Fundgrube für die einen, für die anderen die Chance auf einen Job

Von: Peter Langohr
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Anke Bednarczyk (1. v. links), Marion Nobis-Schmachtenberg (3. v. links) und Udo Müller (4. v. links.) mit dem Team des Aachener Möbel-Shops inmitten eines kleinen Teils ihrer „Schätzchen”. Foto: Peter Langohr

Aachen. Bereits der Blick in die großen Schaufenster macht neugierig auf das, was der Aachener Möbel-Shop an der von-Coels-Straße in Eilendorf zu bieten hat. Wer hier jedoch durchgestylte, minimalistische Designer-Sitzgruppen erwartet, der ist fehl am Platze.

Wer sich jedoch ein Herz für das liebenswerte kleine Stück aus Urgroßmutters Küche oder Schlafzimmer bewahrt hat, der wird hier fündig.

Der Aachener Möbel-Shop (AMS) ist ein Projekt der Aachener Projektwerkstatt Heinrich Böll, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen, die aufgrund unterschiedlicher Probleme lange Zeit ohne Arbeit waren, wieder für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Um dies zu erreichen, betreibt der Verein mehrere ökologisch sinnvolle Zweckbetriebe, deren Struktur an die Erfordernisse der freien Wirtschaft angelehnt ist.

So bietet auch der AMS Beschäftigung und Praxiserfahrung in berufsnahen Bereichen wie Transport, Montage, Reparatur, Verkauf und Bürotätigkeit an, um den Mitarbeitern die ersten Schritte auf dem Weg zum regulären Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Dies offenbar sehr erfolgreich, denn was auf drei Etagen an der von-Coels-Straße unter der Leitung von Marion Nobis-Schmachtenberg entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen. Hatte man den Umzug vom alten Domizil an der Ohligsbendengasse nach Eilendorf zunächst mit Skepsis gesehen - immerhin ist die Kundschaft für günstige, gut erhaltene Gebrauchtmöbel eher in den Wohngebieten der Innenstadt angesiedelt - so hat man sich schnell mit dem neuen Standort angefreundet und aus der Von-Coels-Straße 263 ein Schmuckstück gemacht, wo sich Mitarbeiter und Kunden wohlfühlen. Daher sehen auch Udo Müller, der Geschäftsführer der Aachener Projektwerkstatt und Anke Bednarczyk, die pädagogische Leiterin, mit großer Freude, wie sich ihr Projekt entwickelt.

Für die Kunden ist es ein Paradies zum Stöbern. Möbel jeden Alters in bestem Erhaltungszustand vom wuchtigen, massiven Eichen-Esstisch, über ein nahezu antikes Vertiko, komplette Küchen oder Schlafzimmer bis hin zum neuwertigen Computertisch laden zum Kauf zu Schnäppchenpreisen ein. Auch für den kleinen Geldbeutel gibt es beim Aachener Möbel-Shop viel zu ergattern: Geschirr, Besteck, Porzellan, Gläser, Bücher, Spielzeug, Bilder, Schallplatten, altertümliche Nähmaschinen, Schreibmaschinen oder Filmprojektoren werde in gediegener Atmosphäre präsentiert und lassen auch so manches Sammlerherz höher schlagen.

Da die Nachfrage groß ist, sucht der Aachener Möbel-Shop händeringend Nachschub und bittet jeden, der gut erhaltene Möbel abzugeben hat, um Kontaktaufnahme. Dabei sind aber zwei Dinge zu beachten: Der AMS ist ein gemeinnütziges Unternehmen und kann Möbel nur als Spende annehmen, übernimmt allerdings deren Abbau und Transport. Der AMS nimmt nur solche Stücke an, die sich aufgrund ihrer Erhaltung für einen Wiederverkauf eignen.

Allerdings bedrücken den AMS auch die drohenden oder schon vollzogenen Kürzungen im Bereich der Förderung von Langzeitarbeitslosen. Das belastet auch die geplanten oder bereits begonnenen Arbeiten für Schulungsräume, ein Beratungs- und Begegnungscafé und einen Online-Shop im zweiten Obergeschoss des Aachener Möbel-Shops.
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