Aachen - Für Klassik- und Tango-Fans

Für Klassik- und Tango-Fans

Von: Sabine BusseÊ
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Widmet sich dem Tango: Gitarrist Vicente Bögeholz spielt am Samstag in der Klangbrücke zum Auftakt von „konzertant”. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Vicente Bögeholz lebt gerne im Frankenberger Viertel. Wenn er sich mit Besuchern in seinem Veranstaltungs- und Probenraum trifft, winkt er dauernd Bekannten zu, die draußen an den großen Fenstern vorbei gehen. Dabei liegt seine Heimat Chile tausende Kilometer entfernt.

Als Bögeholz nach dem Militärputsch Mitte der 70er Jahre mit seinen Eltern nach Deutschland emigrierte, musste sich der damals 13-Jährige auf eine komplett neue Kultur einstellen. Dabei halfen ihm die Sprache und die Musik. Seine Mutter stammt aus Deutschland und hatte ihn und seine Geschwister zweisprachig erzogen, so dass Bögeholz akzentfrei Deutsch und Spanisch spricht.

Auch die Musik brachten seine Eltern ihm nahe. „Die lateinamerikanische Musik hat mich ständig begleitet”, sagt Bögeholz. Sie half ihm, einen intensiven emotionalen Kontakt zu der alten Heimat zu halten.

Das ist heute noch so. Der klassisch ausgebildete Konzertgitarrist kam zum Musikstudium nach Aachen und widmet sich regelmäßig mit seinem Duo-Partner Juanjo Mosalini dem Tango. Der Bandoneon-Spieler stammt aus Argentinien, dem Mutterland des Tangos, und erlernte das Instrument von seinem Vater.

Beide Musiker trafen sich 2000 während eines Studienaufenthaltes in Paris und gründeten das Duo Bögeholz Mosalini. Mit Titus Oppmann am Kontrabass und dem Streichquintett „Quatuor Danel” aus Brüssel sind sie am Samstag im Alten Kurhaus zu Gast. Der Abend ist mit „Tango Inventions” überschrieben und eröffnet die neue Reihe „konzertant - Musikwelten im Alten Kurhaus”.

Bögeholz freut sich auf eine erneute Zusammenarbeit mit den Streichern aus Belgien, die für ihn absolute Top-Musiker sind. Was er neben der erstklassischen musikalischen Besetzung auch in der besonderen Zusammenstellung des Programms begründet sieht. „,Tango Inventions war anfangs etwas provokativ gemeint. Weil wir seltene Stücke ausgewählt haben und neue Musik, die für uns geschrieben wurde”, erläutert der Musiker augenzwinkernd.

Wie die meisten modernen Tango-Interpreten haben er und sein Partner beim „tango nuevo”, der Schöpfung des Bandoneon-Virtuosen Astor Piazzolla, begonnen. Der Argentinier hatte die alte Musikform sowohl aus der Schmuddelecke wie aus den steifen Konzertsälen geholt und für zeitgenössische Einflüsse geöffnet.

Das führen heutige Musiker fort. „Unser Konzert hat fast einen universellen Charakter, bei dem Liebhaber der Klassik und Tango-Fans gleichermaßen auf ihre Kosten kommen”, beschreibt Bögeholz ihr Konzept. Aus Erfahrung weiß er, dass bei dieser Mischung der Funke auf die Besucher der Konzerte quer durch die Generationen und Schichten überspringt.

Die Rückmeldung des Publikums ist ihm sehr wichtig. Obwohl der Musiker auch offiziell ausgezeichnet wurde: 1995 erhielt er den Kulturförderpreis der Stadt Aachen, und mit Juanjo Mosalini im Frühjahr 2006 den Deutschen Weltmusikpreis.

Mit internationalen Musikern zeitgenössischen Tango zu spielen, bedeutet für den Wahl-Aachener sehr flexibel zu sein. Geprobt wird in Brüssel. Und für die geplante CD-Aufnahme treffen sie sich in Paris. Dazwischen ist Vicente Bögeholz aber immer wieder gerne bei seiner Familie im Frankenberger Viertel. Wo ihm schon wieder der nächste Bekannte von der Straße zuwinkt.

Die Reihe „konzertant - Musikwelten im Alten Kurhaus”, Komphausbadstraße 19, startet am Samstag, 10. Januar, 20 Uhr, im Ballsaal mit dem Konzert „Tango Inventions” des Duos Bögeholz Mosalini, unterstützt von den Bassisten Titus Oppmann und dem Streichquintett Quatuor Danel. Karten gibt es u.a. im Ticketshop unserer Zeitung, bei der Mayerschen Buchhandlung, Buchkremerstraße.

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