Aachen - Für eine gute Idee ist er immer zu haben

Für eine gute Idee ist er immer zu haben

Von: Martina Feldhaus
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Er freut sich auf die neue Auf
Er freut sich auf die neue Aufgabe in Aachen: Christof Schreckenberg ist neuer Projektleiter von „Creative Drive”, das Kreativen in der Region beim Unternehmensaufbau hilft. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Ideas are the new coal” - dieser Schriftzug prangt gut leserlich über Christof Schreckenbergs neuem Schreibtisch an der Jülicher Straße. Frei übersetzt bedeutet der Spruch: „Ideen sind die Kohle von heute”.

Prägnanter kann man wohl nicht zusammenfassen, um was es Schreckenberg geht. Um Ideen - natürlich. Um gute Ideen. Und darum, diese für die Wirtschaft interessant zu machen.

Christof Schreckenberg ist neuer Projektleiter von „Creative Drive” des Gründerzentrums Kulturwirtschaft (GZKW) in Aachen. Das euregionale Projekt will Kulturschaffenden - egal ob Musiker, Designer, Theater- und Filmemacher oder Autoren - unterstützen, Unternehmen auf ihr Angebot aufmerksam zu machen. Denn in der Kreativbranche liege viel Potenzial, erklärt Schreckenberg. „Aber die meisten Kreativen arbeiten in Klein- bis Kleinstunternehmen. Wenn sie versuchen, mit einer Idee etwa für den Automobilbereich in einem Groß-Konzern vorstellig zu werden, scheitern sie meist schon an der Sekretärin.”

Die Lösung laute daher: sich vernetzen, Kompetenzen bündeln. So treffen sich bei „Creativ Drive” im Werk52, Jülicher Straße 114a, seit eineinhalb Jahren drei mal jährlich Arbeitsgruppen von 10 bis 15 Kreativen, die vier bis sechs Monate gemeinsam an einem Projekt arbeiten, das Anwendung in der Industrie finden kann.

Ein Beispiel ist etwa, eine pfiffige Lösung für den komplizierten Vorgang einer Unternehmensfusion zu erarbeiten. Andere Ideen sind Design-Lösungen für Automobilteile oder für die Medizintechnik. Manfred Sicking, 2. Vorsitzender des Gründerzentrums und Co-Dezernent für die städtische Wirtschaftsförderung, fallen da auch speziell auf die Aachener Technologie zugeschnittene Konzepte ein - etwa mit Blick auf das Design von E-Autos.

All diese Dinge sind für Sickung, Schreckenberg und GZKW-Geschäftsführerin Sylvia Hustedt Möglichkeiten, wo Kreative sich gewinnbringend einbringen können. Dazu müssten die Unternehmer aber erst einmal das Potenzial dieser Branche erkennen und bereit sein, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen. „Creative Drive” soll dabei helfen. Und mit Schreckenberg - davon sind Hustedt und Sicking überzeugt - haben sie einen Mann gefunden, der das Projekt erfolgreich weiterführt und noch ausbaut. Schreckenbergs Lebenslauf nach zu urteilen, sind diese Hoffnungen jedenfalls begründet.

Vor seinem Umzug nach Aachen war der studierte Diplomkaufmann regionaler Ansprechpartner für NRW im Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Seine Zeit dort beschreibt er als „eine Art Streetworker für die Kulturwirtschaft mit repräsentativen Aufgaben”. Er führte landesweit Beratungen durch, stieß Projekte an, baute Netzwerke auf und diente als Schnittstelle zwischen der Szene und den öffentlichen Ämtern und Fördertöpfen.

Doch auch vor dieser Zeit war er im Kultur- und Kreativbereich zuhause, produzierte Tanztheater-Aufführungen - auch in Aachen beim Schrittmacher-Festival - und war in der freien Theaterszene in London aktiv. Diese Vorerfahrungen will Schreckenberg nun nutzen, um „auf Augenhöhe” mit den Kreativen der Euregio in Kontakt zu treten und sie wirtschaftlich erfolgreich zu machen.

Aachener Gründerzentrum liegt bei Studie vorn

Mit dem Programm „Kulturunternehmen!” ist das Gründerzentrum Kulturwirtschaft mit seinen Beratungen für Akteure aus der Kreativwirtschaft in einer Studie des europäischen Beratungsunternehmens KEA jetzt auf Platz 6 von 60 „Best Practive”-Beispielen gelandet.

KEA, das seinen Sitz in Brüssel hat, will zeigen, wie Kunst, Kultur und die Kreativbranchen wirtschaftliche und soziale Entwicklungen in Europa vorantreiben können und warum Investitionen öffentlicher Gelder in kulturelle und kreative Güter gerechtfertigt sind.

Dazu hat es eine Studie durchgeführt, in der sich 60 Projekte in Europa herauskristallisierten, die den Kreativ- und Kultursektor besonders gut fördern - unter ihnen das Aachener Gründerzentrum. Den Verein gibt es seit 2004. Ziel sind erfolgreiche Gründungen beziehungsweise Unternehmensentwicklungen im Kreativsektor.

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