Aachen - „Gasautobahn” mitten durch die Soers

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

„Gasautobahn” mitten durch die Soers

Von: unserem Redakteur Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Von dieser „Autobahn” wird man nichts sehen und nichts hören - sie verläuft unterirdisch. Alles andere würde auch zum Volksaufstand führen, denn die Trasse schneidet die Soers und unterquert die Wurm. Und sie wird natürlich nicht fürs Blech gebaut, sondern für Gas.

Tatsächlich bezeichnen die Bauherrn, die „RWE Transportleitung Gas”, die neue Pipeline als „Gas-Autobahn”. Sie wird nämlich einen gewichtigen Beitrag zur Versorgung der Region leisten und macht Aachen noch stärker zum Drehkreuz internationaler Gasleitungen.

Die neue Pipeline bringt Nordseegas aus Norwegen via Emden nach Deutschland. Die Rohre haben einen Durchmesser von einem halben Meter, durch die das Gas mit bis zu 100 Bar gejagt wird. Das ist ein ungefähr 50 Mal so hoher Druck wie in einem Autoreifen.

Anders ausgedrückt: Dieser Druck entspricht in etwa jenem, der in 1000 Meter Wassertiefe herrscht. Am alten Zoll in Vetschau soll das Gas ankommen, dort soll auch eine neue Übergabestation gebaut werden. Von dort aus geht es nördlich von Richterich weiter, die Horbacher Straße wird gekreuzt, Uersfeld passiert.

Nach einem kurzen Stück über Herzogenrather Gebiet geht es bei Berensberg wieder auf Aachener Terrain weiter. Die Felder der Soers werden in einer geraden Linie durchkreuzt, der Soerser Weg wird unterquert, denn geht es unter der Autobahn hindurch weiter Richtung Hochbrück, unter der Wurm ebenso wie unter der Krefelder Straße hindurch bis nach Strangenhäuschen, wo die Pipeline im Bereich des Nato-Tanklagers unterirdisch an bestehende Leitungen angeschlossen wird.

Wie Petre Mielke, Sprecherin der „RWE Transportleitung Gas” erklärt, entspricht dies knapp neun Kilometern. Inklusive der neuen Station soll das Projekt neun Millionen Euro verschlingen. Baubeginn soll nach Möglichkeit im Sommer 2008 sein. Und dann geht alles ganz schnell. Bis zum Ende des kommenden Jahres muss alles fertig, die Pipeline am Netz sein.

Denn sie wird aus einem bestimmten Grund gebaut. Ende 2008 läuft ein seit 1984 bestehender Liefervertrag mit Russland aus. Um die Region weiter mit dem nötigen Gas versorgen zu können, sei die neue Leitung dringend erforderlich. Alle anderen Pipelines sind nämlich schon „ausgebucht”.

Die Stadt hatte dafür plädiert, die Leitung wie eine bereits bestehende durchs Wurmtal zu führen. Das aber wurde von der Bezirksregierung abgelehnt. Verhindern kann die Stadt den Bau ohnehin nicht, aber sie kann das Projekt begleiten. Was auch getan wird: Zu Fuß wurde der Streckenverlauf mit RWE abgegangen. Insbesondere in der Soers wurden die landschaftlichen Besonderheiten Punkt für Punkt besprochen.

Bei RWE wird über ein Aachener Fachbüro nun ein „landschaftspflegerischer Begleitplan” erarbeitet. Wie Petra Mielke betont, werde man äußerst sensibel vorgehen. So soll zum Beispiel keinesfalls zu Brutzeiten gebaut werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert