Gaspipeline „Zeelink“: Verdichterstation nicht in Verlautenheide

Von: akai
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Im Streit um eine geplante Erdgastrassenführung durch Aachener Gebiet kann die Stadt einen ersten Teilerfolg gegen die „Open Grid Europe“ (OGE) verbuchen. Der Energieriese will eine für die neue „Zeelink“-Pipeline wichtige Verdichterstation nicht wie ursprünglich geplant in Verlautenheide, sondern auf der anderen Seite der A4 bauen.

„Der Standort in Aachen ist nicht genehmigungsfähig“, sagt OGE-Sprecher Helmut Roloff. Auf dem von dem Großkonzern ins Auge gefassten Areal liege eine römische Villa Rustica, ein Bodendenkmal, das nicht beschädigt werden dürfe.

Fündig geworden sind die OGE-Planer nur ein paar hundert Meter entfernt von Verlautenheide auf Würselener Stadtfläche. Dort soll die Station auf einem 5,5 Hektar großen Grundstück gebaut werden.

Im Gegensatz zu Aachen, wo es vor allem in Verlautenheide und Haaren großen Protest nach dem Bekanntwerden der Pläne gab, stehen die Würselener Umweltpolitiker dem Projekt wohlwollend gegenüber. „Dort will man uns haben“, sagt Roloff.

Die neue 215 Kilometer lange „Zeelink“-Pipeline soll vom belgischen Lichtenbusch über den Niederrhein bis nach Westfalen führen. Kostenpunkt: 600 Millionen Euro. Datum der Fertigstellung: 31. März 2021.

Sinn und Zweck der Investition, die sogenannte „Versorgungssicherheit“, stellt die Stadt nicht in Frage, aber die beiden von der OGE vorgeschlagenen Verlaufsvarianten der „Korridore“ durch städtisches Gebiet lehnt sie wegen gravierender Eingriffe in die Natur bedingungslos ab. Am Mittwoch hat der Rat die eindeutige Absage der Verwaltung mit einer einstimmigen Beschlussfassung auch politisch untermauert.

Als Alternativlösung hat die Stadt eine seit 2008 reservierte Trasse ins Gespräch gebracht, die seinerzeit von RWE nicht gebaut wurde. Mittlerweile ist der belgische Fluxis-Konzern Inhaber dieser Trassenrechte. Und OGE bestätigt, dass man in ersten Gesprächen sei, ob dieser Korridor genutzt werden könne. Die Pipelineplaner brauchen Planungssicherheit, Streit mit der Stadt trägt nicht dazu bei.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert