Aachen - Für Wackerbarth ist jeder Mensch ein Künstler

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Für Wackerbarth ist jeder Mensch ein Künstler

Von: Lee Beck
Letzte Aktualisierung:
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Schilderten den Weg der roten Couch: die Künstler Horst Wackerbarth und Holger Hageldorn. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sein nächstes großes Vorhaben ist ein Interview mit Papst Franziskus. Horst Wackerbarth wird ihn bitten, auf seiner berühmten roten Couch Platz zu nehmen und im dann existenzielle Fragen stellen. Diese Möglichkeit hat sich für den Künstler – bekannt durch seine rote Samtcouch – bei seinem zweiten Besuch in Aachen im Rahmen der Heiligtumsfahrt aufgetan.

Bei „Dialogues à la table ronde“ sprachen Holger Hagedorn, Horst Wackerbarth, sein Team und Rick Takvorian, Veranstaltungsmanager der Stadt, über die Eindrücke und Ergebnisse „Der Weg der roten Couch – eine soziale Skulptur“.

Mit dem roten Sofa war Wackerbarth vor ein paar Wochen über Markt, Krämerstraße, Pontstraße und Im Hof gezogen. Der weltbekannte Künstler stellte den Menschen Fragen rund um Gott, Glaube, Macht, Angst und die Kirche. Er wollte ihre Meinung wissen, ihr Empfinden, ihre Gefühle. Es sind Schlagworte, die den Menschen berühren, prägen, bewegen. „Seine Produktion hat etwas Magisches“, sagt Rick Takvorian.

Nach Joseph Beuys Theorie der sozialen Skulptur, die Wackerbarth auch für sein Aachener Werk 2014 übernommen hat, ist jeder Mensch ein Künstler und kann durch sein kreatives Wirken positiven Einfluss auf die Gemeinschaft nehmen. Mit ihren Aussagen – seien es die Angst vor der Zukunft, bestätigte Klischees, clevere Antworten oder die Meinung, dass Priester heiraten sollten – zeigen die Menschen auf der roten Couch die Lücken, Probleme und Vorzüge unserer Gesellschaft auf.

Wackerbarth beherrscht die Kunst, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, die auf seinem roten Geleit Platz nehmen. Er entlockt ihnen ehrliche Meinungen und intime Antworten. Er produziert ein Stück Menschheitsgeschichte. Dieses Mal lag sein Fokus auf der jüngeren Generation. „Auch die jungen Menschen haben eine starke Meinung“, sagt Wackerbarth. Das sei ihm in Aachen dieses Jahr ganz bewusst geworden. Überrascht hat ihn, dass es noch so viele junge, gläubige Menschen gibt. „Ich dachte, dass sich viele Menschen in der heutigen Zeit von der Kirche abwenden.“

Insgesamt entstanden diesen Sommer etwa 150 Fotografien und Videos, die anschließend nachts an verschiedenen Plätzen in der Stadt gezeigt wurden. Während der Fußball Weltmeisterschaft waren die Menschen weniger interessiert an Wackerbarths nächtlichen Installationen, stellte der Künstler fest. So erreichte er etwa 400 Leute. Für Aachen wünscht sich Wackerbarth, dass die Stadt im Jetzt ankommt. „Aachen muss ein zeitgenössisches Projekt haben“, sagt er weiter.

Horst Hagedorns Installation, die eigentlich für ein Keltenfestival gestaltet wurde und in Aachen eher aus industriellen Materialien besteht, hat sechs kulturellen Diskussionen und Veranstaltungen einen Raum geboten. Hagedorn ist zufrieden, die Diskussion mit Horst Wackerbart ist die letzte Veranstaltung am runden Tisch gewesen. „Die Aula Carolina ist ein wunderbarer Ort“, sagt er über die alte Kirche.

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