Aachen - Gebührenerhöhung: Erste Marktbeschicker bangen schon um Existenz

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Gebührenerhöhung: Erste Marktbeschicker bangen schon um Existenz

Von: Gerald Eimer
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Richtig geschockt: Bernd Krämer, Vorsitzender der IG Aachener Wochenmarktbeschicker, kann kaum glauben, welche Gebührenerhöhung auf ihn und seine Kollegen zukommt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nach den Haushaltsberatungen verkündeten die Vertreter der schwarz-grünen Ratsmehrheit noch, dass die Gebühren im nächsten Jahr stabil bleiben würden. Doch nun will die Stadt die Marktbeschicker in Aachen mit einem satten Aufschlag von 38 Prozent auf die Standgebühren zur Kasse bitten. Die Aufregung auf den Wochenmärkten ist nach Bekanntwerden der Pläne groß.

Grund für die geplante Gebührenerhöhung seien stark gestiegene Personal- und Verwaltungskosten für die Wochenmärkte, argumentiert die Stadt. Knapp 147000 Euro müsse die Stadt im kommenden Jahr für Organisation, Bewirtschaftung, Steuern und Reinigung der Märkte aufbringen. Im Gegenzug seien im vergangenen Jahr jedoch nur knapp 107000 Euro über die Marktgebühren eingenommen worden.

Um das auszugleichen, sollen die Beträge für die Standflächen in allen drei Tarifzonen – erstmals seit Mai 2005 – deutlich angehoben werden: Am Markt, in Burtscheid, Rothe Erde, Münsterplatz, Kronenberg und Neumarkt von 1,66 auf 2,29 Euro je Quadratmeter. In Brand und Eilendorf von 1,50 auf 2,07 Euro und in Haaren, Kornelimünster und Richterich von 1,30 auf 1,79 Euro.

Was sich zunächst verkraftbar anhört und auch in einer Beispielrechnung der Verwaltung als erträglich liest (monatlich 11,40 Euro mehr für einen 20-Quadratmeter-Stand in Tarifzone II), löst bei den Marktbeschickern ganz andere Reaktionen aus.

„Ich bin offiziell noch gar nicht informiert“, betont Bernd Krämer, Vorsitzender der IG Aachener Wochenmarktbeschicker, „aber was ich jetzt höre, hat mich richtig geschockt.“ Er macht eine andere Rechnung auf als die Stadt und kommt für sich und seine Kollegen locker auf eine Mehrbelastung von mehreren 1000 Euro im Jahr.

Denn viele Stände seien 30 bis 60 Quadratmeter groß, einige Beschicker seien mit sechs oder gar acht Ständen pro Woche in Aachen dabei. „Da kommt richtig was zusammen“, sagt er. Und das in einer Stadt, die ohnehin die höchsten Gebühren im Umkreis nehme.

Fraglich, ob die Gebührenerhöhung für alle zu verkraften ist. „Für einige könnte es an die Existenz gehen“, fürchtet Krämer, denn die Krise und die leeren Portemonnaies der Verbraucher kriegen auch die Marktbeschicker zu spüren.

Beschluss am 19. Dezember

Als besonders ärgerlich empfindet er das Tempo, das jetzt vorgelegt wird: Am 4. Dezember wird das Thema erstmals in einem Ausschuss politisch beraten, am 19. Dezember soll der Rat die neue Satzung beschließen. Er selbst habe am 3. Dezember einen Termin bei der Stadt. Worum es geht, weiß er noch nicht. Zeit, mit seinen Kollegen zu sprechen und eine gemeinsame Stellungnahme abzugeben, bleibt da nicht.

Halb verbittert, halb scherzhaft meinte er gestern: „Ich hoffe nicht, dass die Stadt nun mit unseren Standgebühren die Alemannia retten muss.“

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