Aachen - Friedenslauf ist gelebte Inklusion

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Friedenslauf ist gelebte Inklusion

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Alle miteinander für den Frieden: Rund 2500 Mädchen und Jungen startete diesmal am Elisenbrunnen. Kinder aller Schulformen drehten so viele Runden, wie sie schafften. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Dass der Aachener Friedenslauf am Freitag ausnahmsweise am Elisenbrunnen startete, findet Projektleiterin Karen Siebert von Pax Christi im Nachhinein gar nicht so schlecht. „Hier kriegen viel mehr Leute mit, wie Aachener Kinder und Jugendliche sich für den Frieden einsetzen“, meint sie.

 Und tatsächlich sorgten die rund 2500 Läufer, die unter dem Motto „miteinander laufen – füreinander einstehen“ unterwegs waren, in der Innenstadt für Aufsehen.

Der siebenjährige Anton von der Domsingschule war zum ersten Mal dabei. Er sei für den Frieden gelaufen und habe drei Runden geschafft, sagt er nicht ohne Stolz. Im nächsten Jahr würde er gerne wieder mit dabei sein, denn den Friedenslauf findet er toll. Immerhin hat er auch ideale Wetterbedingungen vorgefunden. Bei angenehm kühlen Temperaturen lässt es sich eben leichter laufen als in der prallen Sonne.

Das weiß auch Karen Siebert. In den vergangenen Jahren habe man vor allem die Kleinen immer wieder bremsen müssen, sich nicht zu überfordern. „Die laufen immer weiter, auch wenn sie schon einen hochroten Kopf haben“, erzählt sie. Der Ehrgeiz der Läufer ist offensichtlich groß. Dabei geht es ihnen aber gar nicht darum, zu gewinnen: Sie wollen nur möglichst viele Runden laufen, um möglichst viele Spendengelder zusammenzubekommen. Mehr als 30 000 Euro könnten das in diesem Jahr werden, schätzt Siebert.

Alle Schulformen gemeinsam

Dass alle Schulformen gemeinsam für den Frieden an den Start gehen, hält sie für besonders bemerkenswert. Auch von den Lehrern bekomme sie die Rückmeldung, dass der Friedenslauf gelebte Inklusion sei. Hier gehen Hauptschüler, Gymnasiasten und Förderschüler gemeinsam an den Start.

Die elfjährige Whitney Botshindo von der Katholischen Grundschule Passstraße ist seit der ersten Klasse mit von der Partie. Sie trainiert regelmäßig, und das kühle Wetter findet sie super. Es sei nicht schwer gewesen, Sponsoren zu finden, erzählt sie. Vier hat sie gefunden, und die werden je einen Euro für die sechs bis sieben Runden zahlen, die sie laufen wird.

In den Wochen vor dem Friedenslauf haben sich die Schüler in ihren Klassen intensiv mit dem Frieden beschäftigt. Und der fängt laut Siebert schon bei jedem Einzelnen an. Wie stehe ich für mich selber ein, und wie stehe ich für andere ein, seien dabei Fragen, die zur Sprache kämen. Darüber hinaus erzählten Zeitzeugen von ihren Erfahrungen in der Nazi-Zeit und im Bosnien-Krieg. Mit Mythen aufräumen und die harte Realität zeigen, sei ein probates Mittel im Kampf für den Frieden. In Bosnien-Herzegowina, in Mazedonien und im Kosovo setzt sich Pax Christi für Friedensprojekte ein. Auch das Forum Ziviler Friedensdienst (ZFD) ist in Mazedonien aktiv. Dort habe man Jahre nach dem Bürgerkrieg eine Sport-Liga aufgebaut, in der albanische und mazedonische Kinder zusammenkommen, erzählt Christoph Bongard vom ZFD. Ansonsten würden die nämlich getrennt unterrichtet.

Die Idee des Friedenslaufs habe man hier aus Aachen übernommen. Dass Kinder unterschiedlicher Ethnien gemeinsam laufen, sei in von Bürgerkriegen gebeutelten Ländern von großer Bedeutung. Beim Friedenslauf in Aachen kommen 40 bis 50 Nationen zusammen. Und auch darüber freuen sich alle Beteiligten.

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