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Fußgänger und Radfahrer im Polizei-Visier

Von: Heiner Hautermans
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Die Aachener Polizei ist zufrieden mit der Unfallbilanz 2009. Foto: Archiv

Aachen. Der unglücklichste Unfall, den die Polizei im letzten Jahr aufnehmen musste, ereignete sich im Mai in der Peliserkerstraße: Ein 15-jähriger Junge rutschte auf dem Bürgersteig aus, sein Skateboard geriet auf die Fahrbahn und brachte einen 65-jährigen Radfahrer zu Fall.

Er stürzte so schwer, dass er später seinen lebensgefährlichen Kopfverletzungen erlag. Anfang April erging es einem 69-Jährigen auf unter der Eisenbahnbrücke Rothe Erde ähnlich. Der Radler stürzte, nachdem er mit einer ebenfalls fahrradfahrenden 36-jährigen Frau kollidiert war. Neben den beiden Radfahrern starben 2009 drei Fußgänger, zwei Pkw-Fahrer und ein Motorradfahrer auf Aachens Straßen, das entspricht einem tödlichen Unfall weniger als im Jahr zuvor.

Fußgänger und Radfahrer waren im abgelaufenen Jahr überproportional häufig in Unfallgeschehen verwickelt, deshalb werden die Ordnungshüter in diesem Jahr ein wachsames Auge auf sie werfen. Passanten, die einen Überweg bei Rot überqueren, müssen demnach genauso mit einem Knöllchen rechnen wie Radfahrer, die in Fußgängerzonen Spaziergänger gefährden, beispielsweise in der Pontstraße. 272 Radfahrer erlitten im letzten Jahr Verletzungen (minus 3), 28 von ihnen schwerer Art.

Insgesamt war die Polizeispitze am Dienstag durchaus stolz, als sie die Bilanz 2009 präsentierte. In vielen Bereichen sind die Zahlen der Unfallstatistik im letzten Jahr rückläufig gewesen, beispielsweise ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in der Stadt Aachen um 70 auf 10.578 gesunken. Bei 1042 davon entstand Personenschaden (29 weniger als 2008), die Zahl der dabei Verletzten ging um 53 zurück.

Um neun auf 90 sank die Zahl der verunglückten Kinder, 13 Unglücke ereigneten sich auf dem Schulweg (im Vorjahr 18), dabei trugen vier Jungen und Mädchen schwere Verletzungen davon. Diese Entwicklung führt Polizeipräsident Klaus Oelze auf die eigene Arbeit zurück, schließlich sind die Bezirksbeamten und Verkehrsberater reihum in Schulen und Kindergärten unterwegs, um die schwächsten Teilnehmer auf die Gefahren des Straßenverkehrs vorzubereiten.

Einiges zugute hält sich Polizeioberrat Ralf Mallmann, Leiter der Direktion Verkehr, auch auf die hohe Aufklärungsquote bei Unfallfluchten: Sie stieg von gut 60 Prozent in 2008 auf mehr als 70 Prozent im letzten Jahr, damit liegt die Aachener Behörde landesweit auf einem Spitzenplatz. Mallmann: „Das Entdeckungsrisiko ist sehr groß.” Angesichts der strafrechtlichen Folgen und des regelmäßig folgenden Fahrverbots lohne es sich nicht, wegen höher Versicherungsbeiträge nach einem Crash Fersengeld zu geben.

Rückläufig ist auch die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss, dennoch werden die Beamten hier ihre Kontrollen unvermindert fortsetzen. Auch die Anstrengungen, eine weitere Hauptverkehrsursache, nämlich das Rasen, zu bekämpfen, werden unvermindert weitergehen. Rekordhalter im abgelaufenen Jahr war ein junger Mann aus Eschweiler, der mit Tempo 200 in der Eifel unterwegs war, erlaubt waren an der Stelle 50 km/h. Sein Kumpel fuhr mit 180 Sachen, beide dürfen nun längere Zeit zu Fuß gehen.

Ein Erfolg aus polizeilicher Sicht ist das begleitete Fahren von 17-Jährigen, das in der Statistik überhaupt nicht auftaucht. Die 18- bis 24-Jährigen sind hingegen erneut überproportional an Verkehrsunfällen mit Verletzten beteiligt.
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