Fußballgucken geht auch ohne Alkohol und Zigaretten

Von: mas
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Aachen. Wenn Aachens Kinder und Jugendliche mit dem kleinen Fanbus zu Auswärtsspielen der Alemannia fahren, dann kommen sie ohne Alkohol und ohne Zigaretten aus. Denn die sind im Bulli des Fanprojekts Aachen verboten. Laut Projektleiter Sebastian Feis und Sozialarbeiter Raphael Komanns funktioniert das sehr gut.

Das Fanprojekt stehe zwar grundsätzlich allen Jugendlichen offen, konzentriere sich aber auf die Fans von Alemannia Aachen. Feis und Komanns wollen unter ihnen für ein friedliches Miteinander sorgen.

„Wenn es ihre Arbeit schon vor 35 Jahren gegeben hätte, dann hätten wir heute vielleicht nicht die Probleme, die wir haben“, kommentierte Jonas Paul (Grüne), nachdem die Vertreter des Fanprojekts dem Kinder- und Jugendausschuss ihre Arbeit vorgestellt hatten. Demnach sind es vor allem junge Männer und Jugendliche, die hier so eine Art zweites Zuhause finden. Das Fanprojekt bietet Besuchern eine Reihe von Angeboten, die über den Fußball hinausgehen. Zweimal pro Woche gibt es eine Offene Tür im Haus des Fanprojekts Am Gut Wolf in der Nähe des Tivoli. Freizeitaktionen, Ausflüge und persönliche Beratung sowie Hilfen sind weitere Punkte auf der Liste der Angebote.

Sebastian Feis und Raphael Komanns behalten derweil die ganze Fanszene im Blick. „Und dazu gehört auch das Gespräch mit der Karlsbande“, betonte Feis. Die Sozialarbeiter gehen offen mit anderen Fangruppen um, auch wenn sie „ultra“ sind. Wichtig ist ihnen, für eine Stimmung zu sorgen, die schon im Ansatz verhindert, dass es zu den gefürchteten Ausschreitungen in den Stadien kommt. Deshalb werden Begegnungen mit Fangruppen aus anderen Städten gefördert und die Heimspiele der Alemannia intensiv vorbereitet. Die jungen Leute aus dem Fanprojekt treffen sich dann bereits vor Spielbeginn, um sich auf die anstehende Begegnung einzustimmen: – auch das ohne Alkohol und ohne Nikotin.

Das Aachener Fanprojekt wurde Ende 2008 ins Leben gerufen und steht unter Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Die Hauptzielgruppe bilden Fußballfans zwischen 14 und 27 Jahren. In Deutschland gibt es 60 Projekte.

In Aachen kommen laut Feis bis zu 100 Jugendliche zum Treff, um sich auf die Heimspiele einzustimmen. Und auch hier geht es darum, Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus im Keim zu ersticken. Das Ziel sind eine positive Fankultur und die Förderung gewaltfreier Konfliktlösungen. Und laut Sebastian Feis ist man da auf einem guten Weg.

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