Aachen - „Geige und Klavier macht ja jeder“

„Geige und Klavier macht ja jeder“

Von: Nina Krüsmann
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Beim Harfen-Spiel können sie wunderbar entspannen: (v.l.) Die begabten Nachwuchs-Musikerinnen Esra Mutlu u. Dana Fröhlich. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Hauptsache Musik“, schmunzelt Esra Mutlu über ihre große Leidenschaft. Die 18-jährige Aachenerin hat gemeinsam mit Dana Fröhlich aus der Harfenklasse von Agnieszka Gralak der Musikschule Aachen den zweiten Platz beim Bundesfinale von „Jugend musiziert“ in Nürnberg erreicht.

Wie viel Spaß den beiden jungen Frauen die Musik und insbesondere das Spiel auf der Harfe macht, ist deutlich spürbar.

Seit einem Jahr spielen beide zusammen, nachdem sie zum Abschied des ehemaligen Generalmusikdirektors am Theater Aachen Marcus R. Bosch erstmalig gemeinsam aufgetreten waren. „Wir haben einfach gut zusammen gepasst, da hat die Chemie und vor allem die Harmonie gestimmt“, meint Dana. Beide waren zuvor schon in Einzelwertungen bei „Jugend musiziert“ angetreten, Dana unter anderem 2011 im Landesfinale. Über den gemeinsamen Unterricht in der Harfenklasse und ein zweites Hobby, das Tanzen in der Gruppe „Dance Loft“, hatten sich die beiden Schülerinnen dann kennengelernt.

Vor dem großen Finaltag haben die beiden jeden Tag geübt, sonst zweimal pro Woche. Natürlich haben sie auch daheim eine Harfe, denn sonst kommt man ja aus der Übung. Im Wettbewerb ging es darum, Stücke aus drei Epochen zu spielen, nämlich Klassik, Romantik und Moderne. Insgesamt rund 20 Minuten dauert die Prüfung. „Bei dem modernen Stück schlagen wir auf den Resonanzkörper und die Harfensaiten, machen mit dem Fingernagel oder dem metallischen Stimmschlüssel zusätzliche Effekte“, erklärt Dana.

Als Duo muss man das Tempo gemeinsam halten, dynamisch miteinander spielen, erklären die jungen Musikerinnen. „Natürlich ist es zu zweit leichter sich gegenseitig zu helfen, die Pedale einzustellen und man ist auch nicht so nervös, wenn es an den Wettbewerbsbeitrag geht“, erzählt Dana. „Ich wollte immer unbedingt Harfe spielen, denn Geige und Klavier spielt ja jeder“, meint Esra, die seit acht Jahren Harfe spielt und nach dem Musikstudium gerne in einem Orchester arbeiten würde. Die Warteliste in Aachen ist oft lang, 18 Schüler betreut Agnieszka Gralak derzeit.

Auch wenn Dana sich nach ihrem Schulabschluss am St. Ursula-Gymnasium nun für ein Medizin-Studium bewirbt, wird das Harfenspiel ihr privater Ausgleich bleiben. „Dabei kann ich wunderbar entspannen“, sagt sie. Esra bewirbt sich nach dem Abitur am Kaiser-Karl-Gymnasium derzeit in Köln, Düsseldorf, Essen und Detmold für einen vierjährigen Bachelorstudiengang in Harfe und Klavier.

„Die Harfe wird immer beliebter und ist eigentlich gar kein so exotisches Instrument. Im Orchester ist sie natürlich besonders sichtbar“, meint Lehrerin Gralak, die die Leistung der beiden Schülerinnen als großen Erfolg wertet. „Man sollte viel Freude an der Musik, Geduld zum Üben und Notenkenntnisse mitbringen, wenn man Harfe lernen will. Und schließlich spielen Koordination und Konzentration eine Rolle wie bei jedem anderen Instrument auch“.

„Für mich kam nie ein anderes Instrument in Frage“, betont Dana, die mit drei Jahren die Harfe in einer Fernsehsendung für sich entdeckte. Mit fünf Jahren ging es an die musikalische Früherziehung. „Damals zeiget ich zuhause auf einen Eierschneider in der Küche und erklärte, auf so etwas spielen zu wollen und meinte die Harfe“, schmunzelt sie. Mit sechseinhalb Jahren ging es mit der Harfe los und diese große Leidenschaft ist bis heute geblieben.

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