Gaspipeline-Trassen stoßen auf Ablehnung

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Das laufende von der Kölner Bezirksregierung geführte Raumordnungsverfahren für die von der ehemaligen E.ON-Ruhrgas (jetzt Open Grid Europe) geplanten Gaspipeline-Trasse rund um Aachen schlägt nicht nur in der Verwaltung hohe Wellen.

Auch in der Politik stößt es in der vorgeschlagenen Form auf breite Ablehnung.

Bei einer Realisierung der Gasleitung würde es gravierende Einschnitte in die hiesige Landschaft geben. Scharfe Kritik kommt auch aus den Außenbezirken. Hier haben die zuständigen Bürgerschaftsvertreter in den Bezirksvertretungen Haaren, Richterich und Laurensberg schon einstimmig die jetzige Planung verworfen.

Im Planungsausschuss trug Fabian Kumkar, Leiter der Abteilung vorbereitende Bauleitplanung bei der Stadt, die Knackpunkte des Großvorhabens und die massiven Einwände der Verwaltung vor. Ans Gasnetz soll das Projekt im Jahr 2021 gehen.

Dabei soll die Trasse in einer kürzeren Variante (Seelink I) vom belgischen Lichtenbusch aus um den Süden Aachens herum bis zum Aachener Kreuz geführt werden, eine Ersatztrasse (Seelink II) sieht eine wesentlich längere „Nordumgehung“ um die Stadt vor, hier verlässt die Pipeline ebenfalls am Aachener Kreuz das Stadtgebiet, hoch umstritten dabei gleichfalls eine Gasverdichterstation in Verlautenheide, für die es ein eigenes Planverfahren gibt.

Die Stadt selber – wie jeder einzelne Bürger – kann noch bis zum 1. Juli 2016 bei der Bezirksregierung Köln Einsprüche einreichen. Die Pläne liegen im Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße, Raum 400 und im Haus der Städteregion Aachen, Zollernstraße 10, Raum C136 aus.

Alle Fraktionen waren sich einig, dass zur Vermeidung unumkehrbarer Umwelteingriffe eine Sache geprüft werde, die für das Pipeline-Nadelöhr Aachen eine entscheidende Entlastung bedeuten könne.

So berichtete Kumkar über jene bereits in einem früheren Raumordnungsverfahren koordinierte „Mitteleuropäische Traversale“ (MET), deren Verlauf parallel zur A 44, dem als Belgien-Linie bekannten Autobahnabschnitt zwischen Lichtenbusch und Brand, verläuft und die seit 2008 von der Stadt für den Energieriesen RWE frei gehalten wird. Zehn Jahre ist die Trasse reserviert, sie würde 2018 frei werden, die Rechte liegen inzwischen bei Thyssen-Gas, erklärte Kumkar.

Über den Grund, warum „Open Grid Europe“ die RWE-Strecke nicht einbeziehe, konnte nur spekuliert werden. Zu teuer, zu kompliziert, niemand wusste es genau. Auch die Trasse eines Stromkabels soll möglicherweise mit einbezogen werden, hieß es weiter. Stadt und Politik fordern nun die Bezirksregierung auf, die RWE-Trasse „gründlich zu prüfen“ und im Verfahren „zu berücksichtigen“.

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