Aachen - Für jedes Kind eine große Portion Kultur

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Für jedes Kind eine große Portion Kultur

Von: Margot Gasper
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Auftakt mit Ministerin: vorne von links Brigitte Jansen (Gymnasium Herzogenrath), Schulministerin Sylvia Löhrmann und Lea Brettschneider (GGS Schönforst), hinten von links Michael Höbig (Luise-Hensel-Realschule), Thomas Becker (Berufskolleg Alsdorf) und Walther Kröner (Gesamtschule Brand). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Kinder der Streicherklasse an der Grundschule Schönforst in Aachen brauchen gefühlte 30 Sekunden, um den ehrwürdigen Ballsaal im Alten Kurhaus zu erobern. Die Mädchen und Jungen geigen mit so viel Können und Hingabe, dass auch eher gesetzte Damen und Herren begeistert klatschen und mit den Fingern schnippen.

Die Kinder vom Schwalbenweg und nach ihnen junge Leute von vier weiterführenden Schulen aus Aachen, Herzogenrath und Alsdorf zeigen an diesem Abend mit kleinen, aber feinen Auftritten, mit Musik, Tanz und Theaterszenen, wie eine Kulturschule aussehen könnte. Sogar die Ankündigungen der jeweiligen Redner gestalten die jungen Leute als Mini-Kunstwerke.

Die GGS Schönforst, die Luise-Hensel-Realschule, die Gesamtschule Brand, das Gymnasium Herzogenrath und das Berufskolleg Alsdorf haben viel vor. Sie alle wollen Kulturschule werden. Am Mittwochabend war in Aachen offizieller Start, begleitet von einer prominenten Patin. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann überreichte den Schulen ihre Teilnahmezertifikate. Und die Ministerin gestand: „Ich bin ja schon viel begrüßt worden, aber auf so besondere Weise noch nie.“ Dieser Auftakt für das Modellprojekt Kulturschule sei „ganz herzergreifend“: „Großes Kompliment für das, was Sie hier tun.“ Kulturelle Bildung sei wertvoll für junge Leute, „sie gibt Kindern Zuversicht“.

198 Schulen gibt es aktuell in der Städteregion. Aus zahlreichen Bewerbungen wurden fünf Schulen ausgewählt. Von deren Erfahrungen auf dem Weg zur Kulturschule sollen später möglichst viele profitieren, betonten Gabriele Roentgen vom Bildungsbüro der Städteregion und Gisela Wibbing, Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW. Sie erklärten, warum „kulturelle Schulentwicklung“ so wertvoll ist und wie man sie bewerkstelligen kann. Das Ziel ist ehrgeizig. Alle Kindern sollen in ihrer Schulzeit möglichst viele Kultursparten erleben und selbst Theater, Musik und Kunst gestalten. Am Ende soll jedes Kind seine eigene „Kulturbiografie“ haben, ganz unabhängig von Elternhaus und Herkunft.

In der dreijährigen Modellphase erhalten die Schulen Unterstützung. Künstler kommen ins Haus, das Bildungsbüro bietet die Hilfe der Schulentwicklungsbegleiter an, die Arbeitsstelle kulturelle Bildung steht mit Beratung zur Seite. „Alle Kinder sind begabt“, betonte Gabriele Roentgen, „und alle Kinder erwerben mit kultureller Bildung wichtige Lebenskompetenzen.“

„Kultur macht Kinder stark“

„Kultur macht Kinder stark“, erklärte Aachens Stadtdirektor Wolfgang Rombey, Vorsitzender des Lenkungskreises der Bildungsregion Aachen. Das neue Programm „Schulen mit Kulturprofil“ sei ein Baustein, der sich bestens einfüge in all die anderen Angebote, die es schon gibt: den Kulturbus etwa, Schultheatertage, Jugendbuchwochen und nicht zuletzt die (freiwillige) Bildungszugabe der Städteregion, die immerhin 350 000 Euro für außerschulische Kulturangebote zur Verfügung stellt.

Die fünf künftigen Kulturschulen in der Städteregion stehen noch ganz an Anfang. Die Luise-Schröder-Schule dagegen, eine Grundschule in Hamburg, hat sich schon 1995 auf den Weg gemacht. Heute gehören an der Grundschule Atelierbesuche zum Unterricht, jede Klasse hat einen Chor – und 380 Kinder spielen ein Streichinstrument. Schulleiterin Sabine Ahrens-Nebelung erzählte mit Leidenschaft davon. Dem Publikum in Aachen machte sie so richtig Lust auf Kulturschule.

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