Fünf pfiffige Schüler gründen eine Firma

Von: Anke Hinrichs
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Haben die Schülerfirma „Tour
Haben die Schülerfirma „Tour-Aix” gegründet: Camilla Cremer, Marcel Turiaux, Jacqueline Schönell, Nils Sichert und Emilia Errenst (v.l.) vom Einhard-Gymnasium. Sie wollen eine schwarze Umhängetasche samt Inhalt für Touristen auf den Markt bringen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wer für 35 Cent pro Stunde arbeitet, hat sicher gute Gründe, und daran fehlt es den fünf Schülern vom Einhard Gymnasium nicht. Sie sind seit dem 11. November stolze Gründer und Anteilseigner der Firma „TourAix”.

Dass dies kein Karnevalsscherz ist, können Nils Sichert, Jacqueline Schönell, Camilla Cremer, Marcel Turiaux und Emilia Errenst schnell beweisen: „Im Rahmen des Junior Projektes haben wir eine Schülerfirma gegründet und bieten für ein Jahr ein Produkt an”, klärt der fünfzehnjährige Nils auf. Er ist, wie seine vier Kolleginnen und Kollegen in der zehnten Klasse und ein bisschen stolz darauf, dass das Einhard Gymnasium als einzige Aachener Schule seit zehn Jahren am Junior Projekt teilnimmt.

Das Gymnasium bietet für das vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln jährlich durchgeführte Projekt eine Arbeitsgemeinschaft (AG) an, in die sich die Schüler freiwillig melden können. Seit Beginn des Schuljahres treffen sich die rund 14 Schüler nun in der von zwei Lehrern begleiteten AG, und haben in kürzester Zeit eine Firmengründung mit der zugehörigen Unternehmensstruktur hingelegt.

Danach galt es einen Firmennamen zu finden und schließlich ein Produkt zu kreieren, das dann auch vermarktet werden kann. Aus der Fülle der Vorschläge kristallisierte sich schnell die „Aix-Bag” heraus. „Das ist eine schwarze Umhängetasche extra für Touristen” wirbt Camilla, die erste Vorsitzende der Firma, für ihr Projekt. Demnach hilft die Aix-Bag Aachen-Besuchern, sich als Single, Familie, Behinderter oder als Paar im Dschungel der speziellen Angebote für diese Gruppen zurechtzufinden.

Mit dem Rollstuhl gefahren

„Wir sind sogar mit dem Rollstuhl durch Aachen gefahren, haben Toiletten, Zufahrten und Hindernisse gecheckt und dann Ratschläge ausgearbeitet”, sagt Marcel, der für die Finanzen verantwortlich ist. Diese wertvollen Ergebnisse und Hinweise finden Touristen nun in ihrer Tasche, die an Kiosken und in Buchhandlungen vertrieben werden soll. Die Taschen sind schon bestellt, am Logo wird noch gearbeitet, ebenso wie an den Kontakten zu Firmen, die die Tasche so kostengünstig wie möglich bedrucken können.

Natürlich müssen auch Sponsoren und ein Schirmherr gefunden werden. „Wir dachten an eine Begrüßungsprinte in der Tasche, die Verhandlungen mit einem Aachener Unternehmen laufen schon”, freut sich Chefin Camilla. Das klingt nach viel Arbeit und Emilia, zuständig für das Firmenmarketing, sagt ganz klar: „Wir haben gelernt, unsere Zeit besser einzuteilen, denn Schule und Firmenarbeit, das ist eine echte Doppelbelastung”.

Finanziert wird das Ganze über Anteilsscheine à zehn Euro, von denen bis zu 90 Stück verkauft werden können, so dass das maximale Startkapital der Firma 900 Euro beträgt. „Unsere Eltern, Verwandte und Freunde sind auf diese Weise schon zu Kleinaktionären geworden”, lacht Jacqueline, die als Pressesprecherin und Verwaltungschefin gleich zwei Jobs inne hat.

Bei „TourAix” läuft alles so realitätsnah wie möglich, neben der Unternehmensstruktur gehören Buchführung, Steuern, Gehaltsabrechnungen und Unternehmensführung genauso dazu wie Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit. Das sind Schlüsselqualifikationen, die im Berufsleben sehr gefragt sind, genauso wie ein gepflegter Wortschatz, und das wissen die Fünf ganz genau: „Mit anderen Firmen kann man nicht in der Jugendsprache reden, also haben wir uns auch ein anderes Vokabular zugelegt” sagt Nils, Chef der Technik.

„TourAix” darf bis zum 30. Juni bestehen, danach wird die Firma wieder aufgelöst und die Aktionäre werden ausbezahlt. Die Fünf vom Einhard erhalten dann ein Zertifikat und schaffen es mit ihrer Idee vielleicht zum Landesentscheid nach Düsseldorf.
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