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Für die Tour wird die Stadt zweigeteilt

Von: Sarah-Lena Gombert und Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
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Auf der Alt-Haarener Straße kommt die Tour in die Stadt... Foto: Ralf Roeger
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...passiert in der Innenstadt einige 90 Grad-Kurven, wie die von Mostard- in Großkölnstraße ... Foto: Ralf Roeger
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...führt über das grobe Pflaster des Markts... Foto: Ralf Roeger
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...und verlässt Aachen wieder auf der Lütticher Straße. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wenn am Sonntag, 2. Juli, 200 Radrennfahrer samt Entourage die insgesamt 203 Kilometer lange Strecke von Düsseldorf nach Lüttich fahren, ist Ausnahmezustand in Aachen: Die Tour de France kommt im Laufe der zweiten Etappe in die Stadt, und mit ihr eine Menge Schaulustige, internationaler Medienrummel (TV-Übertragung in 190 Länder), Einschränkungen im Straßenverkehr und eine Menge Arbeit für Verwaltung und andere Beteiligte.

So werden alleine für diesen Tag 1300 Verkehrszeichen aufgestellt und 900 Drängelgitter montiert. Im Rahmen einer Pressekonferenz haben am Montagvormittag die Stadt und weitere Akteure über den Stand der Planungen, über das Rahmenprogramm und über das Sicherheitskonzept auch in Zusammenarbeit mit Düsseldorf, wo die Tour startet, informiert.

Aachen wird zweigeteilt

12,4 Kilometer ist nicht nur die Länge der Tourstrecke auf Aachener Stadtgebiet. 12,4 Kilometer lang ist auch für einige Stunden die Demarkationslinie zwischen den beiden Teilen der Stadt links und rechts der Strecke. „Aachen ist an dem Sonntag für mehrere Stunden zweigeteilt“, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp auf der Pressekonferenz. Der Tross, der mit bis zu 100 Stundenkilometer durch die Stadt fährt, soll auf keinen Fall gestört werden. Ab etwa 12.15 Uhr wird die Stadtverwaltung beginnen, die Strecke im Innenstadtbereich abzusperren.

Auf Einzelheiten des Sicherheitskonzepts wollte Philipp nicht eingehen. So viel immerhin ist klar: Es wird auch bei dieser Großveranstaltung taktische Sperrungen von Zufahrtwegen mit großen und schweren Fahrzeugen geben. „Gegen 13 Uhr wird die Werbekarawane durch die Stadt fahren“, schätzt Philipp.

Rund eine Stunde später sind die Radfahrer dran. Ab 17.30 Uhr wird die Strecke wieder freigegeben – allerdings nur Stück für Stück. „Wir wollen verhindern, dass irgendwelche Raser versuchen, den Radfahrern hinterherzufahren“, erklärt André Schnitker, der die Koordination für den Aachener Tourabschnitt aus Sicht der Stadt übernommen hat.

Lediglich an fünf neuralgischen Punkten werden Schleusen eingerichtet, an denen im Notfall Rettungskräfte, Feuerwehr oder Polizei die Radstrecke passieren können. „Wir werden mit rund 25 Leuten vor Ort sein“, sagt Michael Günter, Leiter der Aachener Verkehrskadetten.

Hinzu kämen weitere 40 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW), „alles natürlich unter der Anleitung der Polizei“, betont Günter. Gibt es für Bürger denn gar keine Chance, die Strecke zu queren? Doch: „Wenn Sie die Bahn vom Westbahnhof zum Hauptbahnhof nehmen, dann können Sie die Sperrung überwinden“, rät Paul Heesel, Sprecher der Aseag.

Standorte

Dass Radfahrer, die an der Tour teilnehmen, besonders schnell sind, ist kein Geheimnis. Wer die Veranstaltung bisher nur aus dem Fernsehen kennt, wird aber überrascht sein, wie schnell die Rennprofis tatsächlich vorbei sind. Deshalb sollte der Platz, an dem man das Ereignis verfolgen möchte, handverlesen sein. Günstig sind Orte, an denen die Radfahrer naturgemäß langsam sind – an Steigungen zum Beispiel – oder an denen sie ausgebremst werden – wie vor scharfen Kurven.

