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Gelder bei der Awo veruntreut?

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Die Aachener Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat am Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue beziehungsweise der Beihilfe dazu gegen ihren ehemaligen Geschäftsführer und den früheren Leiter der Buchhaltung erstattet.

Den Strafverfolgern sei umfangreiches Beweismaterial zur Verfügung gestellt worden. „Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Karl Schultheis, und die heutige Geschäftsführerin Gabriele Niemann-Cremer haben sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem detaillierte Recherchen mit der Unterstützung eines renommierten Aachener Wirtschaftsprüfungsunternehmens schwerwiegende Verdachtsmomente ergaben”, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Awo-Kreisverbandes Aachen-Stadt. Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre zum dritten Mal in drei Jahrzehnten eine Aachener Hilfsorganisation von leitenden Mitarbeitern geschädigt worden.

Nachdem Geschäftsführer L. in Altersteilzeit gegangen sei, habe man die Prüfung in Auftrag gegeben, um sich Klarheit über die finanzielle Lage zu verschaffen, teilte Schultheis auf Anfrage mit: „Dabei sind finanzielle Unregelmäßigkeiten aufgefallen, die aus unserer Sicht strafwürdig sind.” Über deren Größenordnung könne er derzeit noch nichts sagen, es handele sich aber nicht um Bagatellbeträge. Es seien auf jeden Fall Gelder so verwendet worden, wie sie „nicht Zweck der Awo und ihrer Unternehmen sind”.

Der Name L. war bereits vor fünf Jahren im Zusammenhang mit der „Dienstwagen-Affäre” beim Deutschen Roten Kreuz in Aachen genannt worden. Dessen Geschäftsführer wurde wegen Untreue in 22 Fällen vom Landgericht Aachen zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er unter anderem Dienstwagen ohne Genehmigung geleast und privat genutzt hatte, darunter auch eine Corvette. Geschädigt wurde auch eine gemeinsame Dienstleistungsfirma von DRK und Awo, in der der DRK-Mann und L. beide Geschäftsführer waren. Schultheis: „Damals hat es sicherlich eine Reduzierung seiner Bezüge gegeben.” Die jetzigen Vorwürfe stünden allerdings nicht in Zusammenhang mit diesen Vorgängen. Das DRK hatte damals erklärt, dass die Kontrollen verschärft würden.

Ebenfalls bundesweites Aufsehen hatte Anfang der 1980er Jahre der Fall eines MHD-Diözesanleiters erregt. Ihm wurde zusammen mit anderen die Veruntreuung von insgesamt 650.000 Mark zur Last gelegt, die teilweise aus Spenden und aus staatlichen Zuschüssen stammten. Das Landgericht Aachen verurteilte ihn 1981 zu fünf Jahren Freiheitsentzug.
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