„Gedächtnis der Stadt“ soll sich mehr für die Aachener öffnen

Von: Margot Gasper
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Jetzt ist es offiziell: Kulturdezernentin Susanne Schwier überreicht dem neuen Leiter des Stadtarchivs, René Rohrkamp, die Ernennungsurkunde zum Städtischen Archivrat. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Wir freuen uns, dass Sie da sind!“ Mit herzlichen Worten begrüßte Aachens Kulturdezernentin Susanne Schwier am Mittwoch den neuen Chef des Stadtarchivs. Dr. René Rohrkamp übernimmt am 1. Dezember die Oberaufsicht über die umfangreichen Datenbestände in der Nadelfabrik am Reichsweg.

Die Ernennungsurkunde zum Städtischen Archivrat, die der 37-Jährige im Verwaltungsgebäude Mozartstraße im Empfang nahm, machte die Sache jetzt ganz offiziell. Mit seiner neuen Wirkungsstätte ist der neue Archivleiter aber schon bestens vertraut.

Material aus dem Mittelalter

„Das Archiv ist das Gedächtnis der Stadt“, sagte Schwier. Die Unterlagen, die dort aufbewahrt werden, reichen bis ins Mittelalter zurück. Da sei eine kompetente Leitungskraft enorm wichtig. Rohrkamp wird Nachfolger des langjährigen Archivleiters Dr. Thomas Kraus, der sich im Frühjahr in den Ruhestand verabschiedet hatte.

Ausdrücklicher Wunsch der Kulturdezernentin: Unter Rohrkamps Leitung soll sich das Stadtarchiv noch stärker öffnen. „Wir müssen die Leute reinlocken, und wir müssen rausgehen zu ihnen“, betonte Schwier. Seit Frühjahr 2012 ist das Archiv modern und zeitgemäß in der Nadelfabrik untergebracht.

Diese „wunderschönen Räume“ gelte es, mit Leben zu füllen: „Wir haben hier unglaubliche Schätze, die von großem Interesse sind.“ René Rohrkamp will sich dieser Herausforderung gerne stellen. „Unsere Aufgabe ist es, diese Schätze zu heben und zur Verfügung zu stellen.“

Das Stadtarchiv bewahrt eine riesige Menge an Material auf. Aneinandergelegt würden all diese Archivalien eine Strecke von zehn Kilometern ergeben. Einiges an Material ist allerdings gerade erst im „neuen“ Archiv am Reichsweg angekommen.

Es handelt sich um städtische Akten aus vielen Jahrzehnten, die bisher eher provisorisch in Kellern gelagert wurden, etwa im Grashaus, wo früher das Stadtarchiv untergebracht war. „Mehrere Kilometer Schriftgut sind gerade erst bei uns angekommen“, erklärt Rohrkamp. „Es ist unsere Kernaufgabe, diese Akten zu erschließen und möglichst zu digitalisieren.“

Der neue Stadtarchivar hofft, auch die wissenschaftliche Forschung für diese Unterlagen zu begeistern. „Die Nachkriegszeit, zum Beispiel die 1940er und 1950er Jahre – das gibt reichlich Stoff her für fundierte wissenschaftliche Arbeiten.“

Anlaufstelle für Ahnenforscher

Aber nicht nur die Wissenschaft kommt im Stadtarchiv auf ihre Kosten. Auch Ahnenforscher gehen hier auf Spurensuche. „Jeder kann zu uns kommen und selbst suchen“, betont Rohrkamp. Mit Hilfe von Geburts-, Sterbe- und Heiratsurkunden kann man Familienstammbäume über Generationen zurückverfolgen.

„Register für den Zivilstand gibt es in Aachen erst seit der Franzosenzeit“, erklärt der Archivleiter. Über die Zeit davor können Kirchenbücher Aufschluss geben. „Ich würde auch gerne wissen, wo ich herkomme“, bekannte Irit Tirtey, stellvertretende Leiterin des Aachener Kulturbetriebs, die ebenfalls an der offiziellen Ernennung des neuen Archivleiters teilnahm.

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