Aachen - Ganz allein für Smilla: Reitstunde mit Nadine Capellmann

Ganz allein für Smilla: Reitstunde mit Nadine Capellmann

Von: Stefanie Bücken
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Pferdenärrinnen unter sich: Die elfjährige Smilla ist zu Gast bei Dressurreiterin Nadine Capellmann und erhält eine exklusive Reitstunde. Der Verein „Wünsch dir was” hat den Tag ermöglicht. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Strahlende Augen, rote Wangen und keine Scheu vor großen Tieren: Smilla fühlt sich wohl im Pferdestall. „Pferde sind einfach toll”, findet die Elfjährige. Für das Mädchen geht ein großer Wunsch in Erfüllung: Sie ist zu Gast bei Dressurreiterin Nadine Capellmann.

Smilla ist ein aufgewecktes Mädchen, das gerne shoppen geht, liest, Rihanna hört und Pferde liebt. Aber ein ganz normales Leben kann Smilla nicht führen. Schon als Kind hatte sie mit Rheuma zu kämpfen. Vor viereinhalb Jahren wurde bei ihr Morbus Crohn festgestellt. Die chronische Darmerkrankung ist nicht heilbar und wird Smilla ihr Leben lang begleiten. Tabletten, Bauchschmerzen, Übelkeit und häufige Krankenhausaufenthalte - das gehört zum Alltag der Schülerin.

Durch den frühen Ausbruch in der Kindheit ist ihr Wachstum beeinflusst, sie ist zwei Köpfe kleiner als viele ihrer Mitschülerinnen. „Wir hoffen aber, dass das Wachstum nur verzögert ist und sie normal groß wird”, ist ihre Mutter Sabine Och zuversichtlich.

Die Krankheit belastet Smilla. „Wir müssen oft schwierige Zeiten durchmachen”, sagt ihre Mutter. Beim letzten Krankenhausaufenthalt reagierte Smilla allergisch auf die neuen Medikamente, und es ging ihr sehr schlecht. „Da hatte eine Krankenschwester die Idee, dass ich zu Wünsch dir Was gehen könnte”, erinnert sich Smilla.

Der Verein erfüllt schwerkranken Kindern ganz besondere Wünsche. Da Smillas größter Wunsch, ein eigenes Pferd, nicht so leicht zu erfüllen ist, war bald eine Alternative für die Pferdenärrin gefunden: Ein Besuch bei Nadine Capellmann und ihren Pferden sowie eine exklusive Reitstunde bei der Olympiasiegerin.

Die erfolgreiche Dressurreiterin aus Würselen ist Botschafterin des Vereins „Wünsch dir was” und hilft bei diesem Wunsch natürlich gern. „Ich finde Dressurreiten ganz toll. Nadine Capellmann und Elvis sehen bei Turnieren immer so elegant aus”, freut sich Smilla schon auf dem Weg in den Stall.

Und dann ist es soweit: Auf Gut Heidchen darf Smilla die sechs Pferde nicht nur ansehen, sondern auch streicheln und füttern - auch die Stars aus dem Dressurviereck, Elvis und Raffaldo. Sogar beim Bandagieren der Pferdebeine darf Smilla helfen und beim Longieren von „Meg Ryan” in der großen Reithalle selbst die Longe halten.

Zur Reitstunde geht es dann auf den Branderhof. Hier wartet Schulpony Olli auf seine junge Reiterin. Die Steigbügel stellt Nadine Capellmann persönlich ein, dann geht es für Smilla erst einmal an der Longe los.

Smilla sitzt sicher im Sattel. „Solche Reitschüler wünsche ich mir, sie macht ihre Sache wirklich gut”, lobt Dagmar Lesniewski, angehende Pferdewirtin und Reitlehrerin am Branderhof. Auch Nadine Capellmann ist zufrieden. Trotz eisiger Kälte klappt es mit Schritt und Trab immer besser, und zum Schluss darf Smilla auch allein einige Runden in der Halle drehen.

Mit sechs Jahren saß Smilla zum ersten Mal auf einem Pferd. Seitdem fährt sie regelmäßig in Reiterferien und hat sogar bei kleinen Turnieren ihre ersten Schleifen gesammelt. „Die Pferde lassen Smilla ihre Krankheit vergessen”, freut sich Mutter Sabine Och.

Auch in der Zukunft sollen Pferde eine Rolle spielen. „Vielleicht möchte ich Tierärztin werden, Pferdewirtin oder sogar Pferdeflüsterin”, erzählt Smilla, die die sechste Klasse des Gymnasiums St. Ursula besucht. Auch das eigene Pferd bleibt weiterhin ein Traum. „Am liebsten hätte ich einen Friesen oder einen Lipizzaner.”

Auch Nadine Capellmann war im Alter von elf Jahren begeisterte Reiterin. Allerdings hätte sie sich damals eher den Besuch bei einem berühmten Springreiter gewünscht. Aber eines hat sie damals schon genauso gesehen wie Smilla heute: Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Da spielen Krankheiten keine Rolle.
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