einzigartigen Preview.

Am Dienstag, 16. April, wird der Film in allen Sälen von Cinekarree und Eden uraufgeführt. Vorstellungen sind ganztags ab 11 Uhr angesetzt, was auch Schulklassen zum Besuch des 90-minütigen Streifens über Karl den Großen animieren soll. Die Eintrittspreise standen bis gestern noch nicht fest, sollen aber laut Olaf Müller „sehr sozialverträglich“ sein.

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