Aachen - Frühjahrsbend: Klassiker begeistern immer wieder

Frühjahrsbend: Klassiker begeistern immer wieder

Von: Lee Beck
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Der Öcher Bend hat seine Pforten geöffnet. Bis zum 5. Mai dreht sich das Riesenrad täglich von 14 bis 24 Uhr. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Bügel geht runter. Ein „Klack“ ertönt, und aus den Lautsprechern hallt in schriller Stimme: „Fertig für eine neue Runde?“ Schon beim Zusehen vorher setzt bei mir Schwindelgefühl ein. Vielleicht will ich diese Fahrt doch nicht machen?

Einige Mitfahrer sind auch unsicher. Egal, der schrille Gong ertönt. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Langsam setzt sich das Karussell in Bewegung. Eine runde Platte dreht sich im Kreis in die Senkrechte und in die Waagerechte, darauf sind einzelne Platten mit je vier Sitzen befestigt. Die Platten drehen sich auch.

Es ist nur eine von vielen Attraktionen des diesjährigen Osterbends. Wie viele Karussell- und Achterbahnfahrten in Kombination mit Kirmes-Leckereien wie Zuckerwatte, gebrannten Mandeln & Co. verträgt mein Magen, und was halten meine Nerven aus?

Um Punkt 18 Uhr sticht Bürgermeister Björn Jansen am Samstag im Beisein von Klaus-Dieter Jacoby, Vorsitzender des Betriebsausschusses des Eurogress, Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf, Peter Loosen, Vorsitzender des Aachener Schaustellerverbandes, und Eurogress-Bend-Manager Peter Krings das traditionelle Bierfass an. Wer darf 2014 auf keinen Fall fehlen? Genau: Kaiser Karl. Neben dem Schaustellerherz, das auch bei der Eröffnung des Münchener Oktoberfestes oder der Dürener Annakirmes dabei ist, hat Peter Loosen auch ein Karlemännchen dabei. Mit der Figur zieht der Schausteller durchs Land.

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Es spritzt ein wenig, dann ist das Fass offen und der Bend offiziell eröffnet, obwohl schon seit 14 Uhr reges Treiben herrscht. Auch das Wetter meint es gut mit dem Auftakt 2014. Bei strahlend blauem Himmel ist auch Peter Loosen zufrieden: „Für den ersten Tag ist es wirklich gut.“

Nach dem ersten Anstoßen setzt sich der Trupp samt Karl und Schaustellerherz durch die Gassen in Bewegung. Unzählige Besucher flanieren durch die bunte Schau. Zu beiden Seiten spielt sich das Rummel-Getümmel ab: Schießbuden, Biergärten, Imbissstände. Auch in diesem Jahr wurden aus den über 100 Bewerbungen die schönsten Fahrgeschäfte und Buden für den Bend ausgesucht.

Ach ja, die Karussellfahrt hat inzwischen ein ziemlich rasantes Tempo erreicht. Ich sehe die Umgebung wegen der schnellen Drehungen und der hohen Geschwindigkeit nur verschwommen. Von der Waagerechte geht es in die Senkrechte, alle Platten drehen sich, Haare wehen, ich halte mich ganz fest am Bügel, und aus dem Lautsprecher kreischt es: „Finale!“. Mein Adrenalinspiegel ist angestiegen, der Magen hüpft.

Klaus-Dieter Jacoby hat den Bend mit einem weinenden und einem lachenden Auge eröffnet, schließlich sitzt den Veranstaltern das Parkplatzproblem im Nacken. Er lobte den Liegenschaftsbetrieb der Stadt. „Wir haben das Problem halbwegs lösen können“, sagte er. Man habe der Deutschen Bahn mehrere Vorschläge gemacht, die alle abgelehnt wurden. Stattdessen habe die Bahn nur einen „inakzeptablen“ Gegenvorschlag gemacht.

Zittrige Beine

Mein Karussell hält an. Der Bügel löst sich. Meine Knie sind noch etwas zittrig. Auf festem Boden geht es zur nächsten Attraktion. Drei Achterbahn-, zwei Raupenbahn- und eine Schiffsschaukelfahrt sowie eine Zuckerwatte und zehn Lose später stehe ich nicht mehr auf zittrigen Beinen. Auch in diesem Jahr hält der Bend das Spaß-Versprechen und den Nervenkitzel-Faktor, und mein Magen funkt auch nicht SOS. Kristina Wulf ist nach einer rasanten Fahrt auf der Raupenbahn, die in der Spitze rund 75 Kilometer pro Stunde fährt, begeistert: „Klasse Fahrt, da wird einem ja auch nicht schlecht.“

Zum Abschluss darf allerdings ein Klassiker nicht fehlen: Das Riesenrad im Sonnenuntergang mit weitem Blick über die Kaiserstadt in alle Himmelsrichtungen. Ein Vergnügen der besonderen Art!

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