Aachen - Gebäude auf dem Tiefgaragendach?

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Gebäude auf dem Tiefgaragendach?

Von: Achim Kaiser
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Eurogress: Auf dem Parkdeck an der Monheimsallee soll nach Vorstellungen der SPD ein multifunktionales Gebäude für zusätzliche Kongresse und kulturelle Veranstaltungen entstehen. Dafür sollen Privatinvestoren in Form eines Wettbewerbs gefunden werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Eurogress platzt aus allen Nähten. Es brauche zusätzliche Flächen für Kongresse und Veranstaltungen, um der großen Nachfrage nachzukommen, sagt Geschäftsführerin Kristina Wulf. Allein für 2013 habe sie 71 Anfragen für Veranstaltungen im Euro­gress ablehnen müssen.

„Bei 255 Veranstaltungen im vergangenen Jahr ist das eine Quote von fast 30 Prozent. Das ist schon eine Menge“, rechnet Wulf vor. Und auch für dieses Jahr habe sie schon 43 Absagen erteilen müssen.

Um den Kongressstandort in der Innenstadt zu erhalten und zu stärken, soll die Fläche auf der Tiefgarage an der Monheimsallee bebaut werden. Dort könnte ein multifunktional nutzbarer Großraum für Kongresse und kulturelle Veranstaltungen errichtet werden. Diese Idee wird von SPD und CDU getragen, auch Eurogess-Chefin Wulf könnte sich damit anfreunden, passiert ist bislang nichts.

Um etwas Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, ist die SPD nun vorgeprescht in Form eines Ratsantrags. Darin regt sie an, einen „Investorenwettbewerb für eine Bebauung“ unter anderem für den Bereich des Parkdecks, „aber auch direkt an der Stelle des heutigen Lenée-Pavillons auszuschreiben“.

„Die Haushaltslage der Stadt ist angespannt, deshalb müssen wir neue Wege gehen“, erläutert der SPD-Vorsitzende Karl Schultheis. Da das Grundstück der Stadt gehört, müssten die Rahmenbedingungen für Erbbaurecht geregelt werden. Auch müssten die Möglichkeiten, so SPD-Ratsherr Björn Jansen, eines „Public-Private-Partnership-Projekts“ geprüft werden. Das heißt, die Frage müsste geklärt werden, inwieweit eine vertragliche Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privatrechtlich organisierten Unternehmen möglich ist.

„Es geht nicht um eine Ausweitung der Kongressgebäude in den Kurpark hinein, sondern um eine optimale Nutzung des Tiefgaragendaches“, betonen Schultheis und Jansen. Bedenken beispielsweise der „Initiative Kaiserplatz“, dass das Bauvorhaben auf Kosten des Grüns in der Stadt durchgezogen werde, zerstreut die SPD.

Dass der Rasen auf dem Dach verloren ginge, sei nicht zu vermeiden. Das Grün im angrenzenden Kurpark bliebe aber unangetastet, weil es unter Denkmalschutz stehe. Deshalb sei ein Neubau auf diesem Areal ausgeschlossen – auch wenn Kristina Wulf ein direkt an das Eurogress angrenzendes Gebäude als Optimallösung angesehen hätte. Aber sie gibt sich auch mit der zweitbesten Lösung zufrieden: „Ich denke, dass der Weg vom Eurogress bis zum Parkhaus zumutbar wäre.“ Wichtig ist ihr, dass der innerstädtische Standort erhalten bleibt.

Kapazitätsprobleme

Das sieht die SPD ähnlich. „Von den 116.000 sozialversicherten Beschäftigen in Aachen, sind 42 Prozent in den Bereichen, Forschung, Wissenschaft und Bildung tätig. Auch deshalb muss das innerstädtische Kongresszentrum ausgebaut werden“, fordert Jansen. Es könne nicht sein, dass aufgrund von Kapazitätsproblemen Kongresse nach Köln oder Frankfurt verlegt würden. „Wenn das so käme, hätten wir ein großes wirtschaftliches Problem in der Stadt.“

Die Größe des Gebäudes mit Platz für mehr als 500 Tagungsgäste hinge davon ab, wie viel die Fläche hergibt, sagt SPD-Chef Schultheis, der sich gut vorstellen kann, dass Investoren ihr Interesse an dem Projekt bekunden. Es sei, so OB-Kandidat Jansen, „eine Investition, die sich rechnet“, denn es käme ein „Vielfaches“ zurück.

Der Ausschreibungstext für den Investorenwettbewerb, wenn denn die politische Mehrheit dem zustimmt, sollte, so die SPD, vor seiner Veröffentlichung vom Planungs- und Betriebsausschuss Eurogress abgesegnet werden.

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