Aachen - Gebäudereiniger für Transparenz auch bei Tarifen

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Gebäudereiniger für Transparenz auch bei Tarifen

Von: Lena Feuser und Judith Reinders
Letzte Aktualisierung:
Gebäudereiniger
Viele Gebäudereiniger arbeiten unter prekären Bedingungen. Foto: dpa

Aachen. „Es soll immer mehr geschafft werden in immer weniger Zeit“, erklärt Detlef Ptak, Obermeister der Innung des Gebäudereiniger-Handwerks Köln-Aachen. So komme es dazu, dass viele Arbeitnehmer länger arbeiten müssen, als ihnen bezahlt wird.

Dieses Problem gibt es in vielen Branchen, aber vor allem beim Gebäudereinigungs-Handwerk. Detlef Ptak und Manfred Lindgens, Vorstandsmitglied der Innung, sowie Vera Bortz und Stephan Schaffrath vom städtischen Gebäudemanagement und Güngör Özkul, Organisationssekretär im Bereich Gebäudereinigung der IG Bauen-Agrar-Umwelt, wollen diesem Problemen entgegenwirken.

Sie haben eine „Qualitätsoffensive“ ins Leben gerufen und sich das Ziel gesetzt, Arbeitergeber und -nehmer über deren Rechte und Pflichten zu informieren. Dazu wurde nun bereits die dritte Auflage eines Flyers gedruckt, der über die gesetzlichen Mindestarbeitsbedingungen aufklärt und Arbeitnehmer ermutigen soll, über Probleme, Sorgen und Fragen zu reden. Etwa im Hinblick auf den bundesweit geltenden Mindestlohn und die aktuellen Tarifverträge. „Viele Beschäftigte wissen gar nicht, was sie für Rechte haben“, sagt Güngör Özkul.

Die 3000 Flyer sind in Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch und Russisch gedruckt und werden über neutrale Personen, zum Beispiel Hausmeister, direkt an die Mitarbeiter übermittelt. Die fünf Fachleute wollen so auch einen Beitrag leisten für mehr Transparenz und geregelte Arbeitsverhältnisse. Sie setzen auf langfristige Verträge, Qualitätskontrollen und enge Zusammenarbeit, um einen hohen Reinigungsstandard zu erreichen und schwarze Schafe abzuschrecken.

Alle Beteiligten betonen, dass sie mit dem Schulterschluss schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hätten. Auch weiterhin wollen die Institutionen daher zusammenarbeiten und bis 2015 den nächsten Flyer entwerfen. „Es knackt immer mal hier und da, aber die Zusammenarbeit klappt gut und ist bundesweit einmalig“, erklärt Ptak.

Vor allem hoffen die Initiatoren, dass diese Idee der Aufklärung über die Grenzen der Stadt Aachen hinaus wirkt. Angestrebt wird, dass die Städteregion oder auch andere Kommunen den Flyer in Zukunft übernehmen. „Denn jede Arbeit ist ihren angemessenen Lohn wert und soll vernünftig bezahlt werden“, betont Ptak und spricht damit nicht nur seinen Kollegen aus der Seele.

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