Aachen - Für den Musikbunker läuft die Solidaritätswelle an

Für den Musikbunker läuft die Solidaritätswelle an

Von: Martina Feldhaus
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Machen sich für den Erhalt des Musikbunkers stark: (v.l.) Vereinsgeschäftsführer Lars Templin, die Jazz-Musiker Lutz Felbick und Heribert Leuchter sowie Gwendolen Webster von der GZM Aachen (2.v.r.). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Nachricht über den Verkauf der beiden Musikbunker – im Frankenberger Viertel und an der Junkerstraße – hat ruckzuck Reaktionen in der Aachener Musikszene ausgelöst. Nur einen Tag, nachdem die Pläne der Bundesimmobilienagentur (BIMA), die brockigen Kriegsrelikte veräußern zu wollen, an die Öffentlichkeit gelangt sind, rollt eine Solidaritätswelle an.

Der Tenor – etwa bei Facebook: Der Musikbunker mit seinen Konzerten, Proberäumen und zigtausend Besuchern pro Jahr soll unbedingt erhalten bleiben. Das erklärten am Donnerstagnachmittag beim Ortstermin im Frankenberger Park auch die Mitglieder der sich erst Ende 2013 neu gegründeten „Initiativgruppe Aachener Musikleben“.

„Von Stadt und Politik muss es ein deutliches Bekenntnis für den Bunker geben“, sagt Heribert Leuchter. Der Jazz-Musiker hatte aus der Zeitung von dem drohenden Verkauf erfahren – „da hab ich gleich gedacht: Das kann doch nicht wahr sein.“ Innerhalb weniger Stunden schlossen er und die anderen Initiativler sich kurz, mit dabei Jazzpianist Lutz Felbick und GZM-Vorstandsvorsitzende Gwendolen Webster, sowie Lars Templin und Michael Poznic vom Musikbunker-Verein. Mit der neuen Initiative, die langfristig alle Musikschaffenden in Aachen unter einem Dach vereinen will, wollen sie dafür sorgen, dass eine lebendige Musikszene erhalten bleibt – und zwar genreübergreifend.

Felbick: „Die Grenzen zwischen Hochkultur und Rock- und Popmusik sind doch längst verwischt. Wir engagieren uns für alle Stile. Und der Musikbunker ist zu einem akzeptierten Standort gewachsen, der Eindruckvolles leistet. Das muss so bleiben.“ Befürchtungen haben er und Leuchter allerdings, dass es nur bei den aktuellen Unterstützungsbekundungen von Verwaltung und Kulturpolitikern – etwa in Form einer Bürgschaft – bleibt. Und am Ende Fakten geschaffen würden und doch ein finanzschwerer Investor beim Bunkerkauf das Rennen machen könnte. Negativbeispiele gebe es in der Vergangenheit genug, die ohnehin schon übersichtlichen Möglichkeiten für Spielstätten würden immer weniger. „Immer mehr Clubs und Orte für Konzerte machen dicht. Da entstehen Vakanzen in der Musikkultur. Wir müssen darauf achten, dass noch Bestehendes nicht verschwindet“, sagt Leuchter. Wie er möchte auch Felbick die Stadt in die Pflicht nehmen, sich für den Musikbunker deutlich einzusetzen – auch finanziell. „Es muss eine Bestandswahrung geben“, finden sie.

Auch Lars Templin hofft auf eine aktive Hilfe durch die Stadt. Aber er ist bisher zuversichtlich, dass die ihn nicht im Regen stehen lässt, wenn sein Verein etwa die Bunker selbst übernehmen sollte. „Noch wissen wir nicht, was das kosten würde. Aber in jedem Fall brauchen wir die Stadt für Sicherheiten. Und da sehe ich gute Chancen.“ Fraktionsübergreifend sei ihm zugesichert worden, dass der Musikbunker erhalten werden soll. Öffentlich hatten sich bereits die Grünen, die den anstehenden Verkauf publik machten, dafür stark gemacht. In einer Pressemitteilung haben das am Donnerstag auch die Aachener Piraten getan. Sie „würden es begrüßen, wenn sich die Verwaltung für den Erhalt der Bunker in ihrer jetzigen Verwendung einsetzt; zur Not auch als Eigentümer.“

Noch liegt von der BIMA keine Verkaufssumme vor. Templin: „Ich gehe davon aus, dass das bald konkret wird. Dann werden wir aktiv das Gespräch mit den Verantwortlichen bei Stadt und Politik suchen.“ Gesprochen wird über das Thema auch am kommenden Dienstag. Dann steht der „Bunkerverkauf“ auf der Tagesordnung des Bürgerforums im Rathaus (Beginn 17 Uhr). Lars Templin will dort seine Interessen vorbringen. Die neu gegründete Initiative will ebenfalls am Thema dranbleiben und sich künftig für die Musikvielfalt in Aachen – von Klassik über Jazz bis Punk – verstärkt einsetzen.

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