Aachen - Für Radwegreparatur fehlt das Geld

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Für Radwegreparatur fehlt das Geld

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Bis die Baken wieder weggeräumt werden können, werden noch einige Monate vergehen: Für die dringend nötige Erneuerung des kombinierten Fuß- und Radwegs an der Breslauer Straße ist derzeit kein Geld da. Foto: Harald Krömer
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Auch die gegenüberliegenden Ausweichstrecke ist wegen starker Schäden nur noch bedingt verkehrssicher. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der „fahrradfreundlichen Stadt Aachen“ fehlt das Geld für die Sanierung ramponierter Radwege. Wie knapp die Kasse ist, zeigt sich derzeit an der Breslauer Straße, wo ein kombinierter Rad- und Fußweg wegen schwerer Schäden seit Januar komplett gesperrt ist.

Der Zustand der Radwege ist auch eines der Themen unserer großen Umfrage, zu der wir unserer Samstag-Ausgabe einen Fragebogen beigelegt haben.

Bis Ende Juni sollte die Erneuerung des Radwegs an der Breslauer Straße eigentlich erledigt sein, hatte das städtische Presseamt zunächst mitgeteilt. Inzwischen gehen die Verantwortlichen davon aus, die Arbeit erst Ende des Jahres in Angriff nehmen zu können.

Somit müssen Radfahrer noch auf längere Sicht auf den gegenüberliegenden Radweg ausweichen, dessen Zustand allerdings ebenfalls schwer zu wünschen übrig lässt. Tempo lässt sich auf der Rüttelstrecke kaum aufnehmen: Wurzelwerk hat vielfach das Pflaster angehoben und zu Verwerfungen geführt, Kanaldeckel ragen weit aus der Fahrbahn und sind vor allem in der Dunkelheit gefährliche Fallen. Gleichwohl gilt dieser Radweg noch als „bedingt verkehrssicher“ – im Gegensatz zu seinem kritischen Gegenüber, der wegen vielfacher Absenkungen und schwerer Schäden gar nicht mehr genutzt werden darf und seit Monaten durch Warnbaken abgesperrt ist.

Mit einer reinen Sanierung sei es dort nicht mehr getan, teilt Rita Klösges vom Presseamt auf Anfrage mit. Der Radweg müsse völlig neu geplant und angelegt werden. Der Aufwand führe nun zu deutlichen Verzögerungen. Über die weitere Vorgehensweise müsse noch beraten werden, heißt es bei der Stadt. Vorerst sei weder klar, wie hoch die Kosten sein werden, noch wo das Geld dafür herkommen soll.

Denn die miese Haushaltslage wirkt sich in jeder Hinsicht nachteilig auch auf die Förderung des Radverkehrs aus, die eigentlich einen wichtigen Stellenwert im Luftreinhalteplan hat.

Doch inzwischen hat die Stadt sowohl die für den Radverkehr reservierten Mittel von einst 400.000 auf nunmehr 260.000 Euro gekürzt, als auch die Mittel für den Straßenunterhalt auf 5,5 Millionen Euro jährlich gedeckelt. Letzteres hat zunehmend schwerwiegende Folgen für die Qualität der Radwege. Hubbel durch Baumwurzeln, Risse und Löcher in der Fahrbahn gehören vor allem auf Radwegen außerhalb des Stadtkerns vielfach schon zum Normalzustand und erhöhen das Sturzrisiko für Radfahrer.

Fahrbahnen saniert

Kurios: Während der sechsspurige Kreuzungsbereich Breslauer Straße und Berliner Ring für Autofahrer im vergangenen Jahr innerhalb von acht Wochen für rund 650.000 Euro grundlegend saniert wurde, ließ man die holprigen Rad- und Fußwege unbeachtet. Der Grund: Für die Fahrbahnen ist der Landesbetrieb verantwortlich, für die Nebenanlagen jedoch der Stadtbetrieb.

Den Nachteil haben alle, die etwa die Berufsschule Neuköllner Straße, den Friedhof Hüls oder auch die Betriebe im angrenzenden Gewerbegebiet per Rad ansteuern. Man hoffe nun, den Neubau der gesperrten Strecke „in der zweiten Jahreshälfte in Angriff nehmen zu können“, so Klösges. Erst danach soll dann auch der gegenüberliegende Radweg saniert werden.

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