Auf der Strecke durch Aachen finden sich etliche Gelegenheiten jener Arten. Die „Nachrichten“ haben ein paar Vorschläge für Stellen, an denen sich das Zuschauen lohnt. Tipp Nummer 1: Die Kurven am Fuße des Kaninsbergs. In die Aachener Atmosphäre treten die Radrennfahrer in Haaren ein.

Den Kaninsberg hinunter erreichen sie auf der Alt-Haarener Straße Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 Stundenkilometern. Am Fuß des Bergs wartet jedoch eine Kombination aus Links- und Rechtskurve, die viel langsamer passiert werden muss, bevor es über die Jülicher Straße Richtung Innenstadt weitergeht.

Dort ist die Chance, einen Platz zu ergattern sicher größer als in der City. Tipp Nummer 2: Die 90 Grad-Kurven in der Innenstadt. Von der Jülicher Straße geht es über den Hansemannplatz und die Peterstraße weiter Richtung Innenstadt über Kurhausstraße und Seilgraben.

Beim Abbiegen vom Bushof in die Kurhausstraße haben die Fahrer die erste von insgesamt vier 90 Grad-Kurven im Innenstadtbereich zu bewältigen. Hier werden die Zuschauer einen etwas ausgiebigeren Blick auf das Feld werfen können, weil das Tempo etwas gedrosselt werden muss.

Die anderen drei scharfen Kehren befinden sich an den Verbindungen von Seilgraben zu Neupforte, Neupforte zu Mostardstraße und Mostardstraße zu Großkölnstraße. Anschließend geht es über Markt und Jakobstraße auf die Lütticher Straße und raus aus Aachen. Tipp Nummer 3: Sich auf den Markt zu stellen, um zu beobachten, wie die Rennradler sich vor der historischen Kulisse über das Kopfsteinpflaster mühen, wäre der Klassiker. Allerdings passen auf den Markt und die kleinen Straßen nur eine begrenzte Anzahl an Zuschauern.

Der Bereich könnte demnach bei zu viel Andrang abgeriegelt werden. Stefan Herrmann vom Presseamt der Stadt Aachen: „Wir empfehlen jedem, der am oder in der Nähe des Markts zuschauen möchte, frühzeitig zu kommen. Die Plätze werden begehrt sein.“ Tipp Nummer 4: Gute Chancen auf einen Patz an der Strecke haben Zuschauer auch an der Lütticher Straße. Lohnenswert, weil nicht so schnell wie auf ebener Strecke, könnte die Steigung zwischen Von-Halfern-Park und Preuswald sein. Dort führt die Tour über eine Steigung.

Rahmenprogramm

Auch wenn die Radprofis selbst Aachen schnell wieder hinter sich lassen werden: In der Stadt wird sich das ganze Wochenende ums Thema Fahrrad drehen. In der Innenstadt werden mehrere Musikgruppen unterwegs sein.

Auch für Amateure

Und auch Amateurradfahrer kommen auf ihre Kosten: Denn am Samstag, an dem auch die Tour offiziell in Düsseldorf beginnt, findet in Aachen das Radrennen „Rund um Dom und Rathaus“ statt. Ab 16 Uhr geht es los: das Jedermänner-Rennen, ein Slalom mit Lastenrädern auf dem Markt, ab 18 Uhr der Schul-Cup „Fette Reifen Rennen“, ab 18.30 Uhr ein C-Klasse-Rennen und schließlich ab 19.30 Uhr das Hauptrennen der obersten Amateur-Kategorie. Ebenfalls am Samstag findet von 11 bis 16 auf dem Katschhof der Aachener Fahrradtag statt.

Hier gibt es unter anderem Infos zum Thema Radschnellwege, eine Fahrradversteigerung und ein Kinderprogramm. Im Stadtteil Haaren, für die Tour de France-Fahrer das Einfallstor in die Stadt, wird die vorbeisausende Tour gleich mit einem Pfarrfest und dem Seniorenfest im Ort kombiniert. Sowohl in der Innenstadt als auch in Haaren wird an diesem Wochenende die Tour de France auf Großleinwänden übertragen.

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