Aachen - Fünfeinhalb Jahre Haft für brutalen Überfall auf Kasino

Fünfeinhalb Jahre Haft für brutalen Überfall auf Kasino

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit fünfeinhalb Jahren Haft ist der 32-jährige Tarik A. aus Aachen noch gut davongekommen.

Denn der Vorsitzende Richter der 4. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht, Wolfgang Diewald, machte in der Urteilsbegründung klar, dass die Tat vom 21. Januar beileibe kein Kavaliersdelikt war und eben nicht als minder schwerer Fall gelten kann. Der Angeklagte war damals gegen Mitternacht in ein Kasino am Hansemannplatz gegangen und hatte die Herausgabe der Abendkasse erpressen wollen.

Als er hinter der Theke war, begann ein Gerangel mit dem anwesenden Aufsichtspersonal. „Aus dieser Situation”, so der Richter, „befreite sich der Angeklagte durch einen Stich ins Gesicht des anderen.” Zu dem schweren Raub - er erbeutete rund 950 Euro - kam das Delikt gefährliche Körperverletzung hinzu. Das Opfer hatte Glück, weil es keine gravierenden Narben zurückbehielt.

Doch auch der Angeklagte hatte Glück, da die Anklage ebenso auf versuchten Totschlag hätte plädieren können, Strafrahmen von fünf bis zu 15 Jahren. Richter Diewald stellte die psychischen Schäden des Opfers in den Vordergrund. Der Betreffende müsse therapeutisch behandelt werden, er habe durch die Tat seelische Schäden erlitten. Das Gericht hielt dem Angeklagten sein umfassendes Geständnis zugute.

Auch sein Verhalten vorher habe nicht darauf hingedeutet, dass es sich bei dem aus dem Gazastreifen stammenden Mann um einen zielgerichteten Gewohnheitsverbrecher handele. Auswertungen von Videoaufnahmen hätten gezeigt, begründete die Kammer diese Erkenntnis, dass der Räuber vor der Tat „beinahe ratlos” vor der Theke auf und ab gegangen sei.

Er habe „mit sich gerungen” und sich erst danach „zur Tat entschlossen”, stellte Richter Diewald fest. Nach der Urteilsverkündung fragte der Vorsitzende, wen man benachrichtigen solle. Niemanden, er sei alleine, antwortete Tarik A..
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