Aachen - Gäste klettern bis unters Theaterdach

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Gäste klettern bis unters Theaterdach

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Was für ein Anblick: Kinder d
Was für ein Anblick: Kinder dürfen beim Theaterfest tief in den Schminktopf greifen und ihren Eltern einmal eine ganz andere Farbe verpassen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt und drei macht Neune...” Groß und Klein, Jung und Alt saßen im Spiegelfoyer des Theaters und sangen den Ohrwurm von Pippi Langstrumpf. Begleitet wurden sie von Stéphane Egeling, dem Solooboisten des Sinfonieorchesters. Erst auf der Oboe und dann auf dem Kontrafagott, dem großen, 5,81 Meter langen Musikinstrument, das von allen Holzblasinstrumenten am tiefsten spielen kann.

Beim traditionellen Theaterfest zum Saisonauftakt gab es am Samstag Theater zum Anfassen, Theater zum liebgewinnen - oder Theater zum liebhaben. Dazu hatte sich das Große Haus mit allen Schauspielern, Musikern, Maskenbildnern, Verwaltungsmenschen, Ehemaligen und Aktiven herausgeputzt.

„Ich habe mich noch nie auf eine Spielzeit so gefreut wie auf diese”, gestand Chefdramaturgin Inge Zeppenfeld. Diese Spielzeit sei wir eine Herzensspielzeit, an der man lange gearbeitet habe. „Die Mischung machts”, fasste Inge Zeppenfeld zusammen und verwies auf all die Stücke, in denen es in der Spielzeit heiß hergehen würde, wie bei Macbeth oder Hedda Gabler.

Während die Dramaturgin noch auf dem Theatervorplatz sprach, wurden Interessierte durch das Theater geführt, das in seinen Grundmauern bereits 1823 gebaut wurde. Auch Lukas Popovic, ehemaliger Dramaturg und Regisseur, der seit vier Jahren im Ruhestand lebt, kletterte mit den Gästen bis unters Theaterdach, 19,05 Meter hoch, wo die Aussicht auf die Kulissen der Bühne völlig neue Perspektiven eröffnet.

Er erzählte über die Farbe von Türen: „Wenn sie aus einem Theater laufen, laufen sie nie zu den roten Türen. Da geht es nicht raus. Wenn sie grüne Türe öffnen, sind sie richtig, denn das ist der Weg in die Freiheit.” Er sprach über das Licht verschiedener Scheinwerfer, aber auch über den Eisernen Vorhang. Der ist hinter der Bühne zu sehen, und der muss vor jeder Aufführung von der Feuerwehr getestet werden. „Unser Vorhang geht in 23 Sekunden runter. Wenn der nicht funktioniert, gibt es keine Vorstellung”, erklärte Popovic. Der Vorhang würde das Publikum im Fall eines Feuers auf der Bühne schützen.

Das Publikum sollte am Samstag nicht vor den Theaterleuten geschützt werden, denn die waren zum Anfassen nahe. „Das Theaterfest ist unser Saisonauftakt”, sagte Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck. Nach sechs Wochen Ferien und drei Wochen Probe hätten die Schauspieler so richtig Lust, wieder vors Publikum zu treten, war sich der Chef sicher, der sich ebenso wie seine Kollegen für alle Fragen Zeit nahm.

Ganz besonders viel Zeit nahm sich das Orakel Sybilla. Die Wahrsagerin saß in einem kleinen abgetrennten Zelt, das einem Jahrmarkts-Zelt ähnelte, und fragte die Menschen, die sich trauten, nach ihrem Lieblingsmärchen, nach ihren Lieblingssendungen im Fernsehen und nach ihren Schmuckvorlieben.

Spätestens bei der Frage, was auf dem Nachttisch liege, wussten die Befragten, dass auch das Orakel ein Teil des Schauspiels war und lächelten. Wurden Teil des Theaters, um danach einen sicheren Tipp zu bekommen, welche Aufführung in der Spielzeit besucht werden sollte. Jana (10) solle in die Kinderoper „Hänsel und Gretel” und möglicherweise noch in „Pinocchio”, das „Schaf” für Kinder ab fünf Jahren.

Nicht nur Fünfjährige schminken die Eltern, wurden geschminkt oder lernten was über Musik im Spiegelfoyer. Was sie allerdings nicht lernten, war Mathematik, als der Text von Pippi Langstrumpf verteilt wurde. „Drei mal drei macht sechs - widdewidde/ wer wills von uns Lernen?/ Alle Groß und Klein - trallalala lad ich zu uns ein.” Das großartige Theaterfest wurde mit einer Gala beendet.
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