Aachen - Früher hatten sie Ideale, jetzt sind nur noch Zukunftsängste übrig

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Früher hatten sie Ideale, jetzt sind nur noch Zukunftsängste übrig

Von: Grit Schorn
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Zu viele Möglichkeiten? Regisseurin Marion Schneider-Bast (l.) thematisiert im neuen Stück in der Kammer die Haltlosigkeit junger Erwachsener. Bühne und Kostüme stammen von Vesna Hiltmann. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Drei Personen treffen sich in einem Hotel. Während des Studiums haben Babsi, Jeani und Max zusammen gewohnt. Doch die Studienzeit ist längst vorbei. Die damaligen Liebschaften und Flirts sind zwar nicht vergessen, doch inzwischen hat man sich nicht mehr viel zu sagen. Die gemeinsamen Ideale, der jugendliche Ideenreichtum – das alles gilt nicht mehr, die drei verbinden eher Zukunftsängste.

Wie Thomas Bernhard

Der Österreicher Palmetshofer, 34, erinnert mit seiner Sprachkraft an einen anderen großen österreichischen Autor, Thomas Bernhard (1931-1989), besonders was grotesk-komische Tragik angeht. Wie unter Glas vollzieht sich das Zusammentreffen im Hotel – man freut sich ja für die anderen, heißt es. Doch der Autor zeigt die Frustrierten und Haltlosen, die vielleicht zu viele Möglichkeiten haben, um sich für einen bestimmten Weg entscheiden zu können. Dennoch gibt es echte Gefühle, die „zwischen den Zeilen“ zu stehen scheinen.

„Abgebrochene Sätze“ stehen im Raum, so die Regisseurin Marion Schneider-Bast und „ein Happy End winkt“, meint die Chefdramaturgin Inge Zeppenfeld. Bühne und Kostüme stammen von Vesna Hiltmann, die mit „knallgelben Elementen wie am Bau“ das Heutige des Stücks betont.

Für Jüngere und Ältere

„Babsi“ wird von Johanna Falckner gespielt, die ja auch in „Wir lieben und wissen nichts“ in der Kammer zu sehen ist, Katja Zinsmeister verkörpert „Jeani“; die Rolle von „Max“ übernimmt Tim Knapper. „In einer Nacht an der Bar schrauben sich Monolog und Dialog immer höher“, weiß Inge Zeppenfeld. „Knackige 75 Minuten“ dauert die Aufführung, die ohne Pause auskommt und Jüngere wie Ältere ansprechen will.

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