Fürs Rasenmähen erntet er auch böse Worte

Von: gei
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Jürgen Stollewerk pflegt den Frankenberger Park

Aachen. Wenn sich andere wohlfühlen, ist ihm das eigentlich Lohn genug. „Mein Vergnügen ist, wenn die Leute im Gras liegen und faulenzen können“, sagt Jürgen Stollewerk. Sein Problem aber ist, dass ihm die Leute in diesen Tagen die Arbeit nicht gerade leichter machten, sondern – im Gegenteil – ihn behindern und provozieren.

Mittlerweile im dritten Jahr pflegt Stollewerk freiwillig und ehrenamtlich die Grünfläche rund um die Burg Frankenberg. „Ich habe ein Faible für den Park“, sagt er, weshalb er seine Zeit und sein Können gerne in den Dienst der Allgemeinheit stellt. „Ich mache das, was die Stadt nicht schafft“, sagt der 44-Jährige.

In dieser Jahreszeit ist er nahezu allwöchentlich im Park zu finden, wo er mit seinem Handrasenmäher das sprießende Rasengrün in Schach hält. An manchen Tagen schleppt er auch noch bis zu vier Säcke Müll weg, den rücksichtslose Parkbesucher liegenlassen. „Es soll einfach schön aussehen“, findet der gelernte Gartenbauer.

In letzter Zeit muss er sich jedoch zunehmend mit Menschen auseinandersetzen, die sein Tun offenbar eher als störend empfinden. „Die Leute werden immer unverschämter im Umgang mit Ehrenamtlern“, klagt Stollewerk. Dass er von im Park sitzenden Trinkern angepöbelt wird, daran hat er sich längst gewöhnt. Doch zunehmend sind es auch „ganz normale“ Parkbesucher, von denen er sich schikaniert fühlt. Der Höhepunkt sei jüngst der Auftritt einer Gymnasialklasse gewesen, die sich regelrecht aggressiv benommen habe. „Dabei wollte ich nur, dass die jungen Leute etwas wegrücken“, sagt er. Doch nicht mal die Lehrer hätten dafür Verständnis gezeigt.

Dabei meidet Stollewerk ohnehin die besuchsstarken Zeiten. „Wenn abends 150 Leute auf der Wiese sind, kann ich natürlich nicht mähen.“ Aber zu früh morgens, wenn das Gras noch nass ist, geht es eben auch nicht. So ganz lassen sich daher Kollisionen zwischen ihm und auf der Wiese liegenden oder spielenden Parkbesuchern nicht vermeiden.

„Ich würde mir wünschen, dass die Leute mehr mitdenken und von sich aus auf die Seite gehen“, meint er und hofft durch seinen Appell über die „Nachrichten“ nun auf mehr Verständnis für seine ehrenamtliche Arbeit. „Die Leute sollen kooperativer sein“, sagt er. Schließlich könne er nicht mit jedem diskutieren, wann und wo er seine Arbeit zu erledigen habe. „Und mit dem Ordnungsamt will ich ja auch nicht immer drohen.“

Gut, dass er auch „sehr großen Zuspruch“ aus der Bevölkerung im Frankenberger Viertel erhält. Noch sei daher der Spaß an der Arbeit deutlich größer als der Ärger.

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