Geballter Zorn der Preuswalder zielt auf Michael Rau

Von: Wolfgang Schumacher
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Proteste: Die Familien im Preu
Proteste: Die Familien im Preuswald wollen die Situation dringend ändern. Müll liegt herum und Wohnungen verkommen, die Kita ist zu klein. Das soll sich mit einer Zukunftswerkstatt ändern. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Etwa 50 Anwohner aus dem Wohngebiet Preuswald haben vor der Sitzung des Planungsausschusses gegen die Untätigkeit der Ratsmehrheit und der Stadt demonstriert.

Sie hielten im Foyer des Rathauses Transparente hoch mit Parolen wie „Grüner Wortbruch” oder der „Gegenwind im Preuswald heißt Rau” und „Wir sind keine Bürger 2. Klasse”. Die Politiker hätten versprochen, eine Zukunftswerkstatt einzurichten, um die vielfältigen Probleme der Siedlung Preuswald zu lösen, erinnerten die Bürger an Versprechungen, die insbesondere durch den Widerstand des Grünen Ratsherrn Michael Rau nicht eingehalten würden.

Um den Mitgliedern des Planungsausschuss ein wenig Dampf zu machen, wollten die Preuswalder - sie kamen sogar mit Kindern - ihre Transparente im Ratssaal aufbauen, dort sollte der Ausschuss zusammen mit dem Schulausschuss tagen. Doch der Ausschussvorsitzende Harald Baal (CDU) bestand darauf, dass die Bürger ihre frechen Plakate an der Garderobe abgeben mussten. FDP-Frau Sigrid Moselage versuchte noch, den harschen Vorsitzenden (Baal: „Ich erinnere hier nur an die Rechtslage”) mit dem Argument umzustimmen, man habe nicht das erste Mal bei vorgehaltenen Plakaten im Ratssaal diskutiert. Doch Baal blieb unbeugsam, die Preuswalder setzten sich ohne ihre Plakate in den Saal. Selbstverständlich bedachten sie mit App­laus, dass das eigentlich in nichtöffentlicher Sitzung vorgesehene Thema Weiterentwicklung „Preuswald” jetzt zumindest teilweise öffentlich behandelt werde. Seitens der Verwaltung berichtete Hans Körfer den Sachstand. Das Ergebnis war nicht sehr erhellend, da wesentliche Gesprächsergebnisse mit der Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington nicht offen gelegt wurden.

Seit etwa zwei Jahren plane man, so hatten die Sprecherinnen der Initiative Hannah Dorner-Bachmann und Roswitha Hoefeld-Awiszus im Vorfeld den „Nachrichten” berichtet, die „Zukunftswerkstatt Preuswald”. Man tue dies, um dem Viertel neue Strukturen zu geben. Oberbürgermeister Marcel Philipp habe das Thema noch im Herbst letztes Jahr zur Chefsache gemacht, aber nichts rühre sich. Seit die Grünen mit Sprecher Michael Rau sich gegen eine Zukunftswerkstatt aussprächen, geschehe nichts mehr in dieser Sache, beschwerten sich die Anwohner.

Michael Rau (Grüne) bat in der Sitzung die Bürger um mehr Geduld. Man müsse „den großen Wohnungseigentümer” - die Annington verwaltet dort 650 Einheiten - mit ins Boot holen, anders gehe das nicht. Dann werde man eine Bürgerwerkstatt einrichten. Die SPD mit Sprecher Norbert Plum warf dem Grünen Rau Wortbruch gegenüber den Anwohnern vor, die FDP schloss sich an. An-dreas Müller (Linke) bekräftigte, die „Gesellschaft” habe nur kurzfristige Gewinne im Sinn und sei deswegen kaum an Wohnumfeldverbesserungen interessiert.
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