Für die Polizei gibt es keine „Stille Nacht“

Von: Holger Richter und Martina Feldhaus
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Dieb
Jede Menge Wohnungseinbrüche haben die Polizei an den Feiertagen beschäftigt.

Aachen. Von wegen: „Stille Nacht!“ Die Aachener Polizei hatte an den Weihnachtsfeiertagen alle Hände voll zu tun: Zahlreiche Fälle von häuslicher Gewalt, jede Menge Wohnungseinbrüche und ungewöhnlich viele Diebstähle aus Autos listete die Polizeipressestelle am Freitag auf.

Leider fast schon typisch sind dabei die Fälle von häuslicher Gewalt. „Längere Zeit auf engem Raum in der Wohnung, dazu noch Alkohol – das können viele halt nicht vertragen“, begründet Polizeisprecher Paul Kemen die Zahl von 13 Einsätzen in der Städteregion, davon sechs im Aachener Stadtgebiet.

In allen Fällen verwies die Polizei die verantwortlichen Störenfriede, elf Männer und zwei Frauen, aus den Wohnungen. Gegen die Aggressoren wurden Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung erstattet. In den meisten Fällen hatten sich die Lebenspartner über die Feiertage in ihren Wohnungen, dazu noch alkoholisiert, in die Haare bekommen. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

Auch die Serie von Wohnungseinbrüchen sei „an verlängerten Wochenenden“, so Kemen, „einigermaßen normal“. „Die Täter wissen, dass viele Wohnungen über die Feiertage leer stehen, weil die Bewohner etwa auf Familienbesuch sind“, erläutert der Polizeisprecher. Bislang zählte die Aachener Polizei 23 Wohnungseinbrüche in der gesamten Städteregion.

Die Taten geschahen meist tagsüber, wenn die Bewohner nicht zu Hause waren. Die Diebe stahlen zumeist Schmuck, Bargeld und Elektronikartikel. In Aachen schlugen sie insgesamt 13 Mal zu; so am Adalbertsteinweg, der Johannstraße, im Rosenweg, im Purweider Feld und Im Grüntal. Zudem wurde eingebrochen in Häuser In den Atzenbenden und Am Burgberg in Haaren, in der Verlautenheidener Straße in Verlautenheide, in der Kolpingstraße und der Schroufstraße in Brand und der Kornelimünsterstraße in Kornelimünster.

Als „ungewöhnlich“ bezeichnet Paul Kemen indes die vielen Diebstähle aus Autos. Denn über die Feiertage musste die Polizei in der Städteregion 46 Mal eingeschlagene Scheiben an geparkten Autos aufnehmen. Durch die Taten entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro. Dabei erbeuteten die Täter nach Auskunft von Paul Kemen „alles, was nicht niet- und nagelfest war“: Bargeld, Navigationsgeräte, Schlüssel, ein Lenkrad, Rucksäcke, Handtaschen, Smartphones, Portemonnaies, Kreditkarten, Sonnenbrillen, Leergut und einen Modellbahnanhänger, der eigentlich als Weihnachtsgeschenk vorgesehen war. „Sogar gebrauchte Hosen waren dabei.“

Vereinzelte Ruhestörungen

Doch es kam auch zu vereinzelten Ruhestörungen: So musste die Polizei am zweiten Weihnachtstag in einer Wohnung in der Stettiner Straße die Ordnung wieder herstellen. „Anschließend fühlte sich ein unbeteiligter Hausbewohner offenbar berufen“, so Kemen, „gegen den Streifenwagen zu treten.“ Der alkoholisierte 32-jährige Mann leugnete zunächst die Tat, doch das Sohlenprofil seiner Schuhe am Streifenwagen überführte ihn. Gegen den Mann läuft nun ein Verfahren wegen Sachbeschädigung.

In der Nacht zu Heiligabend hatte zudem eine Gruppe von Jugendlichen an mehreren Orten in der Innenstadt für Ärger bei Anwohnern und Passanten gesorgt. Zeugen zufolge sind sie pöbelnd und randalierend durch die Straßen gezogen. Um kurz nach Mitternacht störten sie am Holzgraben die Abbauarbeiten des Weihnachtsmarktes. Kurz danach fiel eine grölende Gruppe an der Neupforte auf, die Polizei rückte wegen Ruhestörung aus. Um 1.20 Uhr nachts waren dann mehrere Jugendliche an der Bergstraße lautstark unterwegs – und hantierten wohl auch mit Silvesterböllern.

Eine Zeugin schildert sogar, die jungen Männer hätten Kracher durch auf Kipp stehende Fenster in Wohnhäuser geworden. Letzteres konnte die Polizei auf Anfrage der „Nachrichten“ nicht bestätigen. Sie geht aber davon aus, dass es sich bei allen drei Vorfällen um die gleiche Gruppe Jugendlicher handelte. Die Einsätze – bei Eintreffen der Beamten war der Spuk jeweils schon wieder vorbei – verbuchte die Polizei unter grobem Unfug.

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