Aachen - G8 oder G9? Das erfahren Eltern erst nach der Schulanmeldung

G8 oder G9? Das erfahren Eltern erst nach der Schulanmeldung

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Jetzt im November laufen schon die ersten Infoveranstaltungen. Im Februar 2018 müssen die Eltern von mehr als 1850 Viertklässlern in Aachen die Weichen für den weiteren Schulweg stellen.

Für die Grundschüler, die aufs Gymnasium sollen – in Aachen regelmäßig mehr als die Hälfte des Jahrgangs –, wird die Entscheidung diesmal eine Gleichung mit Unbekannten. Denn bei der Schulwahl wissen die Eltern noch nicht, ob ihr Favorit künftig G9 oder G8 im Angebot hat. Die Gymnasien können diese Entscheidung nämlich erst in einigen Monaten treffen. Die Anmeldungen sind dann längst gelaufen.

2019 geht es los

Die schwarz-gelbe Landesregierung will zurück zur neunjährigen Gymnasialzeit in Nordrhein-Westfalen. Anfang Oktober kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer in einer Erklärung zur Schulpolitik die Rückkehr zu G9 ab dem Schuljahr 2019/20 an, und zwar für alle Kinder, die jetzt im dritten und vierten Schuljahr sind. Mit den Fünft- und Sechstklässlern geht es 2019 also los.

G9 wird dann wieder der Regelfall an den Gymnasien. Für 2019/20 stellte Gebauer allerdings eine „unbürokratische Möglichkeit“ in Aussicht, bei G8 zu bleiben. Die Debatte darüber ist noch nicht abgeschlossen. Aber wird dieses einmalige Wahlrecht den Schulkonferenzen tatsächlich eingeräumt, ergibt sich die spannende Frage, ob sich Aachener Gymnasien für G8 entscheiden.

Die Weichen stellen können die Schulen erst, wenn der Wechsel zu G9 im Schulgesetz verankert ist. „Wir warten jetzt sehnsüchtig auf den Referentenentwurf für die Änderung des Schulgesetzes“, sagt zum Beispiel Michael Göbbels, Schulleiter des Couven-Gymnasiums.

Der Entwurf soll in diesen Tagen vorliegen, bis Weihnachten können dann die Verbände Stellung nehmen. Anfang 2018 will die Landesregierung ihren Gesetzentwurf in den Landtag einbringen. „Ich hoffe, dass ich den Eltern beim Infoabend im Januar schon mehr sagen kann“, sagt Göbbels. „Aus dem Bauch heraus“ geht der Schulleiter davon aus, dass seine Schule „eher nicht“ bei G8 bleiben wird.

Auch Stefan Menzel, Schulleiter am Gymnasium St. Leonhard, hat das Gefühl, dass an der Jesuitenstraße eher die Rückkehr zu G9 gewünscht wird. In den nächsten Sitzungen von Schulpflegschaft, Lehrerkonferenz und Schulkonferenz werde die Frage G8 oder G9 ganz sicher besprochen, erwartet Menzel. „Vielleicht können wir den Eltern dann beim Infoabend Anfang Dezember sagen, wohin die Reise wahrscheinlich geht – auch wenn das natürlich noch nicht verbindlich ist.“

2019 mit den Fünfer- und den Sechserjahrgängen zu G9 zurückzukehren, das werde wohl nicht ganz einfach, erwartet Menzel. „Im kommenden Sommer starten die Fünftklässler noch mit dem Turboprogramm und hätten dann hinten raus mehr Zeit.“ Grundsätzlich aber ist eine längere Schulzeit ein großes Plus, ist Menzel überzeugt. „Und wir werden an der Schule gemeinsam genau überlegen, wie wir die gewonnene Zeit im Sinne der Schüler nutzen.

„Ganz egal, wie die Schulgemeinschaft sich entscheidet: Ich sehe dem gelassen entgegen“, stellt Schulleiter Ralf Gablik am Einhard-Gymnasium fest. Die Eltern der künftigen Schüler könnten beruhigt abwarten, ist er überzeugt: „Ob G8, G9 oder sogar G9 mit einer G8-Klasse: Wir können jede Variante gut. Das haben wir in der Vergangenheit bewiesen.“ Sein Rat: Eltern sollten sich informieren und dann für das Gymnasium entscheiden, das in seiner Ausrichtung für ihr Kind am besten passt – ganz unabhängig von der Frage nach G8 oder G9.

„Vertrauen Sie uns!“

Auch Axel Schneider, Schulleiter der Viktoriaschule, plädiert für Gelassenheit: „Wir werden den Eltern sagen: Wir sind eine gute Schule, ob mit G8 oder mit G9. Vertrauen Sie uns!“ Am Montag treffen sich die Leiter der Aachener Gymnasien bei der Kölner Bezirksregierung zur Dienstbesprechung. Auch Vertreter des Schulministeriums werden teilnehmen. „Danach wissen wir vielleicht ein bisschen mehr“, sagt Schneider.

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