Für Sauberkeit steht jetzt die Farbe Orange

Von: Martina Feldhaus
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Vereinte Kräfte für ein saub
Vereinte Kräfte für ein sauberes Aachen: Projektkoordinator Detlef Malinkewitz (2.v.l.), Dezernent Lothar Barth, Stawag-Vorstand Peter Asmuth, Oberbürgermeister Marcel Phillip, Jutta Bacher vom Stadtmarketing, Dieter Lennartz, Leiter der Stadtreinigung, und die Mitarbeiter des Stadtbetriebs. Fotos (2): Ralf Roeger Foto: Ralf Roeger

Aachen. Eine Zigarette auf dem Flokati-Teppich im Wohnzimmer austreten? Oder gar Bello auf dem Lieblingskissen sein Geschäft machen lassen? Das würde kaum jemand in den eigenen vier Wänden tun. Das Zuhause hält man sauber, da sind sich die meisten einig.

Diesen Konsens wollen sich Stadt, Stadtbetrieb und Stawag jetzt zu Nutze machen. Unter dem Motto „Aachen ist unser Zuhause” haben sie gemeinsam eine groß angelegte Kampagne ins Leben gerufen, durch die die Heimat der Aachener auf Dauer sauberer werden soll.

Denn: Das Thema Müll erhitzt die Gemüter vieler Öcher. Klagen von Bürgern über wild entsorgten Abfall, Hundekot, Aufkleber, Graffiti und Co. stehen auf der Beschwerdeliste ganz oben. Die Stadtreinigung kommt mit dem Reinemachen - sie ist für 1400 Kilometer Fahrbahn und Gehweg sowie die Grünanlagen zuständig - nicht immer hinterher. Gerade in den Sommermonaten türmen sich etwa im Westpark die Müllberge auf.

Damit das anders wird, haben Oberbürgermeister Marcel Philipp und seine schwarz-grüne Ratsmehrheit die Sauberkeit zur Chefsache erklärt. „Wir wollen die ersten Projekte nun fortführen und ausweiten. Wir werden solange weitermachen, bis sich niemand mehr beschwert”, gab sich Philipp am Montag bei der offiziellen Präsentation der Kampagne kämpferisch.

Auffälligstes Merkmal werden die orangefarbenen Plakate, Flyer und Fußmatten sein, die auf witzige Weise den Bürger „zum Umdenken erziehen sollen”, wie Lothar Barth, städtischer Dezernent für Personal und Organisation, erklärt. Nach dem Vorbild anderer Großstädte soll der Slogan „Aachen ist unser Zuhause” das Bewusstsein der Öcher dafür stärken, dass sie auch selbst für die Sauberkeit ihrer Heimatstadt verantwortlich sind - eben wie im eigenen Wohnzimmer. Aber auch an neuen Mülleimern wird das Orange der Aktion zu sehen sein. Über aufgeklebte Plakate fordern die Eimer die Passanten mit einem neckischen „Benutz mich” dazu auf, Bananenreste, Taschentücher und Plastikverpackungen am richtigen Ort zu entsorgen.

An anderer Stelle will die Stadt konsequent gegen Aufkleber und Schriftzüge vorgehen. „Sämtliche Stromkästen, Ampel- und Laternenmasten, die innerhalb des äußeren Grabenrings liegen, werden demnächst in einer Großaktion von Verschmutzung befreit”, erklärt Detlef Malinkewitz, Referent des OB und Projektbeauftragter. Man sei mit einem möglichen Vertragspartner im Gespräch, der in Zukunft mit einer Ausnahmegenehmigung legal auf Kästen und Masten plakatieren dürfe. Im Gegenzug sei der dann für die Säuberung zuständig - kostenfrei.

Die Ausschreibung der Stawag, der die Stromkästen gehören, laufe. Mit einer Vergabe, „am liebsten an eine Aachener Firma”, wie Stawag-Vorstand Peter Asmuth sagt, könne im nächsten Monat gerechnet werden. Mit Telekom und Post versuche die Stadt ähnliche Modelle zu finden, so Malinkewitz. Die Kooperation von Stadt und Stawag geht noch weiter. So stellt der Energieversorger zwei knallig orange E-Autos für Reinigungsaufgaben zu Verfügung. Etwa für den neuen Papierkorbdienst der Stadtreinigung, der neue Aufkleber schneller und effektiver beseitigen soll.

Neben der Bewusstseinsänderung bei den Bürgern und den praktischen Maßnahmen bildet der Ordnungsgeldkatalog die dritte Säule der Kampagne. Der OB kann sich beispielsweise eine dem Blitzmarathon ähnliche Aktionswoche vorstellen, in der verstärkt verwarnt wird. „Um das auf Dauer zu tun, fehlen uns aber die Kapazitäten. Deshalb setzen wir vor allem auf Überzeugungsarbeit.”

Dennoch: Die Satzung fürs Verwarngeld müsse dringend überprüft werden. Schon, weil das wilde Plakate kleben dort überhaupt nicht vorkomme. Ingesamt rechnet die Stadt für neue Mülleimer, Reinigungseinsätze und Werbeaktion mit Kosten von 500 000 Euro. Die komplette Strategie für ein sauberes Aachen will die Verwaltung am 19. Dezember in den nächsten Sitzungen von Hauptausschuss und Rat vorstellen.
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