Aachen - Fundgrube für alte Schätzchen: Erster Bücherbasar 2010 in der Stadtbibliothek

Fundgrube für alte Schätzchen: Erster Bücherbasar 2010 in der Stadtbibliothek

Von: Karen von Schmieden
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Auf der Suche nach verborgenen Schätzen geht jeder anders vor, doch beim großen Bücherbasar der Stadtbibliothek ist mit mehr als 15.000 Büchern garantiert für jeden was dabei. Foto: Leah Hautermans

Aachen. Auf dem großen Bücherbasar der Stadtbibliothek Aachen gibt es sie noch, die ambitionierten Jäger und Sammler - aber auch gemächliche Stöberer, schmökernde Genießer und zufällige Besucher: Dreimal im Jahr findet der Flohmarkt statt, rund 15.000 Bücher liegen dann auf den Tischen in der Bibliothek in der Couvenstraße, wo sie für 30 oder 50 Cent pro Buchrücken-Zentimeter verkauft werden.

Der Förderverein der Stadtbibliothek unter der Leitung von Ursel Schmidt-Cohnen veranstaltet den Basar, um die finanziellen Löcher der Bücherei zu stopfen: von den Einnahmen und Spenden können Neuerscheinungen und andere Medien angeschafft werden.

Der Andrang ist immer groß, die Vorgehensweisen sind unterschiedlich: „Es gibt Leute, die das mit Liebe und sehr viel Zeit machen”, erklärt Ursel Schmidt-Cohnen. Einige haben bereits Strategien ausgearbeitet: „Ich war schon öfter auf dem Basar. Meistens fange ich im Pavillon bei den Fremdsprachen an, französische, russische, englische Bücher - die findet man so ja sonst selten”, legt eine junge Frau ihren Plan offen.

„Dann gehe ich nach links und schaue einmal über die Literatur des 20. Jahrhunderts, danach sehe ich nach, ob ich meine Klassiker auffüllen kann.” Weiter geht es für sie bei den Bildbänden, in denen sie Motive fürs Malen findet. Nebenbei hält sie die Augen offen nach Mitbringseln für Familie und Freunde. Viele der Bücher vom Großen Basar werden weiterverschenkt, einige sind noch ungelesen und zahlreiche in sehr gutem Zustand.

Das Sortiment reicht dabei vom Kindercomic bis zum juristischen Fachbuch. „Jeder findet hier etwas”, ist sich Ute Sticherling sicher, die zu den ehrenamtlichen Helfern des Fördervereins gehört. „Manche kommen mit Sachen an, die vergriffen waren, und erzählen, dass sie die jahrelang gesucht haben. Andere finden alte Technikbücher, die es so gar nicht mehr gibt.”

Dr. Jürgen Kranemann entdeckt in den langen Regalen von Reiseberichten einen bekannten Namen: „Otto Rombach. Mit ihm war ich in Kriegsgefangenschaft.” Immer wieder findet er kleine und große Schätze in den Bücherständen, zieht einzelne heraus und empfiehlt sie an Nebenstehende: „Über die deutsche Geschichte, ziemlich schnodderig geschrieben, aber sehr gut.”

Die Frau neben ihm ist ob dieser Hinweise dankbar: „Es ist immer hilfreich, wenn man jemanden trifft, der einem etwas empfehlen kann”, sagt sie lächelnd. Denn bei allem Jagen und Sammeln, meint Ursel Schmidt-Cohnen, „ist es am schönsten, wenn man etwas mitnimmt, was man gar nicht gesucht hat.”
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