Gartentipps bei AN-Telefonaktion: Viele Fragen zu Rhododendron und Co.

Von: Achim Kaiser und Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:
6072715.jpg
Experten am Lesertelefon: Karl Josef Strank (l.) und Paul Gronen gaben zahlreiche Tipps rund um Garten und Beete. Auf alle Fragen hatte sie Antworten parat. Foto: Harald Krömer
6072710.jpg
Darf man im Herbst nicht zu kurz schneiden, sonst haben sie im Winter keinen Schutz vor Frost: Die Staude Phlox, die Hortensie oder auch den Rhododendron. Foto: stock/blickwinkel
6072711.jpg
Darf man im Herbst nicht zu kurz schneiden, sonst haben sie im Winter keinen Schutz vor Frost: Die Staude Phlox, die Hortensie oder auch den Rhododendron. Foto: stock/blickwinkel
6072712.jpg
Darf man im Herbst nicht zu kurz schneiden, sonst haben sie im Winter keinen Schutz vor Frost: Die Staude Phlox, die Hortensie oder auch den Rhododendron. Foto: stock/blickwinkel

Aachen. Drei bunte Gartennachschlagewerke hat Karl Josef Strank im Gepäck, als er am Dienstag ins Verlagshaus der „Aachener Nachrichten“ an der Dresdener Straße kommt. Der studierte Biologe und Geschäftsführer des Vereins Botanischer Garten Aachen hatte sich bestens präpariert für unsere Telefonaktion, bei der Leserinnen und Leser all ihre Fragen rund um das Thema Garten loswerden konnten.

Gebraucht hat Strank die Bücher aber nicht. Schließlich ist er ein echter Experte für alles, was in Gärten so wächst, gedeiht und blüht. Ebenso wie Paul Gronen, Leiter der Stadtgärtnerei. Beide nahmen am Nachmittag von 14 bis 15 Uhr zahlreiche Gespräche im AN-Servicecenter entgegen. Und konnten – ist doch klar – den interessierten Anrufern prima weiterhelfen.

Zum Beispiel beim Thema Schneiden und Stutzen von Pflanzen und Sträuchern im Herbst. Wie man das richtig macht, wollten gleich mehrere AN-Leser wissen. Urs Schöke etwa, er fragte nach, wie weit denn Rhododendron zurückgeschnitten werden darf. Pflanzen mit Blattrosetten seien empfindlich. Deshalb empfehle es sich, Rhododendron nicht zu spät und nur bis zu den Blättern zurückzuschneiden, antwortete Experte Karl Josef Strank.

Juliane Willems war sich unsicher mit ihren schönen Hortensien: „Sollte man die im Herbst zurückschneiden oder lieber nicht?“, fragte sie deshalb Paul Gronen. Seine Antwort: „Generell sollte man das nicht tun. Denn die Äste sind im Winter der Frostschutz für die Knospe. Wenn man die wegschneidet, gefriert sie und geht ein.“ Höchstens etwas auslichten sollte man, wenn die Hortensie wirklich zu wuchtig geworden ist. Ähnliches gelte für Phlox. Die üppig und in verschiedenen Farben blühende Staude sei winterhart, so Gronen. Aber dazu müsse man das alte Laub lieber dort lassen, wo es ist, und nicht zu viel wegschneiden. „Auch wenn Phlox verblüht nicht so schön aussieht, die alten Blätter braucht die Staude als Schutz.“

Überhaupt rät der Leiter der Stadtgärtnerei, die sich unter anderem um die Bepflanzungen auf städtischem Grund kümmert, davon ab, den Garten allzu sauber und rein zu machen. „Beete klinisch sauber zu halten ist ökologisch total unlogisch.“ Und auch der Rasen sollte gerade vor dem Winter nicht allzu stark geschoren werden. Das erfuhr Uschi Stein bei ihrem Anruf bei Paul Gronen.

Sie fragte nämlich nach der richtigen Schnitthöhe beim Rasenmähen. „Nicht gerade eine spektakuläre Frage“, meinte sie zu Beginn des Telefonats. Dabei ist das mit dem Rasenschnitt gar nicht so einfach, wie Gronen erklärte. Denn vieles hängt von der Nutzung und der Rasenart ab.

Uschi Stein hat Rollrasen. Das bedeutet, so der Gartenexperte, es handelt sich um eine Grasmischung mit bis zu neun Arten. Und den dürfe man, im Gegensatz etwa zu englischem Garten, nicht so kurz schneiden. „Dreieinhalb bis vier Zentimeter“, erklärte Gronen. „Sonst wird er gelb“. Und beim letzten Schnitt Mitte Oktober könne man sogar sechs Zentimeter stehen lassen – „zum Schutz“.

Auch das Düngen des Rasens will gelernt sein. Beziehungsweise überhaupt erstmal in Betracht gezogen werden. Paul Gronen: „Viele wissen nicht, wie wichtig das Düngen ist.“ Etwa gegen das fiese Moos. Ist das erst mal da, wird man es nur schwierig wieder los. Eine Lösung bietet das Vertikutieren. „Um Moos vorzubeugen, sollte man das ruhig zweimal im Jahr tun“, so Gronen. „Und auch bei Rollrasen braucht man davor keine Angst haben. Ist der erstmal vier Wochen drauf, lässt er sich nicht mehr vom Boden lösen.“

Was tun, wenn der schwarze Johannisbeerstrauch „Rost“ ansetzt? „Ist das gefährlich“, wollte Josephine Brap wissen. Biologe Karl-Josef Strank konnte die AN-Leserin beruhigen: „Nein. Der Pilz sitzt unten an den Blättern und ist nicht gesundheitsgefährdend.“ Und wie lässt sich dieser Pilz bekämpfen? Für Zierpflanzen gäbe es kaum geeignete Mittel, erläuterte Strank. Am besten sei es, die Sträucher ordentlich zurückzuschneiden, damit sie besser trocknen können: „Dann können die Pilze nicht keimen.“ Zwar gebe es auch Kupferpräparate für den Boden, die seien aber für Johannisbeersträuche nicht unbedingt geeignet,

Magrit Thelen hat Probleme mit drei Bäumen: Magnolie, Eiche und Kirsche. „Die Blätter werden braun. Was kann ich tun?“ fragte sie. Da müsse man im einzelnen genau hinsehen, wahrscheinlich seien das Trockenschäden, diagnostizierte Karl Josef Strank aus der Ferne. Er habe das gleiche Phänomen bei seiner jüngst gepflanzten Eiche im eigenen Garten beobachtet: „Bei sehr trockenem Wetter ziehen die Wurzeln zu wenig Wasser, da werden die Blätter schnell braun. Das ist eine natürliche Reaktion. Regnet es dann wieder, erholen sie sich und setzen einen Trieb nach.“

Wer eine Mauer begrünen will, dem stehen Gräser und Farne dafür zur Verfügung. Es muss also nicht immer nur Efeu sein. „Perlgras, kleine, feine Streifenfarne oder große Wurmfarne sind geeignet“, antwortete Strank unserer Leserin Anke Sommer. Dabei mache sich ein Wechsel von Gräsern und Farnen sehr gut.

Ulrike Hermanns versteht die pflanzliche Welt nicht mehr, weil ihre zwei Pfingstrosenbüsche „weiß geblieben sind“? „So etwas kann durchaus öfter vorkommen“, klärte Biologe Strank auf. Diese Albino-Formen könnten auftreten, das hinge mit der Genetik zusammen. „Das ist nichts Schlimmes, sondern ein natürliches Phänomen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert